Hilfe aus Königs Wusterhausen

25.000 Euro: Feuerwehr aus Brandenburg spendet für die Angehörigen der verstorbenen Wehrmänner

Schecks mit großen Spendensummen übergab (von links) Sebastian Gellrich von der Feuerwehr Königs Wusterhausen an Altenas Feuerwehr-Chef Alexander Grass, Timo Rode (Löschgruppenführer der Löschgruppe Rosmart) und Kai Tebrün, Leiter der Feuerwehr Werdohl. Die Spenden sind für die Familien der beiden Feuerwehrmänner bestimmt, die beim Hochwasser-Einsatz ums Leben kamen.
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Schecks mit großen Spendensummen übergab (von links) Sebastian Gellrich von der Feuerwehr Königs Wusterhausen an Altenas Feuerwehr-Chef Alexander Grass, Timo Rode (Löschgruppenführer der Löschgruppe Rosmart) und Kai Tebrün, Leiter der Feuerwehr Werdohl. Die Spenden sind für die Familien der beiden Feuerwehrmänner bestimmt, die beim Hochwasser-Einsatz ums Leben kamen.

Dass es um viel Geld ging, das wusste Alexander Grass vorher. Aber dass es so viel war, das überraschte Altenas Feuerwehr-Chef dann doch.

„Ich bin bald rückwärts umgefallen“, sagte er, nachdem Sebastian Gellrich am Dienstag an der Feuerwache zwei Spendenschecks über jeweils 12 500 Euro übergeben hatte. Sie sind für die Angehörigen der beiden Feuerwehrleute aus Altena und Werdohl gedacht, die bei Einsätzen während der Hochwasserkatastrophe ums Leben kamen. Auch der Werdohler Stadtbrandmeister Kai Tebrün konnte es kaum fassen: „Das ist schon eine starke Aktion. Schließlich hatten wir bis Dienstag noch nie miteinander gesprochen oder uns gesehen. Und dann kommt diese große Summe dabei heraus“, sagte er nach Gellrichs Besuch in der Burgstadt.

Sebastian Gellrich ist Leiter der Feuerwehr von Königs Wusterhausen in Brandenburg. Eine Stadt, die mit Altena und Werdohl noch nie etwas zu tun hatte. Die dortige Feuerwehr hatte nach Bekanntwerden der Todesfälle im Lennetal eine Spendenaktion ins Leben gerufen, die ein Riesenerfolg werden sollte: In einem Video dankt Gellrich Feuerwehren und deren Fördervereinen im ganzen Landkreis Dahme-Spreewald und berichtet von vielen Veranstaltungen, bei denen für die beiden im Sauerland ums Leben gekommenen Männer gesammelt wurde. Auch Firmen spendeten – bis hin zur Imbissbude, die pro verkaufter Wurst 50 Cent überwies.

„Überwältigt“ von der Spendenbereitschaft

„Ich bin überwältigt von der Riesenspendenbereitschaft, die es hier gibt“, sagt Gellrich in einem auf der Facebook-Seite der Feuerwehr von Königs Wusterhausen veröffentlichten Video – und da waren „erst“ 6 000 Euro zusammengekommen. Dass es am Ende viermal so viel werden sollte, ist für Gellrich auch ein Zeichen dafür, dass die Gesellschaft das Ehrenamt und die durch die Freiwilligen Feuerwehren erbrachten Leistungen durchaus zu würdigen weiß.

Nach Jahrhundert-Unwetter: Aufarbeitung der Einsätze dauert noch an

Mittlerweile rund sechs Wochen liegt das Jahrhundert-Unwetter im Märkischen Kreis, das auch in Werdohl verheerende Schäden verursacht hat, zurück, die Aufarbeitung der Einsätze dauert aber weiterhin an. „Durch das Unwetter und die Folgen hatten wir fünf Einsatztage am Stück, wurden weit mehr als 100 Mal alarmiert. Da bleibt natürlich einiges liegen, was dann nachbereitet werden muss“, sagte Werdohls Wehrleiter Kai Tebrün. Gleich drei Fahrzeuge seien beschädigt worden. Ein Kleineinsatzfahrzeug sei derzeit zur Reparatur. Ob sich das für einen Mannschaftstransporter mit Pritsche noch lohnt, werde derzeit geprüft. „Das Fahrzeug hat einen Motorschaden erlitten, eventuell muss ein neues beschafft werden“, so Tebrün. Wie hoch die Kosten für verbrauchtes Material und Schäden an Feuerwehr-Equipment insgesamt sind, steht noch nicht fest. „Die Bestandsaufnahme führen wir gerade durch. Da brauchen wir noch ein bisschen“, sagte Tebrün.

Für Unfälle, die Feuerwehrleute während ihrer Einsätze erleiden, kommt die Feuerwehrunfallkasse als Teil der gesetzlichen Unfallversicherung auf. „Ich habe nach dem Tod unseres Feuerwehrkameraden bei dem Hochwassereinsatz einen Bericht erstellt und diesen zur Unfallkasse NRW geschickt, die für uns Feuerwehrleute zuständig ist. Dort werden alle weitere Angelegenheiten direkt mit den Angehörigen des Verstorbenen geregelt“, erläuterte Werdohls Wehrleiter Kai Tebrün.

Spendenkonten in Werdohl und Altena eingerichtet

Außerdem wurde bei der Stadt Altena ein Spendenkonto für die Familie des verunglückten Mitglieds der Löschgruppe Rosmart eingerichtet, auf der ebenfalls viel Geld eingegangen ist. Grass: „Da sind Summen zusammengekommen, die für die Verbliebenen wirklich hilfreich sind, auch wenn sie natürlich ein Leben nicht ersetzen können.“ In Werdohl gibt es ebenfalls ein Spendenkonto für die Hinterbliebenen des tödlich verunglückten Feuerwehrmanns. „Auch hier sind wirklich viele Spenden eingegangen. Diese Summen werden der betroffenen Familie zumindest finanziell helfen“, sagte Tebrün.

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Werdohler Wehr haben laut Tebrün den Tod ihres Kameraden im Einsatz rund sechs Wochen nach dem Jahrhundert-Unwetter in der Region mittlerweile recht gut verarbeitet. „Dafür hatten wir ja unter anderem die Notfallseelsorger bei uns. Die Mannschaft konnte in großer Runde ausgiebig mit denen sprechen. Das hat allen richtig gut getan“, so der Wehrleiter abschließend.

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