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Feuerwehrgerätehaus: Stadt Werdohl muss umplanen

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Von: Volker Griese

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Die Löschgruppe Brüninghaus ist im Gerätehaus im Ohl dermaßen schlecht untergebracht, dass sie zunächst in Container und dann so schnell wie möglich in ein neues Gerätehaus ziehen soll.
Die Löschgruppe Brüninghaus ist im Gerätehaus im Ohl dermaßen schlecht untergebracht, dass sie zunächst in Container und dann so schnell wie möglich in ein neues Gerätehaus ziehen soll. © Griese, Volker

 In ihre Freiwillige Feuerwehr wird die Stadt Werdohl in den nächsten Jahren viel Geld investieren müssen. Vor allem die Feuerwehrgerätehäuser dürften große Summen verschlingen. Einige dieser Investitionen sind schon ziemlich konkret, bei anderen sind die Pläne noch vage. Und an einer Stelle musste die Stadt ihre Pläne gerade erst wieder über den Haufen werfen.

Werdohl ‒ Absoluten Vorrang genießt derzeit der Neubau eines Gerätehauses für den Löschzug Stadtmitte. Dass dessen derzeitiges Domizil an der Neustadtstraße mittlerweile viel zu klein ist, ist seit Jahren bekannt. In der Ära von Bürgermeisterin Silvia Voßloh war die Planung eines Neubaus aber nicht so richtig vorangekommen. Fahrt aufgenommen hat das Projekt aber, seitdem Andreas Späinghaus die Geschicke im Rathaus leitet.

Mittlerweile sind die ersten Ausschreibungen für die Planung des Gerätehauses Stadtmitte, das auf einem städtischen Grundstück am Grasacker entstehen soll, gelaufen: Die Hamburger Architekten Professor Klaus Sill und Assoziierte GmbH, die deutschlandweit öffentliche Gebäude planen, sollen auch den Plan für den Neubau für die Werdohler Feuerwehr erstellen. In Kürze soll eine weitere Fachplanungsleistung ausgeschrieben werden: die technische Gebäudeausrüstung. Dazu zählen unter anderem die Heizung und die Versorgung mit Strom, Wasser und gegebenenfalls Gas, die Abwasserbeseitigung, die Herstellung von Kommunikations- und Datenverbindungen.

Der früher einmal angepeilte Baubeginn im Frühjahr 2023 wird aber höchstwahrscheinlich nicht ganz zu realisieren sein. Bürgermeister Andreas Späinghaus sprach in dieser Woche davon, dass der Abriss der noch auf dem Grundstück vorhandenen Gebäude wohl im Frühjahr erfolgen könne. Erst daran kann sich der Beginn der eigentlichen Bauarbeiten anschließen.

Das Grundstück am Grasacker hat übrigens einen entscheidenden Nachteil, den die Stadt allerdings in Kauf nimmt, um die Hilfsfristen der Feuerwehr einhalten zu können: Es liegt im Überschwemmungsgebiet der Lenne. Im Falle eines Hochwassers könnte also ausgerechnet das Gerätehaus der Feuerwehr überschwemmt werden, von der sich die Bevölkerung Hilfe erhofft. Verwaltung und Feuerwehr machen sich deshalb bereits jetzt Gedanken darüber, was in einem solchen Fall zu tun wäre. „Wir müssten die Fahrzeuge und Geräte rechtzeitig an einen anderen Standort verlagern“, erklärt Bürgermeister Späinghaus. Infrage käme dann das Gelände der Löschgruppe Brüninghaus.

Für diese Löschgruppe muss die Stadt aber ebenfalls dringend ein neues Gerätehaus bauen. Das derzeitige Dominzil ist offenbar in einem katastrophalen Zustand. Einblicke in die Immobilie wollen weder Stadt noch Feuerwehr geben. Bürgermeister Späinghaus sagt nur so viel: „Das ist nicht mehr tragbar.“ Mit Containern soll nun kurzfristig übergangsweise für Abhilfe gesorgt werden.

Einen Neubau für die Löschgruppe Brüninghaus hatte die Stadt eigentlich auf einem städtischen Grundstück an der Brüninghausstraße geplant, nur etwa 500 Meter vom derzeitigen Standort entfernt. Ein Experte der Kommunalagentur NRW, mit deren Unterstützung die Stadt Werdohl die Planung der Feuerwehrgerätehäuser und auch die Erstellung eines neuen Brandschutzbedarfsplanes angeht, habe davon aber abgeraten, sagte Späinghaus jetzt. Dort seien die Hilfsfristen nicht einzuhalten. „Wir suchen deshalb mit der Löschgruppe Brüninghaus nach einem alternativen Standort für ein Gerätehaus“, führte deer Bürgermeister weiter aus und gab sich gleichzeitig optimistisch: „Wir sind so gut wie am Ziel.“ Details dürfe er jedoch noch nicht nennen.

Einen dritten Neubau wird die Stadt in absehbarer Zeit für die Löschgruppe Kleinhammer errichten müssen. „Die platzen dort auch aus allen Nähten“, sagte der Bürgermeister über die beengten Platzverhältnisse an der Fischerei. Ideen, wie man dies verbessern könnte, gebe es schon, die seien aber noch nicht ausgereift, befand Späinghaus. Irgendwann müsse dann auch noch das Gerätehaus des Löschzugs Eveking erweitert werden. Es ist mit gerade einmal zwölf Jahren zwar das jüngste unter den Gerätehäusern für die Werdohler Feuerwehr, dennoch herrscht auch dort mittlerweile Platzmangel. Dieses Projekt sei derzeit aber nachrangig zu betrachten, sagte Späinghaus.

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