Flüchtlinge: „Patenschaften können bereichern“

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Im Übergangswohnheim Im Winkel leben viele Flüchtlinge, die von einer Patenschaft profitieren würden. Tauscher und Schmidt freuen sich über ehrenamtliche Interessenten und bieten ihnen vorab bei Bedarf eine Beratung an.

Werdohl - „Von Patenschaften profitieren nicht nur die Flüchtlinge, auch für uns sind sie sehr hilfreich“, sagt Fachbereichsleiter Bodo Schmidt. Flüchtlingsbeauftragter Michael Tauscher freut sich über ehrenamtliche Mitstreiter, die sich um eine Einzelperson oder eine Familie kümmern wollen. „Allerdings muss Interessierten klar sein, worauf sie sich einlassen.“

Zum einen sei das Engagement als Pate mitunter sehr zeitintensiv. „Wenn die Menschen merken, dass sie Hilfe bekommen, nehmen sie diese auch gerne an“, stellt Bodo Schmidt fest. Es komme dann durchaus vor, dass die Flüchtlinge gleich mehrere Anliegen hätten.

Mitunter kontaktierten sie ihre Paten auch abends. Schmidt rät: „Man muss von vornherein ganz klare Absprachen treffen, was den zeitlichen Rahmen angeht.“

Noch bedeutsamer sei aber der menschliche Aspekt. „Man muss bedenken, dass man mit den einzelnen Personen oder den Familien in Beziehung tritt. Entweder man baut die Patenbeziehung also auf rein sachlicher Ebene auf oder man investiert Gefühle“, stellt Tauscher fest. Letzteres sei nicht immer ganz leicht – wenn es beispielsweise dazu komme, dass die betreute Person das Land verlassen müsse.

Andererseits könne eine solche Patenschaft das eigene Leben deutlich bereichern. „Deshalb bieten wir allen, die an einer Patenschaft interessiert sind, Beratung an. Auch die Flüchtlingshilfe hilft diesbezüglich gerne weiter“, stellt Michael Tauscher fest.

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Flüchtlingsbeauftragten soll zukünftig die Betreuung der Menschen werden, die auf Dauer bleiben dürfen. Hier gelte es, viele Hürden zu überwinden, obwohl möglichst vorausschauend geplant werde. „Wir bringen Familien nur in Wohnungen unter. Wenn dann klar ist, dass die Menschen bleiben dürfen, müssen trotzdem Gespräche mit dem Vermieter geführt werden. Er muss bereit sein, das Mietverhältnis auf Dauer fortzusetzen“, beschreibt Bodo Schmidt.

Die Eingliederung in die Arbeitswelt sei natürlich ebenfalls wichtig. „Wir werden jetzt Gespräche mit dem Jobcenter führen“, kündigt der Fachbereichsleiter an. Dabei solle es speziell um junge Menschen gehen, die Bleiberecht haben.

 „Es sind auch Facharbeiter zu uns gekommen, aber viele Flüchtlinge sind ungelernt“, stellt Schmidt fest. Hier gebe es für die Fachleute des Jobcenters einiges zu tun. „Wir müssen sehen, dass diese Menschen möglichst schnell vom Jobcenter betreut werden, denn dort sitzen die Fachleute“, sagt der Fachbereichsleiter.

Ein Thema, mit dem sich Michael Tauscher häufig beschäftigt, ist die Familienzusammenführung. Ziel sei es, Familien, die während der Flucht getrennt wurden und sich an verschiedenen Orten im Land aufhalten, möglichst schnell zu vereinen. Unkompliziert sei das nicht immer. „Dabei gilt es auch eine Menge zu bedenken“, erklärt Schmidt.

So müsse nicht nur geklärt werden, an welchem Ort gerade Wohnraum zur Verfügung stehe. „Gehen die Kinder beispielsweise schon in die Schule, bemühen wir uns, sie dort nicht herauszureißen“, sagt Schmidt. Dennoch sei dieser Bereich mit viel Bürokratie verbunden. „Wir müssen mit anderen Städten und Kreisen in Kontakt treten und offizielle Anschreiben versenden“, beschreibt Tauscher.

Schmidt weist auf den finanziellen Aspekt hin, den die Kommunen im Auge behalten müssten, und ergänzt: „Wir können nichts entscheiden, sondern sind nur Vermittler.“

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