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Feuerwehr: Container sollen „menschenunwürdige“ Unterbringung beenden

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Von: Volker Heyn

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Auch der Monteur der Spedition aus Göppingen, die die Container Im Ohl anlieferten und aufbauten. hatte sehr gute Laune. Die grauen Stahlblechkisten sind bereits mit Heizkörpern, sanitären Anlagen und elektrischen Leitungen ausgestattet, bevor sie vom Kran platziert werden.
Auch der Monteur der Spedition aus Göppingen, die die Container Im Ohl anlieferten und aufbauten, hatte sehr gute Laune. Die grauen Stahlblechkisten sind bereits mit Heizkörpern, sanitären Anlagen und elektrischen Leitungen ausgestattet, bevor sie vom Kran platziert werden. © Volker Heyn

Löschgruppen-Leiter Kai Spielmann strahlte übers ganze Gesicht, und Bürgermeister Andreas Späinghaus fasste das in Worte, was wohl die ganze Feuerwehrfamilie denkt: „Ich bin einfach nur happy, dass jetzt erstmals etwas sichtbar wird, dass sich jetzt etwas tut.“ Für die Löschgruppe Brüninghaus sind die Container als Behelfsunterkunft aufgebaut worden, die den bisherigen katastrophalen Bedingungen ein Ende setzen werden.

Werdohl ‒ Dass die Löschgruppe Brüninghaus am Fuße der Königsburg das allergrößte Sorgenkind von Feuerwehr und Stadtverwaltung ist, wurde erst im Laufe der Diskussion über den Neubau eines Feuerwehrhauses für die Stadtmitte offenkundig. Nach langer Diskussion über Grundstücksgrößen und Ausrückezeiten für die Stadtmitte wurde nebenbei klar, dass die Zustände im Feuerwehrhaus Im Ohl für die Einsatzkräfte wirklich unerträglich sind. Während Wehrleitung und Verwaltung Fotos im Gerätehaus an der Neustadtstraße gestatteten, um zu zeigen, dass neue Feuerwehrfahrzeuge nicht mehr in die Garage hineinpassen, gab es keine Fotoerlaubnis für die Unterkunft Im Ohl. Als „menschenunwürdig“ bezeichnet Bürgermeister Späinghaus die dortigen Zustände schon seit längerem, auch öffentlich.

Umso größer war seine Freude, dass jetzt endlich die schon im Mai bestellten Container angeliefert und aufgebaut wurden. Obwohl sich am Grasacker planerisch schon viel für den Neubau für die Einheit Stadtmitte getan hat – Gestalt angenommen haben die Bemühungen der Stadtverwaltung für Neubauten der Feuerwehr jetzt erst durch die sechs dunkelgrauen Container-Einheiten.

Container sind begehrt bei Kommunen, zum Beispiel zur Unterbringung von Flüchtlingen oder als Provisorien für die OGS. Deshalb gab es eine lange Lieferzeit, bis die sechs Blechkisten für insgesamt 124.000 Euro in Werdohl ankamen. Gekauft wurden sie bei der Firma Mobilbau in Süßen im Landkreis Göppingen zwischen Ulm und Stuttgart. Aus dem Schwabenland waren auch die Tieflader mit den Containern und die Monteure der Firma Bantleon gekommen.

Die mit Heizungen, sanitären Anlagen und Elektrik vorgefertigten Container mussten noch an einen Abwasserkanal angeschlossen werden, der schwierig zu finden war auf dem Gelände von ehemals Brüninghaus, heute Menshen. Tische und Stühle werden aus der alten Unterkunft übernommen, Spinde sind bestellt, aber noch nicht geliefert.

Die Feuerwehrleute der Löschgruppe Brüninghaus werden sofort in die neue Übergangsunterkunft umziehen. Dort werden sie einige Jahre untergebracht bleiben, bis auch ein Neubau für sie errichtet ist. Jüngster Planungsstand ist, das alte Hallenbad auf dem Riesei abzureißen und dort ein neues Feuerwehrhaus für den Stadtteil zu bauen.

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