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Fitness-Studios: Freiwillig in den Lockdown

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Von: Carla Witt

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Axel Weber
Studio-Betreiber Axel Weber geht in den freiwilligen Lockdown. Er ist überzeugt, dass der Großteil seiner Mitglieder den zusätzlichen Testaufwand scheut. © Wiemer

Als einen „freiwilligen Lockdown“ bezeichnet Axel Weber, Inhaber der Studios Fitness AG in Ütterlingsen und Fit und Gesund an der Inselstraße die vorübergehende Schließung:

Seit dem Inkrafttreten der neuen Coronaschutzverordnung am Dienstag, 28. Dezember, müssen alle Mitglieder, die im Studio trainieren wollen, zusätzlich zur Immunisierungsbescheinigung jeweils einen negativen Coronatest-Nachweis vorlegen, die nicht älter als 24 Stunden sein darf. „Das ist eine katastrophale Situation und deshalb habe ich mich zu diesem Schritt entschieden.“

Interpretationshilfe vom Ministerium

Nach einem Gespräch mit Werdohls Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel war Weber am Montag zunächst davon ausgegangen, auf die 2Gplus-Regel verzichten zu können – unter der Voraussetzung, dass Gäste auch während des Trainings eine medizinische oder eine FFP2-Maske tragen und keine Gruppenangebote stattfinden würden. Auch das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises konnte diese Interpretation der Werdohler Ordnungsamtsleiterin nachvollziehen. Doch auf Anfrage teilte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (Mags) dem Kreis dann am Dienstag in einer E-Mail mit, dass die Verordnung wohl anders zu verstehen sei. Auch die Redaktion hatte sich per Mail mit der Bitte um eine Stellungnahme ans Ministerium gewandt. Ein Mags-Sprecher bat die Redaktion dann am Dienstagabend telefonisch um Geduld: Es gebe so viele Anfragen mit teils erheblichem Klärungsbedarf, dass man mit der Beantwortung einfach nicht hinterherkomme.

Bis mindestens 12. Januar geschlossen

„Ich werde ab Mittwoch nicht mehr öffnen“, kündigte Axel Weber an, nachdem er durch das Ordnungsamt informiert worden war, dass die 2Gplus-Regel nun doch auch für die Fitness AG in Ütterlingsen und Fit und Gesund by Fitness AG an der Bahnhofstraße Gültigkeit hat. Mindestens bis zum 12. Januar des kommenden Jahres, so lange gilt die neueste Coronaschutz-Verordnung, sollen die Studios geschlossen bleiben. Allerdings rechnet der Werdohler damit, den freiwilligen Lockdown auch darüber hinaus noch länger fortsetzen zu müssen. „Die Vollzeitkraft wird in Kurzarbeit gehen, die 450-Euro-Kräfte muss ich nach Hause schicken.“

Seine Gäste hat Weber bereits informiert. Im sozialen Netzwerk schreibt er mit Blick auf die 2Gplus-Regel: „Diesen zusätzlichen Aufwand werden die meisten Mitglieder wohl nicht akzeptieren, da nur ein tagesaktueller Test eines behördlichen Testzentrums gilt und dadurch auch noch erhebliche Wartezeiten entstehen.“ Die Kunden vor dem Eintritt ins Studio selbst zu testen, sei leider nicht erlaubt. „Ansonsten hätten wir wohl auch darüber nachgedacht“, sagte er im Gespräch mit der Redaktion.

Beiträge werden nicht eingezogen

Deshalb habe er sich zur Schließung und dazu entschieden, zu Beginn des neuen Jahres keine Beiträge einzuziehen. „Wir stoppen die Bankeinzüge für den Monat Januar 2022 und schließen vorerst den regulären Betrieb in beiden Studios“, teilt Axel Weber mit.

Angebot für Kunden, die sich testen lassen wollen

Er bedauere diesen Schritt – ganz besonders mit Blick auf die Mitglieder „die trotz der Corona-Einschränkungen jetzt wieder die Kurve gekriegt haben und regelmäßig zum Training kommen“. Diese Kunden wolle er keinesfalls ausbremsen, sagt Weber im Gespräch mit der Redaktion. Dementsprechend schreibt er in den sozialen Medien: „Für die Mitglieder, die sich die Mühe machen und sich trotzdem testen lassen, werden wir ab dem 3. Januar 2022 ausreichend gratis Sonderöffnungszeiten in der Fitness AG in Ütterlingsen anbieten.“

Abschießend erklärte der Betreiber der Studios. „Es tut uns sehr leid, dass wir solche Schritte ergreifen müssen und bitten daher um Verständnis.“

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