Ein Jahr Geriatrie an der Werdohler Stadtklinik

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Feierten das einjährige Bestehen der geriatrischen Station (von links): Dr. Magdalene Aniol, Dr. Thorsten Kehe, Silvia Voßloh, Dr. Norbert Pittlik und Christine Lehnert.

Werdohl - Käse-Igel, Obstboden und Co. – auf eine kulinarische und musikalische Zeitreise zurück in die 50er-Jahre ging es in der vergangenen Woche für Patienten, Ärzte und Pfleger der geriatrischen Station (Altersmedizin) in der Stadtklinik Werdohl. Anlass für diesen fröhlichen Ausflug war der erste Jahrestag der Geriatrie.

„Ganz Paris träumt von der Liebe“ – schallte es durch die mit bunten Luftschlangen, Luftballons und Wimpelketten dekorierten Flure. Und dabei wurde so mancher Mitarbeiter und Patient beim Mitsummen ertappt. Ganz bewusst wurde im Stil der 50er Jahre gefeiert: Eine Zeit, in der die betagten Patienten der Geriatrie noch jung waren. Mit großen Augen wurden die dafür ausgewählten Bilder der damaligen Zeit betrachtet und ließen viele Erinnerungen an längst vergangene, aber nicht vergessene Tage wach werden.

„Wir freuen uns, dass heute vor einem Jahr aus einer anfänglichen Vision eine Realität geworden ist und wir besonders den älteren Patienten hier im Hause etwas Gutes tun können, auch über die Grenzen von Werdohl hinweg“, bedankte sich Dr. Thorsten Kehe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken, bei allen Mitarbeitern für das tägliche Engagement.

Geschaffen wurde die Station, weil die Zahl der älteren Patienten in den Märkischen Kliniken steigt. Im vergangenen Jahr war rund die Hälfte der Patienten der Stadtklinik Werdohl älter als 70 Jahre. Hier setzt das Angebot einer geriatrischen Station an, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Patienten zugeschnitten ist. So wurden 14 Einzelzimmer und sechs Doppelzimmer so gestaltet, dass sie genügend Platz bieten, damit die Patienten sich beispielsweise mit einem Rollator problemlos fortbewegen können.

„Bereicherung für die Stadt“

Behandelt werden Senioren im höheren Lebensalter (in der Regel älter als 70 Jahre) mit akuten internistischen oder neurologischen Erkrankungen, aber auch ältere Patienten, die nach einer Operation noch nicht so weit genesen sind, dass sie ins häusliche Umfeld zurückkehren können. Das Ziel ist es, die Selbstständigkeit in den Alltagsfunktionen zu erhalten oder wieder zu erlangen und eine Pflegebedürftigkeit zu verhindern.

Die Werdohler Bürgermeisterin Silvia Voßloh war ebenfalls eingeladen. „Eine geriatrische Station am Standort Werdohl zu haben, die speziell auf die Bedürfnisse der älteren Menschen eingeht, ist eine Bereicherung für unsere Stadt“, sagte Silvia Voßloh.

Leckereien aus den 50er-Jahren

Besonders das liebevoll erstellte Buffet mit Leckereien aus den 50er-Jahren kam bei Patienten und Gästen an. So konnten sich alle über deftigen Kartoffel- und Nudelsalat mit Spargelröllchen und Hackbällchen freuen. Auch der süße Gaumen kam mit Obstboden wie aus Großmutters Zeiten oder einer „kalten Schnauze“ voll auf seine Kosten.

Während sich Besucher und Patienten die Köstlichkeiten auf der Zunge zergehen ließen, wurden viele schöne Erinnerungen geweckt. „Das Jahr 1951 – da habe ich mein erstes Staatsexamen gemacht und geheiratet. Ich hatte einen tollen Mann“, erinnerte sich eine Patientin, während im Hintergrund „Die Liebe ist ein seltsames Spiel“ von Connie Francis aus den Lautsprechern tönte.

Als Dankeschön für den täglichen Einsatz überreichte Verwaltungs- und Pflegedienstleiterin Christine Lehnert Rosen und kleine Aufmerksamkeiten an das Mitarbeiter-Team.

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