Landtagswahl 2022

FDP im MK setzt auf zwei Newcomer und eine Frau mit viel Erfahrung

Der FDP-Kreisverband mit seinem Vorsitzenden Kreisvorsitzenden Arne Hermann Stopsack (links) an der Spitze hat mit Frank Oberkampf (Menden), Angela Freimuth (Schalksmühle) und Alexander Lilienbeck (Werdohl, von links) seine Kandidaten für die Landtagswahl im Mai 2022 aufgestellt.
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Der FDP-Kreisverband mit seinem Vorsitzenden Kreisvorsitzenden Arne Hermann Stopsack (links) an der Spitze hat mit Frank Oberkampf (Menden), Angela Freimuth (Schalksmühle) und Alexander Lilienbeck (Werdohl, von links) seine Kandidaten für die Landtagswahl im Mai 2022 aufgestellt.

Fast ein Jahr vor der Landtagswahl hat die FDP im Märkischen Kreis ihre Kandidaten aufgestellt. Bereits am 13. Juni sollen die Bewerber der Landeswahlversammlung in Dortmund vorgestellt werden, die über die Besetzung der Reserveliste entscheidet. Unter den Kandidaten ist erstmals nach elf Jahren wieder ein Bewerber aus Werdohl.

Werdohl ‒ Eigentlich steht im Augenblick die Bundestagswahl am 26. September im Mittelpunkt des öffentlichen politischen Interesses. Aber auch die Landtagswahl, die am 15. Mai 2022 stattfinden wird, wirft in der Region bereits ihre Schatten voraus. So traf sich die FDP im Märkischen Kreis jetzt in Kierspe unter strengen Corona-Hygieneauflagen zu einer Kreiswahlversammlung, um die Landtagskandidaten für die drei Wahlkreise im Märkischen Kreis aufzustellen.

Im Wahlkreis Märkischer Kreis I (Altena, Iserlohn, Nachrodt-Wiblingwerde, Werdohl) tritt der 31-jährige Alexander Lilienbeck an. Der Werdohler, der als Rechtsreferendar in einer Kölner Steuer- und Anwaltskanzlei arbeitet und sich dabei hauptsächlich mit der digitalen Transformation der Rechtsberatungsbranche befasst, setzt damit eine beachtliche Reihe von FDP-Landtagskandidaten aus der Stadt an Lenne und Verse fort.

Angeführt wird diese Reihe natürlich von dem gebürtigen Ütterlingser Wolfram Dorn (1924-2014), der zwischen 1954 und 1990 in fünf Wahlperioden insgesamt 22 Jahre dem NRW-Landtag angehörte. Andere FDP-Kandidaten aus Werdohl waren Kai-Uwe Brodersen (1966-2018), der bei der Landtagswahl 1990 neben dem damaligen CDU-Bewerber Horst Jäcker ein weiterer Landtagskandidat aus Werdohl war. 2010 bewarb sich dann mit Anne Hermes eine liberale Frau aus Werdohl um ein Landtagsmandat.

Diese Namen sind Alexander Lilienbeck natürlich geläufig, denn trotz seines noch relativ jungen Alters kann er auf eine beachtliche Vita innerhalb der FDP verweisen: Begonnen hat Lilienbeck, der seit zwölf Jahren FDP-Mitglied ist, seine Arbeit als Mitglied im Kreisvorstand der Jungen Liberalen; auch im Bezirksvorstand der Jungen Liberalen Westfalen-West war er noch bis vor zwei Monaten tätig. Seit vielen Jahren ist Alexander Lilienbeck Mitglied im Ortsvorstand der FDP Werdohl und seit Anfang 2018 sogar dessen Vorsitzender. Dem Werdohler Rat gehört er seit April 2018 an, als er den zurückgetretenen Jürgen Neumann ablöste. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr wurde er dann erneut in den Rat gewählt.

Der 31-jährige Alexander Lilienbeck kandidiert im Wahlkreis MK I.

„Ich bin froh darüber, dass mir die Partei dieses Vertrauen entgegengebracht und mich zum Landtagskandidaten gewählt hat“, sagte Lilienbeck über seine Nominierung durch den Kreisverband. Er freue sich auf diese Kandidatur in einer Zeit, in der die FDP gute Umfragewerte erziele. „Deshalb hoffe ich auf einen spannenden Wahlkampf, in dem unsere Themen auch Gehör finden“, sagte Lilienbeck.

Aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit hat Alexander Lilienbeck ein Faible für alle digitalen Themen. Seine berufliche Kombination aus Software-Entwickler und Jurist („Das ist für mich ein Traumjob!“) spiegelt sich darin wider, dass er für Themen wie Künstliche Intelligenz und Datenschutz besonders brennt. Ein wichtiges Thema ist dem 31-Jährigen aber auch die Generationengerechtigkeit, gerade in Zeiten von Corona. Er sieht das nicht nur als finanzpolitisches Thema, sondern auch unter den Aspekten von Klimaschutz bis hin zur Verkehrsinfrastruktur. Dabei kritisiert Lilienbeck, dass sich die politische Debatte oft nur auf die urbanen Zentren konzentriere.

Senkrechtstarter aus Menden kandidiert im Hönnetal

Zum Kandidaten für den Wahlkreis Märkischer Kreis II, der die Städte Balve, Hemer, Menden, Neuenrade und Plettenberg umfasst, wählte der FDP-Kreisverband den Mendener Frank Oberkampf. Er ist 1975 geboren, verheiratet und zweifacher Vater. Oberkampf ist als selbstständiger Hörakustikmeister tätig und zudem gelernter Uhrmachermeister. Seine Wege führten von Menden in den Schwarzwald, nach Lübeck, Münster, Hildesheim, Regensburg und schließlich 2001 wieder nach Menden zurück.

Seit jeher war er am politischen Geschehen in seiner Heimatstadt Menden, aber auch an der Landes-, Bundes- und Europapolitik interessiert. Daher hat er sich verschiedentlich engagiert: sei es in der Industrie- und Handelskammer, durch Mitgliedschaften in Verbänden wie den Jungunternehmern der Hörakustik oder aber in der Mendener Werbegemeinschaft, deren Vorsitzender er bis 2019 war.

Der Mendener Frank Oberkampf bewirbt sich im Wahlkreis MK II.

Das hat Oberkampf dann dazu geführt, im Januar 2020 in die FDP einzutreten und auch gleich durchzustarten. Er kandidierte für die Liberalen bei der Kommunalwahl im September 2020, holte in seinem Wahlbezirk gut 20 Prozent der Stimmen und zog in den Rat der Stadt Menden ein, wo er stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion ist.

Jetzt möchte er auf seinem politischen Weg den nächsten Schritt gehen und seine Erfahrungen und Ideen in den Landtagswahlkampf einbringen.

Im Wahlkreis Märkischer Kreis III (Halver, Herscheid, Kierspe, Lüdenscheid, Meinerzhagen, Schalksmühle) setzt die FDP wieder auf die 54-jährige Angela Freimuth. Die Rechtsanwältin aus Schalksmühle ist schon seit 2000 Landtagsabgeordnete. Von 2005 bis 2012 und wieder seit 2017 war, beziehungsweise ist sie Vizepräsidentin des Landtags.

Die Aussichten der Kandidaten auf ein Mandat im neuen Landtag sind höchst unterschiedlich. Weil FDP-Bewerber in der Regel nicht für Direktmandate infrage kommen, hängt für sie viel davon ab, auf welchen Platz der landesweiten Reserveliste ihre Partei sie wählt. Angela Freimuth dürfte als stellvertretende FDP-Landesvorsitzende relativ weit oben auf dieser Landesliste landen. Alexander Lilienbeck und Frank Oberkampf haben als Newcomer und weil sie ebenfalls im Märkischen Kreis kandidieren keine Aussicht auf einen attraktiven Listenplatz.

Der Kreisvorsitzende Arne Hermann Stopsack (Hemer) gab als Ziel des Wahlkampfes aus, das gute Landtagswahlergebnis von 2017, als die Liberalen landesweit und im Märkischen Kreis rund 12 Prozent der Stimmen holten und die FDP-Kandidaten im Kreis zwischen 7,2 und 9,3 Prozent Stimmenanteile einfahren konnten, zu halten oder sogar zu übertreffen.

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