Förderschule: Plettenberger wollen Zentrum einrichten

Michael Göbel setzt sich für die Förderschule ein.

WERDOHL/PLETTENBERG - Die Plettenberger Politik beschäftigt sich Mitte April mit einer geplanten Zusammenarbeit der Förderschulen in den beiden Nachbarstädten.

Während es in Werdohl noch nicht einmal einen Termin für eine Schulausschusssitzung gibt, wird in Plettenberg am 14. April über eine Kooperation der Plettenberger Vier-Täler-Schule mit der Werdohler Pestalozzi-Schule beraten. Der Beschlussvorschlag der Plettenberger Verwaltung ist allerdings noch nicht wirklich konkret: Die Schule in Plettenberg soll gemeinsam mit Rat und Verwaltung ein Konzept entwickeln, das die „Möglichkeiten der Kooperation der Förderschulen mit dem Einzugsbereich Plettenberg, Werdohl, Herscheid und Neuenrade aufzeigt.“ Für das nächste Schuljahr werde zunächst eine Übergangslösung angestrebt, die dem Bedarf beider Förderschulen gerecht wird.

Wie bereits berichtet, sinkt die Schülerzahl der Förderschule in Werdohl in den kommenden Jahren deutlich unter die aktuelle Zahl von 73, womit die Schule ihre bisherige Eigenständigkeit verlieren würde. Während in einem politisch motivierten Vorschlag von CDU und WBG in Werdohl die Förderschule komplett aufgegeben werden und die Schüler anderswo verteilt werden sollen, hat die Werdohler Schulverwaltung schon vor einiger Zeit Konkakte zu umliegenden Förderschulen aufgenommen. Die Bezirksregierung hatte der Stadt Werdohl bereits aufgegeben, sich um Partnerschaften und Kooperationen zu kümmern.

Eine Prognose der Schülerzahlen der Vier-Täler-Schule sei schwierig, teilt die dortige Verwaltung dem Schulausschuss mit. Aufgrund der demographischen Entwicklung würden allgemein die Schülerzahlen sinken, die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Verhältnis zur allgemeinen Schülerzahl aber steige. Ein zunehmender Teil der Förderschüler werde zukünftig in Regelschulen unterrichtet. Die Plettenberger Verwaltung stellt fest: „Langfristiges Ziel ist die Entwicklung der Vier-Täler-Schule Plettenberg zu einem Sonderpädagogischen Förderzentrum. Dies würde die sonderpädagogische Förderung für alle Schülerinnen und Schüler sowie die Beratung und Unterstützung der allgemeinen Schulen im Einzugsbereich der Schule langfristig sichern.“

Für Michael Göbel, kampfbereiter Elternvertreter der Pestalozzi-Schule, ist die Sache schon klar: „Der Weg wird nach Plettenberg gehen.“ Das schreibt er auf der spontan aufgesetzten Internetseite http://www.rettung-der-pestalozzischule-werdohl.de, eine Art Blog zum Thema. Göbel schwingt auf der Seite die Keule: „Sicherlich fragen wir uns, warum wir nicht an den Gesprächen teilhaben dürfen, wir werden nach wie vor als unmündige Bürgerinnen und Bürger behandelt.“ Er stellt einen Vorschlag zur Diskussion, in dem die Förderschule und die evangelische Grundschule ein „Joint Venture“ gemeinschaftlich in der Brüderstraße 33 eingehen sollten. Der Standpunkt der Eltern ist jedenfalls klar: „Wir wollen, dass unsere Pestalozzi-Förderschule in Werdohl erhalten bleibt!“

Von Volker Heyn

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