Junge und erwachsene Musikschüler zeigen ihr Können

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Karay Klenner versetzte das Publikum in Staunen: Nach nur zehn Monaten beherrschte sie ihr Instrument schon so gut, dass sie ein mehrminütiges Stück vortragen konnte.

Werdohl - Mehr als zwei Stunden lang präsentierten sich 27 Musikschüler am späten Sonntagnachmittag vor großem Publikum. Sie waren die Besten beim Beratungsvorspiel am 6. Mai gewesen und erhielten diese Auftrittsmöglichkeit als Belohnung und Ansporn. Die Besten von ihnen wiederum haben die Chance auf ein Stipendiat des Fördervereins der Musikschule Lenneal. Zum Abschluss des Konzertes spielten neun vormalige Stipendiaten. Sie zeigten, was alles erreicht werden kann, wenn sich Fleiß und Talent paaren.

Talent hatten alle, die in den zwei Stunden zuvor auftraten. Einige waren vor ihrem Einsatz sichtlich freudig erregt, andere waren angesichts ihres Lampenfiebers den Tränen mehr als nahe.

Bürgermeisterin Silvia Voßloh konnte das nachvollziehen, lernte sie doch einst selbst das Spielen der Altflöte in der heimischen Musikschule. Und sie wusste: „Einige Lieder flogen mir zu. Andere Passagen wollten mir manchmal einfach nicht gelingen.“

Diese Mühen hatten die meisten Vortragenden bei ihren momentanen Übungsstücken bereits überwunden. Nur selten verspielte sich jemand bei seinem Vorspiel – ob es nun die Erwachsenenklasse war, die gerade auftrat, oder die wohl Kleinste des Nachmittags, Maren Stork, die sich sogar an das „Menuett für Cello“ von Johann Sebastian Bach herantraute. Und auch sie bewältigte die Herausforderung.

Kampf mit Störgeräuschen

Gitarrist Michael Pirsch und Sofia Rebrik – ebenfalls an den sechs Saiten – kämpften mit Störgeräuschen. Bei beiden krachte ein Instrument eines ihrer Mitstreiter polternd zu Boden. Jedoch ließen sie sich nicht beirren und spielten ihr Stück fehlerfrei weiter, was gerade bei Rebrik imposant war, da sie mit „Prelude 1“ von Heitor Villa-Lobos eine Jazz-Komposition mit Bravour darbot.

Förderpreiskonzert der Musikschule Lennetal in Werdohl

Sarah Stahlberg spielte auf der Violine das „Minuetto“ von Simon Le Duc. Dabei nutzte sie einen nach außen gebogenen Barockbogen, der eigentlich seit gut 200 Jahren nicht mehr „in“ ist, wie ihr Lehrer Sebastian Hoffmann verriet. Aber das Stück klinge damit einfach besser, als mit einem nach innen gebogenen Holzstab, ergänzte er.

Schnell gelernt

Staunende Gesichter im Publikum erzeugte Karay Klenner. Sie spielte „Gavotte“ von Francois J. Gossec. Ihr mehrminütiger Auftritt war deshalb so beeindruckend, weil die junge Musikerin ihr Instrument vor gerade einmal zehn Wochen erstmals zur Hand nahm.

Folgende weitere Musikschüler traten auf: An der Violine waren Josefine Dely, Christina Fischer, Amelie Gluth, Elin Grote, Fiona Kühnl, Adelina Malms, Angelina Pingel, Julia Schreiber und Esat Aydin zu hören. Zur Baglama, einer türkischen Laute, griff Emman Janßen. Die Gitarre beherrschten Nele Muth, Alexej Kuzmanka und Michael Pirsch.

Spät berufen

Dem Cello entlockten Jule Bahrstadt, Jule Grefe, Sophie Krach und Hannah Uhr herrliche Töne. Aus dem Erwachsenen-Kursus präsentierten sich an der Violine Christa Hoffmann, Renate Koglin, Julia und Ulrike Krach.

Die Viola spielte Martina Murschewski. Ingeborg Müller griff zum Cello. Die ehemaligen Stipendiaten Sarah Hohmann, Svenia Hollstein, Eva Lotz, Adelina Malms, Cara Stemski, Chiara Wortmann (alle: Violine), Metehan Ugurlu (Viola), Anna Lotz und Maya Hendel (beide Cello) verzauberten das Publikum zum Schluss vollends. Die geforderte Zugabe gaben sie aber nicht. Musiklehrer Sebastian Hoffmann flunkerte: „Wir können nur dieses eine Stück spielen.“

An der Ausbildung all dieser Musiker waren neben Hoffmann folgende Lehrer beteiligt: Dagmara Daniel, Svetlana Dolgalova, Isabelle Pischel, Dmytro Dolgalov sowie Christoph Pithan.

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