Frühlingsfest bei der Flüchtlingshilfe

„Aus den Kinderschuhen raus“

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Lothar Jeßegus (stehend) begrüßte die Teilnehmer des Frühlingsfestes der Werdohler Flüchtlingshilfe.

Werdohl - „Die ehrenamtlichen Teams sehen sie oft untereinander gar nicht“, sagt Lothar Jeßegus, Koordinator der Werdohler Flüchtlingshilfe. „Da ist solch ein Anlass einmal eine willkommene Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Und das auch, wenn beim Frühlingsfest der Flüchtlingshilfe am Samstag bei den rund 90 Gästen kaum frühlingshafte Gefühle aufkamen – angesichts von Schnee und kaltem Wind. Gefeiert wurde am und im ehemaligen Kindergarten am Kirchpfad.

Jeßegus blickt drei Jahre zurück. Damals galt es, erste Schritte zu gehen mit den Neubürgern. Vielfach hieß das erst einmal, Deutsch mit ihnen zu pauken. Heute sind die Probleme andere. „Die meisten sind aus den Kinderschuhen raus.“ Mittlerweile geht es um den Abschluss eines Mietvertrages, um die erste Steuererklärung, oder um die Abzocke beim Handy-Vertrag.

Bei aller zermürmbenden Routine gibt es aber auch „bemerkenswerte Geschichten“, hebt Jeßegus hervor. So etwa die des Mittzwanzigers aus Afghanistan. „Er hat in der Fahrradwerkstatt mitgeholfen, sein Deutsch war aber auf einem unteren Niveau“, schildert Jeßegus. „Er suchte eine Ausbildung, aber das war schwierig mit den Sprachproblemen.“ Schließlich fand sich ein Tischler in Lüdenscheid. Dort machte der junge Mann vormittags ein Praktikum. Nachmittags saß er über Grammatik und Vokabeln. „Er ist fleißig, fähig, respektvoll und geschickt“, lobt Jeßegus seinen Schützling. Und in der Tat: „Mittlerweile können Sie sich gut mit ihm unterhalten. Und deshalb fängt er bald mit seiner Ausbilung bei eben diesem Tischler an.“

Die Werdohler Flüchtlingshilfe braucht noch tatkräftige Helfer für die Möbelbörse, die anpacken und tragen können. Interessierte melden sich bei Monika Eckardt, Tel. 01 51 / 65 10 44 60.

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