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Böllern nach drei Jahren Pause: Verkaufsstart eher schleppend

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Von: Volker Griese

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Hinter Bergen von Silvesterraketen und Böllern sind Robin Kostusiak und Birgit Korczyk in diesen Tagen die Ansprechpartner für Kunden, die im Edeka-Center Tank pyrotechnische Gegenstände für Vergnügungszwecke kaufen wollen, wie Silvesterfeuerwerk offiziell bezeichnet wird.
Hinter Bergen von Silvesterraketen und Böllern sind Robin Kostusiak und Birgit Korczyk in diesen Tagen die Ansprechpartner für Kunden, die im Edeka-Center Tank pyrotechnische Gegenstände für Vergnügungszwecke kaufen wollen, wie Silvesterfeuerwerk offiziell bezeichnet wird. © Griese

Erstmals nach drei Jahren dürfen zum Jahreswechsel wieder Böller explodieren und Raketen fliegen. Im Edeka-Center Tank ist der Verkauf von pyrotechnischen Gegenständen für Vergnügungszwecke, wie das Silvesterfeuerwerk im Amtsdeutsch heißt, aber schleppend angelaufen.

Werdohl – In den beiden vergangenen Jahren war der Verkauf von Feuerwerk in Deutschland verboten, damit die aufgrund der Coronapandemie ohnehin vollen Krankenhäuser nicht zusätzlich mit Verletzungen durch Böller belastet wurden. Weil derzeit viele Kliniken wegen der Welle von Atemwegserkrankungen am Limit arbeiten, haben Ärztevertreter jetzt dazu aufgerufen, auf das Böllern an Silvester noch einmal zu verzichten oder sich zumindest zurückzuhalten. Der Verkauf ist allerdings wieder erlaubt.

Und bei Edeka Tank haben sich auch die ersten Kunden schon am Donnerstag, dem ersten Verkaufstag, mit pyrotechnischen Artikeln eingedeckt. Dass die Feuerwerkliebhaber nach zwei Jahreswechseln ohne Böller und Raketen Nachholbedarf hätten, sei allerdings nicht festzustellen, sagte Inhaber Heiko Tank. Der Hauptverkaufstag für Silvesterfeuerwerk sei allerdings auch der 30. Dezember.

Bei Art und Menge des Einkaufs von Feuerwerksartikeln stütze er sich auf Erfahrungswerte und die Vorschläge der Hersteller, erklärte Heiko Tank. Auch die Edeka-Gruppe gebe ihren Händlern vor Ort Entscheidungshilfen an die Hand. Einen besonderen Trend habe er für dieses Jahr nicht ausmachen können, sagte Tank auf Nachfrage. In den Regalen und auf den Tischen voller Raketen, Fontänen, Vulkane, Chinaböller, Knallfrösche und Kanonenschläge finden sich allerdings auch einige, die von den Herstellern als „nachhaltig“ angepriesen werden. Es handelt sich dabei um Raketen, deren Spitzkappen aus Pappe anstatt aus Plastik hergestellt worden sind. Aber auch mit Plastikteilen versehene unverbrauchte Ware aus Vorjahren geht natürlich noch über den Ladentisch.

Heiko Tank selbst hat für Feuerwerk nur bedingt etwas übrig. Was nur Lärm mache, brauche er nicht, sagt der Edeka-Händler. Feuerwerk fürs Auge, also vor allem bunte Leuchtraketen, sei ihm lieber. Seinen Kunden legt er ein 27-teiliges Sortiment für knapp 20 Euro ans Herz. „Da ist von allem etwas dabei“, begründet er. Tanks Mitarbeiter Robin Kostusiak greift in die etwas höhere Preiskategorie: Sein Favorit ist ein Sortiment mit 270 Teilen für knapp 30 Euro.

Doch es geht auch viel preisgünstiger, dafür allerdings auch weniger spektakulär. Ein Sortiment zum Wachsgießen, einem Orakel-Brauchtum für die Silvesternacht, Tischfeuerwerk und Wunderkerzen gibt es schon für wenige Euro. Solche Party-Artikel bietet in Werdohl zum Beispiel auch das Einzelhandelsunternehmen Woolworth an.

Und was passiert mit dem Feuerwerk, das bei Ladenschluss am 31. Dezember keinen Abnehmer gefunden hat? „Wir verkaufen das alles auf Kommission, die Reste gehen zurück an die Hersteller“, erklärt Heiko Tank.

Groß ist die Auswahl auch bei den Discountern am Ort: Bei Aldi beispielsweise gibt’s Feuerwerke ab 2,49 Euro, dazu verschiedene Sets, Wunderkerzen und mehr. Die preisliche Spitze ist hier mit einem 50 Euro teuren 152-Schuss-Systemfeuerwerk erreicht, das immerhin für 130 Sekunden für Programm sorgen soll.

Mit Auskünften zu konkreten Aktionen und Verkaufsmengen sind Aldi und Co. traditionell sehr verschlossen, „aus Wettbewerbsgründen“, wie es aus der Essener Aldi-Zentrale heißt. „Aldi Nord richtet sein Angebot grundsätzlich nach den Wünschen und Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden aus“, versichert die Kommunikationsabteilung und verbreitet darüber hinaus die wenig überraschende Erkenntnis, „dass das Interesse an Feuerwerk zu Silvester sehr groß ist“. Auch die Frage, ob der Discounter davon ausgehe, dass die Nachfrage in diesem Jahr höher ist und deswegen entsprechend mehr Ware bestellt hat, ließ Aldi unbeantwortet. Ähnlich äußerte sich auch Lidl und bat um „Verständnis, dass wir [...] keine detaillierten Angaben zum Kaufverhalten unserer Kunden sowie zu Verkaufsmengen machen“.

In Iserlohn haben schon vor dem Silvestertag Jugendliche eine Seniorin mit einem Böller beworfen.

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