Festtags-Kleiderbörse ist ein Riesenerfolg

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Beratung gehörte am Samstag im Schützenheim Altenmühle zum guten Ton. Die Auswahl war in jeder Hinsicht riesig.

WERDOHL - 240 Kleider hingen auf den Stangen. Jede Größe, jede Form, jede Farbe war im Angebot. Überwältigt zeigten sich die Kundinnen von dieser Auswahl. Ebenso ging es den Ausrichterinnen dieser Premiere – den Frauen der beiden Werdohler Schützenvereine.

Die Idee ist nicht neu. In anderen Städten gibt es ähnliche Veranstaltungen teils seit Jahrzehnten. Anika Häring, eine der Organisatorinnen, berichtete jetzt: „Viele Frauen sind auf uns zugekommen und haben gesagt: ‘Mensch, endlich macht das mal einer’.“

Mit diesem enormen Erfolg hätten sie und ihre Mitstreiterinnen indes nicht gerechnet: „Als wir um 10 Uhr die Türen geöffnet haben, standen schon acht bis zehn Frauen davor, die sich umschauen wollten.“

Beim Stöbern und Schnuppern blieb es jedoch nicht unbedingt. Nach fünf Stunden waren bereits 35 Kleider an eine neue Besitzerin vermittelt. Die Verkäuferinnen – aus Attendorn, Balve, Hagen, Menden, Münster und Werdohl – hatten vorher die Preise festgelegt. Zwischen 20 und 750 Euro wurden für Kleider fällig, die neu einst bis zu 1500 Euro gekostet hatten.

Häring beobachtete: „Die Kundinnen sind zwischen 15 und mehr als 70 Jahre alt. Sie kaufen für den Abschlussball, für den Abiball, fürs Schützenfest und für die nächste Tanz- oder Galaveranstaltung.“ Schon zur Halbzeit der ersten Werdohler Festtags-Kleiderbörse war die Anzahl der Kundinnen weit im dreistelligen Bereich. Die Käuferinnen kamen ebenso aus dem weiteren Umkreis wie die Anbieterinnen.

„Wir werden das im nächsten Jahr nochmal versuchen, vielleicht wird es sogar eine Veranstaltungsserie im Jahresrhythmus“, überlegte Häring. Jedenfalls sei sie stolz, dass die Frauen beider Schützenvereine einmal etwas gemeinsam auf die Beine gestellt hätten.

Unterstützung bekamen sie von den Jugendabteilungen, die die Bewirtung in der Caféteria mit Kuchen, Kaffee und Waffeln übernommen hatten. Jede Kundin erhielt zudem ein Glas Sekt. Die Stimmung war ausgelassen, es wurde viel gelacht.

Aber es wurde auch gefachsimpelt und beraten. Häring erinnerte sich: „Vorhin war eine junge Frau da, die wollte das gelbe Kleid, das wir ihr empfahlen, einfach nicht anprobieren. Als sie es doch tat, hat ihr Vater sofort gesagt: ‘Das nehmen wir’.“ Ebenso ehrlich hätten sie anderen Kundinnen gesagt, wenn ihnen eine Robe nicht gestanden hätte. Und schon stellt eine Frau fest: „Das ist doch das Kleid, welches ich vor vier Jahren getragen und vor drei Jahren verkauft habe.“

Neben der Beratung waren Häring und ihre Mitstreiterinnen auch behilflich beim Ankleiden sowie bei der Auswahl der Accessoires. Handtaschen, Schuhe und Schmuck gehörten am Samstag auch zum Angebot im Schützenheim Altenmühle.

Zehn Prozent der Einnahmen gingen an die Ausrichterinnen, die das Geld – nach Abzug der Kosten – spenden wollen. Wohin die überschüssigen Euros letztlich gehen, so Häring, stehe bisher noch nicht fest.

Von Michael Koll

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