Ausbildungsplätze für Flüchtlinge

In Werdohl drei Berater an einem Tisch

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Rafa Al Jaddouh, Andreas Lang und Katharina Bodenstein (von links) berieten die Flüchtlinge gemeinsam, um ihnen so den bestmöglichen Weg aufzeigen zu können. Lothar Jeßegus (rechts) hatte den gemeinsamen Beratungstag organisiert.

Werdohl - „Wenn alle Fachleute an einem Tisch sitzen und gemeinsam beraten, finden sie eventuell andere und sinnvollere Wege als die, die sie bei einer Einzelberatung vorgeschlagen hätten“, stellt Lothar Jeßegus fest. Der Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi) der Stadt Werdohl und Leiter der Flüchtlingshilfe hatte ausbildungswillige Flüchtlinge zu einem Beratungstag eingeladen.

Im ehemaligen Kindergarten am Kirchenpfad warteten gestern die Willkommenslotsen Andreas Lang vom Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft MK und Katharina Bodenstein von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer auf die Interessierten. Dritte im Bunde war Rafa Al Jaddouh; sie ist bei der Arbeiterwohlfahrt im Unterbezirk Hagen/Märkischer Kreis für die soziale Beratung von Flüchtlingen zuständig.

Gemeinsam mit Jeßegus und Michael Tauscher, dem Flüchtlingsbeauftragten der Stadt Werdohl, informierten sich die Berater zunächst über die bisherige Schul- und Berufslaufbahn, die Deutschkenntnisse und die Interessen der Flüchtlinge, die in ihrer neuen Heimat gerne ins Berufsleben starten würden. „Es gilt vieles zu berücksichtigen, wenn wir die richtigen Empfehlungen aussprechen wollen“, erklärte Andreas Lang.

Auch er lobte die Idee des gemeinsamen Beratungstages. Die Bereitschaft, einen Flüchtling auszubilden, sei bei vielen Arbeitgebern sehr hoch, sagte Lang. Allerdings hätten viele keine Zeit, sich um alle Anträge und weitere Details zu kümmern. „Das können wir, die Willkommenslotsen, übernehmen“, erklärte er, und unterstrich, dass die Lotsen den Arbeitgebern auch während und nach der Ausbildung gerne zur Seite stünden.

Die Integration in die Arbeitswelt sei inzwischen das wichtigste Betätigungsfeld für die Werdohler Flüchtlingshilfe, berichtete Lothar Jeßegus. „Die Aufgabenstellung für uns hat sich seit dem Jahr 2014 stark verändert.“ Die Flüchtlingshilfe bemühe sich nicht nur um Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze, sondern stehe den Männern und Frauen auch darüber hinaus zur Seite. „Einige haben jetzt eine Ausbildung begonnen und die ersten Probleme tauchen auf“, erzählte der Bufdi. Er nannte ein Beispiel: „In der Berufsschule werden teilweise Fachbegriffe verwendet, die die Flüchtlinge trotz guter Deutschkenntnisse noch nicht verstehen. Bisher gibt es noch keine Hilfsmöglichkeit in solchen Fällen. Deshalb sei auch bei den Helfern nach wie vor ein hohes Maß an Flexibilität notwendig, um den Integrationsprozess erfolgreich vorantreiben zu können.

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