Unterschiedliche Herangehensweisen

Feuerwerksverbot? Werdohler Händler hat schon im Sommer geordert

Im Hagebaumarkt in Neuenrade wird 2020 kein Feuerwerk verkauft – egal was Bund und Länder am Mittwoch entscheiden.
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Im Hagebaumarkt in Neuenrade wird 2020 kein Feuerwerk verkauft – egal was Bund und Länder am Mittwoch entscheiden.

Wird der Start ins neue Jahr einer ohne Raketen und Böller? Ein Feuerwerksverbot könnte eine der Maßnahmen sein, die Bund und Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie am Mittwoch treffen, wenn Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentin die nächste Videokonferenz abhalten.

In Werdohl und Neuenrade wird das Thema – auch ohne Verbot – schon länger diskutiert.

„Wir haben im vergangenen Jahr eine Grundsatzentscheidung getroffen. Dabei bleiben wir“, unterstreicht Jens Hilgert, dass im Hagebaumarkt Arens & Hilgert in Neuenrade weder Böller noch Raketen verkauft werden. Nur Luftschlangen, Wunderkerzen und harmlose Partykracher sind noch im Sortiment zu finden. Warum sich das Unternehmen das Geschäft mit den Feuerwerkskörpern freiwillig entgehen lässt, erklärt der geschäftsführender Gesellschafter. „Wir haben in unserem Haus ja auch eine Zooabteilung. Darüber sind wir mit Hundebesitzern ins Gespräch gekommen und haben auch über das Thema Silvester gesprochen“, berichtet Hilgert.

In Neuenrade denkt man an den Umweltschutz

Nicht nur für Hunde, sondern auch für viele andere Vierbeiner sei die Knallerei zum Jahreswechsel mit großer Angst verbunden. Hinzu komme, dass man im Hagebaumarkt auch etwas für den Umweltschutz tun wolle. „Sollte Feuerwerk angesichts der Corona-Pandemie jetzt verboten werden, würde sich für uns also nichts ändern“, stellt Jens Hilgert fest.

Anders sieht das im Edeka-Center Tank in Werdohl aus. Feuerwerksartikel seien bereits im Sommer geordert worden, auf den Kosten bleibe man aber nicht sitzen, falls ein Verbot beschlossen würde. „Wir haben 100 Prozent Rückgaberecht“, erklärt Inhaber Heiko Tank. Dürften weder Knaller noch Raketen verkauft werden, müsse man auf diesen Umsatz verzichten. „Allerdings will ich mich nicht beklagen. Anderen, die ihre Arbeit schon seit Monaten nicht mehr richtig ausüben können, geht es deutlich schlechter.“

Ordnungsamt wartet auf die Entscheidungen am Mittwoch

Im Werdohler Ordnungsamt habe man sich noch keine Gedanken zum Thema Feuerwerk gemacht, berichtet Andrea Mentzel auf Anfrage. „Wir warten ab, was am Mittwoch beschlossen wird“, verweist sie auf die nächste Konferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzelrein Angela Merkel. Anschließend werde sich der „Stab für außergewöhnliche Ereignisse“, kurz SAE, mit den neuen Anordnungen befassen und überlegen, wie diese am besten umgesetzt werden könnten.

Dieses Vorgehen hält auch Sabine Rogoli, die Chefin des Neuenrader Ordnungsamtes, für sinnvoll. „Wir warten hier im Rathaus ab, was auf uns zu kommt.“ Im Großen und Ganzen halte sich der Großteil der Neuenrader an die bestehenden Corona-Regeln, berichtet Rogoli. Lediglich jüngere Leute hätten hin und wieder Probleme damit, dass sie sich nicht in größeren Gruppen treffen dürften. Allerdings befürchtet die Leiterin des Ordnungsamtes, dass die Akzeptanz für die Maßnahmen in der Bevölkerung im Laufe der Zeit sinken könnte. „Und dass der Teil-Lockdown verlängert wird, ist ziemlich sicher.“

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