Werdohler Politiker beschließen zwei Neubauten für acht Millionen Euro

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Im alten Feuerwehrgerätehaus ist es zu eng. Der Hauptausschuss beschloss am Rosenmontag einen Neubau für 3,67 Millionen Euro.

Werdohl - Rosenmontag und Elferrat: Die elf Mitglieder des Hauptausschusses witzelten am Montag vor Beginn der Sitzung über deren besondere Umstände. Vor jedem Politiker lag ein mit Karnevalshut verzierter Berliner Ballen – die Stimmung war gut im Ratssaal und in vierzig Minuten hatten die elf Werdohler Stadträte gemeinsam mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh die Grundsatzbeschlüsse für die Investition von knapp acht Millionen Euro hinter sich gebracht.

Der Hauptausschuss beschloss den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses auf dem städtischen Grundstück Grasacker für den Löschzug Stadtmitte und die Löschgruppe Brüninghaus im kommenden Jahr. Die geschätzten Kosten belaufen sich laut Vorlage auf 3,67 Millionen Euro. Der zweite Beschluss war nur mittelbar, schließlich kann der Rat nicht über die Mittel der Stadtwerke GmbH verfügen. Die Mitglieder des Aufsichtsrates der Stadtwerke werden durch den Beschluss vom Montag angewiesen, auf dem Gelände in Ütterlingsen ein neues Hallenbad und ein Blockheizkraftwerk zu errichten.

In der erst am Nachmittag dazu veröffentlichte Vorlage ist die Rede von einem Budget von maximal vier Millionen Euro. Eine inhaltliche Diskussion dazu, wie vielleicht die 3,67 Millionen Euro für das Feuerwehrgerätehaus im städtischen Haushalt dargestellt werden können, gab es nicht. Es fragte niemand danach.

Wortbeiträge vom FDP-Fraktionsvorsitzenden Friedhelm Hermes machten deutlich, dass in nicht öffentlichen Gremien alles vorgestellt und besprochen war. Offensichtlich waren die Alternativen zum Standort des neuen Feuerwehrgerätehauses vorab diskutiert worden. Hermes: „Wir hatten viel Zeit, uns mit Alternativen zu befassen, das brauchen wir heute nicht mehr zu diskutieren.“

Auch beim Vorhaben der Stadtwerke, ein neues Hallenbad in Ütterlingsen zu bauen, waren offenkundig Gespräche mit Vereinen und Schulen geführt worden.

Die SPD kam durch mit einem Antrag, beide Bauvorhaben auch den Bürgern nahezubringen. Der Hauptausschuss stimmte zu, dass die Verwaltung in Einwohnerversammlungen die Pläne vorstellt. SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Jansen: „Da müssen auch finanzielle Aspekte erklärt werden. Alles muss ganz öffentlich diskutiert werden, es soll mit nichts hinter dem Berg gehalten werden.“ Die Bürgermeisterin verwies auf die nächste Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses: „Da können die Bürger auch Fragen stellen.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann sagte, dass nicht der Eindruck entstehen solle, das hier „irgendwas nicht öffentlich besprochen wird“. Alles sei ein „völlig normaler Vorgang“. Auch beim Neubau des Hallenbades gab es nur Wortmeldungen bezüglich der Information der Öffentlichkeit, über das eigentliche Vorhaben wurde kaum ein Wort verloren.

CDU-Ratsherr Christoph Plaßmann sagte als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke, dass keine städtischen Mittel erforderlich seien. Das Hallenbad könne allein aus Erträgen der Stadtwerke und steuerlichen Vorteilen gebaut werden.

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