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Fast 14 Prozent: Gas wird 2022 „moderat“ teurer

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Von: Carla Witt

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Der Gaspreis soll deutlich steigen (Symbolfoto).
Der Gaspreis soll deutlich steigen (Symbolfoto). © Marijan Murat/dpa

„Auch wir müssen die Gaspreise zum 2. Januar 2022 erhöhen. Die Briefe an unsere Kunden sind auf dem Weg“, erklärt Frank Schlutow. Allerdings: Die Preiserhöhung der Stadtwerke Werdohl sei vergleichsweise moderat, unterstreicht der Geschäftsführer.

Werdohl – Bisher koste die Kilowattstunde – je nachdem, welchen Tarif die Kunden gewählt haben – durchschnittlich 5,7 Cent netto. Der Bruttopreis belaufe sich auf etwa 6,5 Cent. Auf diesen Betrag sollen ab Januar 0,9 Cent aufgeschlagen werden. Somit wird das Gas etwa 13,84 Prozent teurer.

Zum Vergleich: Die Gaskunden des Energieversorgers Mark-E müssen etwa 14,7 Prozent mehr bezahlen.

„Die relativ moderate Erhöhung ist das Ergebnis einer langfristigen Gasbeschaffungsstrategie“, erklärt Schlutow. So hätten die Stadtwerke etwa 80 Prozent des benötigten Brennstoffs noch zum Durchschnittspreis des vergangenen Jahres einkaufen können. „Die restlichen 20 Prozent müssen allerdings zu aktuellen Konditionen bezogen werden. Deshalb können auch wir den Effekt der explodierenden Gaspreise nicht ganz kompensieren.“

Dennoch lohne sich ein Blick in Vergleichsportale, um sich darüber zu informieren, wie hoch der Gaspreis bei anderer Anbietern ist, erklärt Schlutow. Allerdings: Auf den ersten Blick ist die Differenz nicht zu erkennen, denn die Stadtwerke Werdohl sind in keinem Vergleichsportal im Internet gelistet. „Um dort aufgenommen zu werden, muss man bezahlen“, erläutert der Geschäftsführer der Stadtwerke. Und diese Kosten müssten dann wiederum an die Werdohler Gaskunden weitergegeben werden.

Zudem, so unterstreicht Frank Schlutow, richte sich das Angebot der Stadtwerke in erster Linie an Werdohler und Verbraucher aus der Region: „Sie sollen von dem Angebot profitieren, das trotz Preiserhöhung immer noch gut ist.“

Die Gründe für den starken Anstieg der Beschaffungskosten seien vielfältig. „Da kommt vieles zusammen“, beschreibt Schlutow. Nach Angeben des Verbands kommunaler Unternehmen ist unter anderem momentan die Gasförderkapazität nicht ausreichend, um die Nachfrage zu decken. Auch seien im vergangenen langen und kalten Winter vermehrt Gaskraftwerke zum Einsatz gekommen, da durch erneuerbare Energien wenig Strom eingespeist worden sei. Das wiederum habe zu niedrigen Ständen in deutschen Gasspeichern gesorgt.

Und: Auch die steigenden Abgaben nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz („CO2-Steuer“) – wirken sich auf die Preise aus. Die Ausgleichszahlung soll von 25 Euro in diesem Jahr auf 30 Euro pro Tonne CO2-Emission im kommenden Jahr steigen.

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