Faustschlag nach dem Schützenfest

Ein 19-jähriger Werdohler wurde nach einem Faustschlag zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

WERDOHL ▪ Eigentlich hätte es für den 20-jährigen Garten- und Landschaftsbauer und seine 45-jährige „Schwiegermutter“ aus Werdohl ein schöner Abend sein können. Auf dem Schützenfest wurde bis in die Nacht gefeiert. „Es war ein lustiger Abend“, beschrieb die 45-jährige Werdohlerin den 2. Juli vergangenen Jahres.

Beide Werdohler hätten wohl nicht erwartet, nach diesem ausgelassenen Abend Opfer eines Schlägers zu werden, als sie nach Mitternacht das Festzelt verließen. Doch das passierte wohl, als die Gruppe um die beiden Werdohler auf ein Taxi wartete.

Ein 19-Jähriger, der mit einem Kumpel zum Feiern unterwegs war, kam an der Gruppe vorbei und pöbelte den 20-Jährigen an. Ein Wort gab das andere und schon landete die Faust des 19-Jährigen im Gesicht seines Gegenübers.

Die Wucht des Schlages war scheinbar so groß, dass die neben dem ersten Geschädigten stehende 45-Jährige auch noch an der Wange getroffen wurde. Ihre Brille wurde ihr von der Nase geschleudert und flog zerstört über den Gehweg. Beide Werdohler erlitten schmerzhafte Prellungen und hatten die Abdrücke der Fingerknöchel des 19-Jährigen im Gesicht. Die zerstörte Brille schlug zusätzlich mit rund 420 Euro zu Buche. Der 19-Jährige flüchtete, wenig später fand die durch die beiden Geschädigten alarmierte Polizei den jungen Mann, der von den beiden noch am Tattag eindeutig als Täter identifiziert wurde.

Entsprechend fand sich der 19-jährige Werdohler für diese Attacke einigermaßen zerknirscht auf der Anklagebank am Amtsgericht Altena wieder. Er bestritt die ihm zur Last gelegte Tat. Durch einen Unfall sei seine Hand verletzt gewesen, er habe also nicht zuschlagen können. Er erinnere sich zwar an den Partyabend, jedoch nicht daran, jemanden geschlagen zu haben. Schuld an dieser Gedächtnislücke sei das Bier, das er mit dem Kumpel zusammen getrunken habe. Anders beschrieb der 20-jährige Geschädigte den Zustand des Angeklagten am Tatabend: „Er konnte durchaus gerade laufen – und treffsicher war er ja auch!“

Michael Esken, Vertreter der Staatsanwaltschaft, sah nach den Aussagen der Geschädigten keine Zweifel an der Schuld des Angeklagten und auch Richter Dirk Reckschmidt ging in seiner Entscheidung von einer Körperverletzung aus. Das Gericht verurteilte den einschlägig vorbestraften 19-Jährigen wegen Körperverletzung zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten, die aber noch einmal zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als Auflage muss der junge Mann jetzt 150 Sozialstunden ableisten. „Sie haben da ordentlich hingelangt. Für die beiden Geschädigten war das schon ein sehr einprägsames Erlebnis“, begründete der Richter seine Entscheidung. Ein zivilrechtliches Verfahren wegen Schadensersatzes für die zerstörte Brille und Schmerzensgeld kommt wohl auch noch auf den Angeklagten zu. - Anja Grevener

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare