Die Feuerwehr braucht ab 2019 ein neues Gerätehaus

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Dieser Rüstwagen muss 2019 durch ein neueres – und ganz sicher größeres – Fahrzeug ersetzt werden. Wehrleiter Kai Tebrün demonstriert, dass der vorhandene Wagen gerade so eben in die Garage passt.

Werdohl - Auf die zukünftigen Haushalte der Stadt kommt eine Millionen-Investition zu: Ab 2019 wird der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in der Stadtmitte unumgänglich werden.

Die Verwaltung hat die Politik bereits Ende vergangenen Jahres darauf aufmerksam gemacht, noch im ersten Halbjahr des Jahres wird das Thema in den Ausschüssen behandelt. 

Aus dem Gerücht ist schnell Gewissheit geworden: Bürgermeisterin Silvia Voßloh bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass die bisherige Unterbringung der Feuerwehrfahrzeuge an der Schulstraße ab dem Jahr 2019 nicht mehr ausreichend sein wird. Noch in diesem Jahr müsse der Rat beginnen, über eine Erweiterung oder einen Neubau nachzudenken. 

Neues Feuerwehrfahrzeug wird zu groß sein

Voßloh: „Die Verwaltung beschäftigt sich damit jetzt schon, es gibt Gedanken und Vorstellungen über mögliche Alternativen.“ Im Investitionsplan des städtischen Haushalts für die kommenden Jahre ist 2019 die Neuanschaffung eines Feuerwehrfahrzeugs für den Löschzug Stadtmitte vermerkt. Schon jetzt ist klar, dass das dann zu kaufende Auto so groß ausfallen wird, dass es nicht mehr in das Feuerwehrgerätehaus an der Schulstraße hineinpassen wird. 

Sieben Fahrzeuge sind dort derzeit untergebracht: Drehleiter, TLF 3000, LF20, Rüstwagen, Einsatzleitwagen, Mannschaftstransporter und ein Kleineinsatzfahrzeug. In 2019 muss ein neuer Rüstwagen angeschafft werden. Das neue Fahrzeug wird mit Sicherheit größer, breiter und länger als das bisherige. 

Zwischen Tanklöschfahrzeug und Pfeiler ist es sehr eng.

Wehrleiter Kai Tebrün: „Bislang reicht der Platz gerade so aus, dann aber leider nicht mehr.“ Eine Erweiterung an Ort und Stelle scheint kaum möglich, der bisherige Rüstwagen steht direkt hinten an der Wand und vorne am Tor. Eine weitere Garage anzusetzen wird wahrscheinlich keine sinnvolle und vor allem keine dauerhafte Lösung sein. 

Im Laufe weiterer Jahre werden andere Feuerwehrfahrzeuge ausgetauscht werden müssen, die garantiert nicht kleiner als ihre Vorgänger sein werden. Das vermutet auch Bürgermeisterin Voßloh. Sie bleibt sehr vorsichtig: „Ob es mit baulichen Veränderungen zu schaffen ist, scheint eher fraglich.“ 

Das Thema sei bei den Fraktionen schon im vergangenen Herbst platziert worden, aktuell werde überlegt, in welchem Ausschuss die Problematik behandelt werden soll. Fest steht, dass es in den nächsten Monaten diskutiert werden muss. Voßloh weiter: „Wir wollen nicht unter Zeitdruck oder Zwang von außen geraten und beginnen frühzeitig mit der Arbeit.“ 

Stehen erst am Anfang

Voßloh erklärte, bei dieser Sache gerade erst am Anfang zu stehen. Dennoch gibt es Ideen: Die naheliegendste ist das freie städtische Grundstück am Grasacker. Die Pläne, dort eine Alteneinrichtung anzusiedeln, sind lange vom Tisch. Die Stadt hat dieses Gelände immer als „Filetstück“ bezeichnet. Hier wäre ein Neubau denkbar. 

„Die Ausstattung der Feuerwehr, egal ob freiwillig oder hauptamtlich, ist eine Pflichtaufgabe der Stadt“, sagt Fachbereichsleiter Michael Grabs. Weder für Umbau noch für Neubau noch für die Ausstattung eines Feuerwehrgebäudes gebe es Zuschüsse. 

Die Stellflächen im Feuerwehrgerätehaus in der Stadtmitte sind optimal ausgenutzt, alles passt ganz genau.

Im Klartext heißt das: Die Stadt muss einen sicher Millionen Euro teuren Neubau komplett finanzieren. Es mache wohl nur wenig Sinn, in ein altes Gebäude wie das an der Schulstraße zu investieren. Es dürfte wohl auf einen Neubau hinauslaufen. Grabs: „Das ist nicht angenehm, aber es muss sein.“ 

Ob der Haushaltsausgleich damit in Frage steht, kann niemand sagen. Das 2010 fertiggestellte Feuerwehrgerätehaus Eveking mit 300 Quadratmetern Garagenfläche für fünf Autos hatte 775.000 Euro gekostet. Grabs wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch die Gerätehäuser in Kleinhammer und Im Ohl mittelfristig zu klein seien, auch dort müssten in der Zukunft Lösungen gefunden werden.

In Lüdenscheid ist die Verwaltung ganz plötzlich unter Zugzwang geraten, weil ein Gutachter festgestellt hat, dass die hauptamtliche Wache am Dukatenweg nicht mehr dem Arbeitsschutzgesetz entspricht. In der Kreisstadt wird deshalb ein Neubau im zweistelligen Millionen-Bereich diskutiert.

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