Integration der Flüchtlinge bleibt große Aufgabe

+
223 Flüchtlinge leben derzeit in Werdohl. Dieses Foto entstand im Sommer 2016, als Flüchtlinge aus Werdohl mit Bussen zu einer Anhörung nach Bochum gefahren wurden.

Werdohl - „Die Wohnsituation der Flüchtlinge kann inzwischen in allen Bereichen als entspannt angesehen werden“, schreibt Bodo Schmidt, Leiter des Fachbereichs Soziales im Rathaus, in einer Vorlage für den Sozialausschuss. Auch finanziell bestehe derzeit kein Anlass zur Sorge. Die Integration der Flüchtlinge bleibe allerdings weiterhin eine große Aufgabe.

Der Sozialausschuss der Stadt wird sich in seiner Sitzung am Dienstag, 25. April, mit der Situation der Flüchtlinge in Werdohl befassen. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge, die finanzielle Hilfen der Stadt erhalten, habe sich in den vergangenen anderthalb Jahren deutlich reduziert, teilt Schmidt den Politikern bereits vorab mit. Gründe dafür seien beispielsweise, dass Asylanträge erfolgreich gewesen seien und die Flüchtlinge deshalb nicht mehr durch die Stadt unterstützt werden müssen, aber auch durch freiwillige Rückkehren oder zwangsweise Rückführungen.

Und nicht zuletzt seien Werdohl zuletzt keine Flüchtlinge mehr neu zugewiesen worden. Seit dem 1. Dezember vergangenen Jahren sind keine neuen Flüchtlinge mehr gekommen, Werdohl hat derzeit seine Aufnahmeverpflichtung zu 92,5 Prozent erfüllt. Das entspricht laut Schmidt noch einem Aufnahmesoll von 19 Menschen, der Fachbereichsleiter weist aber darauf hin, dass die Berechnung dieser Quote starken Schwankungen unterworfen ist.

Übergangsheime und Wohnungen

Untergebracht hat die Stadt Werdohl die derzeit 223 Flüchtlinge in den Übergangsheimen in der Osmecke, Im Winkel und am Grasacker. Für Familien und ausgewählte Einzelpersonen seien aber auch Wohnungen im Stadtgebiet angemietet worden. „Mit der Betreuung des angemieteten Wohnungsbestandes wird erheblicher Personalaufwand gebunden“, weist Schmidt darauf hin, dass diese Unterbringungsform mit viel Arbeit für die Verwaltung verbunden ist.

Soziale Betreuung wichtig

Auch die persönliche Betreuung der Flüchtlinge bei der Eingliederung in die Gesellschaft ist offenbar eine fordernde Aufgabe. „Das dauerhafte Eingewöhnen in das jeweilige Wohnumfeld, die Begleitung und persönliche Betreuung bei anstehenden Integrationsmaßnahmen der Arbeitsverwaltung und bei der Arbeitsplatzsuche, die Unterstützung der Familien zu Fragen der Kinderbetreuung und zum Kita- und Schulbesuch, Begleitungs- und Übersetzungsaufgaben bei ernsthaften Krankheitsbildern und anderes mehr, werden die soziale Betreuung in annähernd bestehendem Umfang auch mittelfristig noch erforderlich machen“, glaubt Schmidt.

Bufdi-Stellen nicht wiederbesetzen

Dennoch wolle die Stadt darauf verzichten, die beiden im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes besetzten sozialen Betreuungsstellen zu verlängern. Sie laufen Ende April und Ende Mai aus. Schmidt spricht der Werdohler Bevölkerung übrigens ein großes Lob aus: Sie habe „bisher in vielen Bereichen durch persönliches Engagement und mit vielen Sachspenden dazu beigetragen, dass die Aufnahme von Flüchtlingen in Werdohl ohne nennenswerte Komplikationen organisiert werden konnte“. Hin und wieder auftretende Probleme im Miteinander der unterschiedlichen Kulturen könnte durch intensive Begleitung ausgeräumt werden, ist Schmidt zuversichtlich.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare