Feuerwehr funkt ab Dezember digital

WERDOHL - Ab dem 1. Dezember funken die Werdohler Brandschützer bei ihren Einsätzen auch digital. Ab diesem Stichtag startet im Märkischen Kreis der erweiterte Probebetrieb des Digitalfunkverkehrs.

Bis dahin sollen alle 17 Werdohler Feuerwehrfahrzeuge mit dem neuen, modernen Equipment ausgerüstet sein.

Für die Anschaffung der Digitaltechnik der Marke Sepura bei der Firma Selectric Nachrichten-Systeme aus Münster hat der Vergabeausschuss der Stadt jetzt einem Auftrag in Höhe von 34 900 Euro zugestimmt.

Die Feuerwehren aller Kommunen des Märkischen Kreises, so berichtet Werdohls Stadtbrandinspektor Manfred Theile, werden ihre Fahrzeuge mit den gleichen Geräten ausrüsten. „Alle Feuerwehrkräfte des Märkischen Kreises finden in den Fahrzeugen künftig die gleiche Technik mit gleichem Handling vor“, so Theile. Für den Stadtbrandinspektor ergeben sich damit beispielsweise bei der Funkausbildung, die für die Werdohler Wehrleute in Meinerzhagen erfolgt, Vorteile.

Der Digitalfunk ist bei der Werdohler Feuerwehr schon seit Längerem ein Thema. Vor einem Jahr sei bereits die Sprechweise im Funkverkehr entsprechend umgestellt worden. „Solange hatten wir Zeit, uns an neue Funkrufnamen zu gewöhnen.“ In den nächsten Wochen gelte es, sich mit der Handhabung der neuen Geräte vertraut zu machen. Einzelne Kräfte würden dafür geschult, um ihr Wissen dann weiter geben zu können. Im Grunde ähnele der digitale Funk der modernen Handytechnik.

Während der Testphase wird die Feuerwehr das analoge und digitale Funknetz parallel betreiben. Der digitale Funkverkehr wird zunächst für den Funkbetrieb zwischen den Fahrzeugen, beziehungsweise zwischen Einsatzfahrzeug und der Leitstelle eingeführt. Der Einsatzstellenfunk, also etwa die Verständigung zwischen Einsatztrupps und dem Einsatzleitwagen, werde weiterhin analog laufen.

Das digitale Funknetz soll während des sechsmonatigen Probebetriebes „auf Herz und Nieren“ geprüft werden. Dabei werde sich zeigen, ob sich theoretische Werte in der Praxis bestätigen. „Wir wissen ja, wo es in der Vergangenheit Probleme mit dem Funk gegeben hat“, so der Feuwehrchef. Dies werde nun auch mit der neuen Funktechnik geprüft. Um entsprechende Ergebnisse zu dokumentieren, würden in den nächsten Monaten auch die Übungen genutzt, kündigte der Leiter der Wehr an. Die Einheiten könnten dann testen, ob die neue Technik etwa auch in abgelegenen Nebentälern funktioniert. Wann das analoge Netz endgültig abgeschaltet werden soll, steht noch nicht fest.

Der Umbau der Fahrzeuge wird im Gerätehaus Eveking vorgenommen.

Ein neues, rund 310 000 Euro teures Feuerwehrfahrzeug wird übrigens voraussichtlich im Frühjahr kommenden Jahres in Dienst gestellt. Das Löschgruppenfahrzeug HLF 20/16 wird für den Löschzug Kleinhammer angeschafft – als Ersatz für einen alten, inzwischen 25 Jahre alten Wagen. Das Fahzeuggestell des neuen Autos kostet 79 135 Euro, für Aufbau und Beladung kommen 239 207 Euro hinzu.

Von Simone Benninghaus

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