Werdohler Flüchtlingshilfe bringt junge Männer in Ausbildung

+
Michael Tauscher (links) von der hauptamtlichen und Lothar Jeßegus (rechts) von der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Werdohl mit den vier „Vorzeigeleuten“, die einen Ausbildungsplatz bekommen haben: Ali Hoseinzadeh (21) aus Afghanistan ist bei Filtertechnik Nodes in Werdohl, Hassan Najafgholizadeh (27) aus dem Iran wird Sanitär- und Heizungstechniker in Lüdenscheid, Mohammad Bagri (32) aus dem Iran wird Tischler in Werdohl und Samir Shaberi (27) aus Afghanistan wird Lackierer in Iserlohn.

Werdohl - Vier junge Männer aus Werdohl, die aus dem Iran und aus Afghanistan stammen, beginnen in diesen Tagen eine handwerkliche Ausbildung. Michael Tauscher und Lothar Jeßegus von der Flüchtlingshilfe sind stolz darauf, diese Erfolge vorweisen zu können. Für weitere 17 junge Flüchtlinge suchen sie Ausbildungsplätze, auch schon für das kommende Jahr 2018.

Dazu haben Tauscher und Jeßegus zwei Termine arrangiert. Am 7. September geht es im evangelischen Gemeindehaus Freiheitstraße um das große Thema „Integration in Werdohl“. Unter der Koordination des Märkischen Kreises kommen ab 14 Uhr rund 30 Akteure zu Arbeitsgesprächen zusammen.In erster Linie gehe es dabei um Vernetzung der vielfältigen Bemühungen von Behörden und Institutionen, die gemeinsame Arbeit besser in Einklang zu bringen.

Für den 13. September haben sich Tauscher und Jeßegus ein großes Ziel gesetzt. Sie wollen alle derzeit 17 ausbildungswilligen Werdohler Flüchtlinge zu einem Beratungstag mit der SIHK, der Handwerkskammer, der Awo und der Stadt Werdohl zusammenbringen.

Lange unsichere Rechtslage 

Jeßegus ist Leiter der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe Werdohl und damit etwas länger im Thema als Michael Tauscher. Der kam als ehemaliger Stadtjugendpfleger vor gut 18 Monaten zur hauptamtlichen Flüchtlingshilfe. Am Anfang galt es nur, den jede Woche 20 Neuankömmlingen ein Dach über dem Kopf zuzuweisen. Das war Stress für die Ehrenamtlichen und das damals noch kleine Team aus dem Sozialamt.

Mit den Kräften um Tauscher wurde es besser, bis vor einem Jahr die größte Not gelindert war. Seitdem geht die Arbeit in Richtung Integration der Menschen in Arbeit und eben auch Ausbildung, Weiterbildung und Sprachunterricht. Lange Zeit war nicht klar, ob Flüchtlinge überhaupt eine Ausbildung machen dürfen. Manche Behörden waren von den neuesten Vorschriften nicht immer informiert, zu viel lief aufwändig nebeneinander her.

"Nebeneinander muss aufhören"

Dann kam der Erlass zur Duldung von Flüchtlingen in Ausbildung. Damit gab es zumindest in dieser Hinsicht Sicherheit. Jeßegus: „Die fünfjährige Ausbildungsduldung ist ein Segen.“ So nach und nach verbesserte sich die Zusammenarbeit. Vernetzung ist das Stichwort, alle sollen auf demselben Stand sein.

Die Flüchtlingshilfe arbeitet seitdem besser zusammen mit dem Märkischen Kreis, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und der Awo. Wichtige Arbeit leisteten die Integrationslotsen von SIHK und Handwerkskammer. Jeßegus: „Das Nebeneinander muss aufhören.“

Kein Mehraufwand für Arbeitgeber

Hassan, Ali, Samir und Mohammad haben es geschafft. Sie alle haben einen Ausbildungsplatz in einem Handwerksbetrieb gefunden. Dabei haben Tauscher und Jeßegus die Erfahrung gemacht, dass es den Unternehmern so leicht wie möglich gemacht werden muss, einen Flüchtling als Azubi einzustellen. Tauscher: „Die meisten Arbeitgeber wissen gar nicht, wie das funktionieren kann. Dabei helfen wir und die Behörden.“

Der Arbeitgeber soll nicht viel Mehraufwand betreiben müssen. Es gebe berufsvorbereitende Maßnahmen und Sprachkurse, damit die jungen Leute fit sind für eine anspruchsvolle Ausbildung.

Die vier bedanken sich sehr für ihre Chancen. Einer sagt: „Ohne Hilfe hätte ich nichts erreicht.“ Wer einen Auszubildenden sucht, kann sich direkt an Michael Tauscher, Tel. 02392/927383, oder Lothar Jeßegus, Tel. 02392/70162, wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare