Leader-Verein schüttet Zuschüsse aus

Fast 30 000 Euro für Werdohler Projekte

Mit der Renovierung ihres Vereinsheimes haben die Schwimmer des SV 08 Werdohl bereits im vergangenen Jahr begonnen. Mittel aus der Kleinprojekte-Förderung der Leader-Region ermöglichen ihnen jetzt die Fortsetzung der Arbeiten.
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Mit der Renovierung ihres Vereinsheimes haben die Schwimmer des SV 08 Werdohl bereits im vergangenen Jahr begonnen. Mittel aus der Kleinprojekte-Förderung der Leader-Region ermöglichen ihnen jetzt die Fortsetzung der Arbeiten.

Fast auf den Cent genau 200 000 Euro schüttet der Leader-Verein Lenneschiene in diesem Jahr an Zuschüssen für Kleinprojekte in Altena, Finnentrop, Iserlohn, Nachrodt-Wiblingwerde, Plettenberg und Werdohl aus.

Das Geld stammt aus dem Sonderplan der Gemeinschaftsaufgabe für Agrar- und Küstenschutz des Bundeslandwirtschaftsministeriums (90 Prozent) und aus Mitteln der Kommunen (zehn Prozent) Es wird exklusiv in Leader-Regionen in Nordrhein-Westfalen angeboten und über das Regionalmanagement vor Ort verteilt. Durch die 80-Prozent-Förderung der Kleinprojekte werden Investitionen in Höhe von rund 250 000 Euro ausgelöst.

Nach Werdohl fließen gut 14 Prozent der Fördermittel. In der Stadt an Lenne und Verse werden mit insgesamt knapp 29 000 Euro vier Kleinprojekte gefördert. Die Gesamtinvestitionen der Projektträger belaufen sich auf etwa 36 000 Euro.

Schwimmer wollen Vereinsheim weiter modernisieren

Gefördert wird zum Beispiel ein Vorhaben der Schwimmabteilung SV08 im TuS Jahn Werdohl. Die Schwimmer wollen ihr Vereinsheim weiter modernisieren. Die Immobilie, die wohl in den 1930er-Jahren errichtet worden ist, hat der Verein bereits im vergangenen Jahr mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ vor allem energetisch sanieren können. Rund 61 000 Euro haben die Schwimmer dafür an Zuschüssen des Landes bekommen. Ebenfalls 2020 hat der Verein schon einmal von der Kleinprojekte-Förderung profitiert und fast 15 000 Euro unter anderem für die Sanierung des Abwasserkanals erhalten.

Und nun hat die Lokale Arbeitsgruppe des Leader-Vereins dem SV08 noch einmal knapp 7000 Euro bewilligt, um Regenfallrohre und Außenbeleuchtung, vor allem aber ein Vordach erneuern zu können. Die Vordacherneuerung ist nach Worten des Abteilungsvorsitzenden Mirko Schwabe der größte Kostenfaktor. Die Konstruktion sei „sicherlich 25 Jahre alt“ und habe im Zuge der Fassadendämmung im vergangenen Jahr abgerissen werden müssen. Nun soll also mit Mitteln aus der Kleinprojekte-Förderung ein neuer Wetterschutz für Sportler und Zuschauer errichtet werden. Losgehen soll es so bald wie möglich. „Wir stehen in den Startlöchern, nur die Corona-Pandemie bremst uns derzeit noch aus“, machte Schwabe deutlich, dass es die Schwimmer, die auch Eigenleistung in das Projekt stecken wollen, kaum erwarten können, aktiv zu werden. Insgesamt wollen die Schwimmer noch einmal knapp 8700 Euro in ihr Vereinsheim investieren.

Auch die DLRG-Ortsgruppe bekommt Fördermittel

Um etwa 1000 Euro höher ist der Investitionsbedarf, den die DLRG-Ortsgruppe Werdohl hat, die mit Mitteln aus der Kleinprojekte-Förderung ebenfalls bereits im Vorjahr begonnene Maßnahmen fortsetzt. Schon 2020 hatten die Rettungsschwimmer knapp 16 000 Euro erhalten und damit, sowie mit einem Eigenanteil von rund 4000 Euro, Sanitäranlagen und Küche in ihrem Freizeit- und Ausbildungsheim erneuert sowie Heizungsarbeiten durchgeführt. Jetzt haben sie die Lokale Arbeitsgruppe in ihrem Förderantrag davon überzeugen können, dass auch Erneuerungsarbeiten in den Bereichen Sicherheit, Einbruch und Objektschutz notwendig sind, um Ausbildung und weitere Vereinsaktivitäten für die Zukunft sicherstellen zu können. 7780 Euro erhält die DLRG dafür aus dem Kleinprojekte-Fördertopf. „Damit wird eine kaputte Eingangstür repariert. Außerdem werden die Fenster gesichert und ein Lagerraum erhält ein Rolltor, damit wir dort unser Ausbildungsmaterial sicher aufbewahren können“, erläuterte der DLRG-Vorsitzende Andreas Conrad. Die Arbeiten sollen kurzfristig ausgeschrieben und dann auch schnell vergeben werden.

Auch ein privater Investor profitiert von dem Förderprogramm, mit dem die ländliche Entwicklung unterstützt und die regionale Identität gestärkt werden soll. Der Bauer Christian Crone erhält etwas mehr als 8000 Euro, um einen gut 10 000 Euro teuren Sanitärcontainer zur Verbesserung der Infrastruktur bei Veranstaltungen und Aktivitäten auf seinem Hof anschaffen zu können. Der Hofe Crone auf dem Dösseln hat sich in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Naherholungs-, Bildungs-, Veranstaltungs- und Einkaufsort entwickelt. Allein das Sauerländer Apfelfest des Naturschutzzentrums Märkischer Kreis zieht Jahr für Jahr im September Tausende Besucher auf den Bauernhof am Höhenweg zwischen Werdohl und Lüdenscheid an. Auch treffen sich dort evangelische und katholische Christen aus Werdohl seit einigen Jahren am Vorabend von Heiligabend zur Einstimmung auf Weihnachten.

Viele Wanderer und Spaziergänger in Corona-Zeiten

Doch sind es weniger die Großveranstaltungen, die Christian Crone im Blick hatte, als er sich mit dem Gedanken befasste, einen Sanitärcontainer anzuschaffen. „Durch die Corona-Pandemie verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage nach Nutzung unserer Toiletten durch Wanderer und Spaziergänger“, erklärt er. Und auch wegen der Besuche von Schulklassen auf dem Hof ergebe die Anschaffung Sinn. „Wir haben jedes Jahr etwa 15 Schulklassen zu Besuch. Dann sind rund 350 Kinder, die ja auch einmal zur Toilette gehen müssen“, rechnet Crone vor. Das WC auf dem Hof komme da an seine Kapazitätsgrenzen.

Und nicht zuletzt erhält auch der Stadtsportverband Werdohl noch gut 6000 Euro für die Erweiterung des Wanderwegenetzes in und um Werdohl. Mit einem finanziellen Aufwand von gut 7500 Euro soll das bereits neu markierte Wanderwegenetz um die Wanderwege W7 und W8 und einen Wanderweg „Rund um Werdohl“ als Verbindungen zwischen den Wanderwegen W1 und W8 ergänzt werden. Zusätzlich sollen an verschiedenen Orten Bänke aufgestellt und ein Wanderprogramm angeboten werden.

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