„Fertigkeiten mobilisieren“

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Firmenchef Ulrich Remmel begrüßte als Referentin die Ministerialrätin Ute Wohlgemuth. ▪

WERDOHL ▪ Die Suche nach guten Nachwuchskräften für Technikberufe umtreibt die heimischen Unternehmer. Zwei Zielgruppen, auf die sich auch die Ministerialrätin Ute Wohlgemuth im Rahmen des gestrigen zweiten Ausbildertages Südwestfalen bei der Firma Remmel konzentrierte, sind Frauen sowie Menschen mit Migrationshintergrund.

„Fähigkeiten und Fertigkeiten sind noch nicht mobilisiert“, unterstrich die Abteilungsleiterin im Dezernat „Fachklassen des dualen Systems“ beim NRW-Schulministerium mit Blick auf die „Aktivierung von Frauen“. Mögliche Mitarbeiter mit Migrationshintergrund müssen nach Ansicht der Expertin zudem für die technischen Berufe „eingefangen werden“. „Arabische Zahlen sind international“, wies sie auf einen mit Technik-Berufen verbundenen Vorteil hin. In ihrem Referat warb Wohlgemuth dafür, Begeisterung für technische Berufe im Allgemeinen und die duale Ausbildung im Besonderen zu erzeugen.

Welche Schwierigkeiten bei der schulischen und späteren beruflichen Ausbildung vorliegen, wurde im Rahmen der Diskussion mit den heimischen Unternehmern an der Gildestraße deutlich. So sei es schwierig, an diejenigen Schüler und Eltern zu kommen, die über die Berufe eigentlich informiert werden müssten – was auch die Ministerialrätin weiß. So gebe es einen Dschungel an Info-Angeboten. Für sie steht aber fest: „Wir müssen in die Schulen hinein.“ Der Ganztagsbereich rückt dabei in den Fokus: „Das ist eine Chance.“ Denn hier werde nicht nur Sprachförderung betrieben, sondern auch eine Erweiterung des Horizonts der Schüler.

Aus dem Plenum heraus wurde ebenso deutlich, dass die technischen Berufe als teils wenig attraktiv wahrgenommen werden. So würden Werkzeugmacher heutzutage immer wieder durch Leiharbeiter ersetzt. Da für Mindestlohn & Co. der Bund zuständig ist, konnte die Landesbeamtin nur zu einer höheren Qualifikation raten. Eine Lanze brach Wohlgemuth für die Hauptschule. Hier würde „unglaublich viel“ für die Berufsfindung getan.

Kritik aus der Runde wurde auch an dem teilweise durch den Lehrermangel bedingten Unterrichtsausfall in Berufsschulen laut. Der stellvertretende Leiter des Berufskollegs für Technik in Lüdenscheid, Karl Jürgen Schmidt, zeigte auf, dass offiziell zwar alle Lehrerstellen besetzt sind. Doch eigentlich würden elf Lehrerstellen fehlen.

Während des von Firmenchef Ulrich Remmel ausgerichteten Ausbildertages ebenfalls noch auf der Tagesordnung standen Fachvorträge verschiedener Art.

Marco Fraune

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