Feuerwehr Werdohl: Schon fünf Einsätze in 2015

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Von der Drehleiter aus wurde zunächst das Dach des Einfamilienhauses an der Hesmecke inspiziert, während die Flammen und Funken einen Meter hoch aus dem Kamin schlugen.

Werdohl - Der Jahresbeginn 2015 hat es nicht gerade gut mit den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Werdohl gemeint. Allein bis Sonntagmittag mussten sie bereits fünf Mal ausrücken.

Von Rainer Kanbach

Unter den Einsätzen war auch eine Hilfeleistung für den Rettungsdienst an der Gewerbestraße. Ein vermeintlich simpler Kaminbrand in einem Einfamilienhaus an der mittleren Hesmecke am Freitagabend forderte die Wehrkräfte in besonderem Maße. Als um 18.09 Uhr Alarm über Sirene und Meldeempfänger ausgelöst wurde, wusste Stadtbrandinspektor Manfred Theile noch nicht, dass das letzte Einsatzfahrzeug erst sechs Stunden später wieder ins Gerätehaus an der Fischerei einrücken konnte.

In Marsch gesetzt wurden nach der Brandmeldung der Löschzug Kleinhammer, die Löschgruppe Brüninghaus sowie die Drehleiter und das Einsatzleitfahrzeug aus der Stadtmitte mit insgesamt 36 Kräften. Üblich sei es, den Kamin unter sorgsamer Beobachtung kontrolliert ausbrennen zu lassen, um anschließend dem Schornsteinfeger das Heft des Handelns zu übergeben, sagte Theile. Aber diesmal war das anders.

Die Flammen, die aus dem Schornstein schlugen, waren zwar für einen Moment schwächer geworden, wurden dann aber neu entfacht. Zuvor hatten Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz im Rahmen einer Spiegelung versucht, den Brandherd zu lokalisieren, „aber wir konnten nichts sehen. Der Glutherd lag im oberen Bereich des Kamins“. Deshalb habe man von der Drehleiter aus selbst damit begonnen, den Kamin zu kehren. Die Hitze im Inneren war jedoch gewaltig – „mehr als 1000 Grad“, so der Stadtbrandinspektor nach Auswertung der Daten aus der Wärmebildkamera. Nach weniger als einer halben Minute glühte die Kette des Reinigungszylinders.

Die Säuberungssterne, mit denen die Kaminwände gereinigt werden sollten, waren „einfach weggeschmolzen“. Im Zuge dieses Einsatzstadiums wurde ein Feuerwehrmann durch die glühende Kette an den Händen verletzt – trotz der Sicherheitshandschuhe. Und bei der Kontrolle der Innenwände im Wohnbereich waren – ebenfalls laut Wärmebildkamera – teilweise 200 Grad erreicht. Auf dem Dachboden wurde rund um den Schornstein Holz in einem Abstand von 20 Zentimetern zum Kamin weggeschnitten, um eine Entzündung zu vermeiden.

Als die Gefahr gebannt war und der Reinigungszylinder ohne Einschränkung eingesetzt werden konnte, begann auch für den zuständigen Bezirksschornsteinfeger Essers aus Plettenberg die Arbeit. Er fegte nach, löste letzte Glanzruß-Ablagerungen im Inneren des Kamins und legte die Brandstätte zunächst einmal still. Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob und welche Schäden durch den Kaminbrand entstanden sind.

Der Löschzug Kleinhammer hatte auch am 1. Januar zu tun: Um 3.37 Uhr wurde er zu einem Containerbrand an der Osemundstraße gerufen (wir berichteten). Zwei Brände in Garagen Etwas heftiger entwickelte sich die Situation 18 Stunden später in einem Einfamilienhaus am Ende des Krähenackers. Dort brannte ein Personenwagen in einer Doppelgarage. Nachbarn hatten die Feuerwehr alarmiert, weil zum Zeitpunkt des Brandes niemand im Haus war. „Wir mussten die Garage aufbrechen, um den Löscheinsatz beginnen zu können“, sagte Theile. 24 Mann des Löschzuges Stadtmitte waren am Einsatz beteiligt. Brandursache: vermutlich technischer Defekt am oder im Fahrzeug.

Ähnlich viele Einsatzkräfte mussten am 30. Dezember kurz vor 9.30 Uhr zur Langestraße in Eveking ausrücken. Dort gab es Feuer – ebenfalls in einer Doppelgarage. Glück im Unglück: Wie am Krähenacker, so gab es auch an der Langestraße keine Direktverbindung zum Wohnhaus. Gleichwohl wurden die Bewohner dort wegen der starken Qualmentwicklung zur Sicherheit ins Freie gebracht.

Am Sonntag rückten gestern gegen 12.30 Uhr Einsatzkräfte des Löschzugs Stadtmitte nach Ütterlingsen aus. Dort war Heizöl aus einem Tank in einen Kellerraum eines Mietshauses gelaufen. Die Feuerwehrleute stellten fest, dass das Öl nur noch in einen der beiden Tanks zurückfloss, bis dieser überfüllt war. Da sich das Öl in einem geschlossenen Raum befunden habe, sei davon aber keine Gefahr ausgegangen, sagte Theile. Für die Feuerwehr habe deshalb kein weiterer Handlungsbedarf bestanden. Ein Entsorger werde das Öl jetzt abpumpen.

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