Farima Tehranchi möchte das Klima in Werdohl verbessern

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Werdohl - „Alles, was wir im Laufe eines Tages tun oder eben nicht tun, hat Einfluss auf das Klima“, sagt Farima Tehranchi. Die 56-Jährige ist seit Anfang des Jahres Klimaschutz-Managerin in der Stadt Werdohl.

Am Dienstag hat sie sich den Kommunalpolitikern im Rahmen des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung vorgestellt. Ihr Ziel ist, möglichst viele Menschen in dieser Stadt für das Thema zu sensibilisieren. 

Für Farima Tehranchi spielt der Klimaschutz schon lange eine bedeutende Rolle. Bevor sie ihr Büro im Werdohler Rathaus bezog, war die gebürtige Iranerin in Frankenberg an der Eder als Klimaschutz-Managerin tätig. Und auch in ihrem Privatleben spielt das Thema eine Rolle: Farima Tehranci wohnt zwar in der Woche in Werdohl, lebt aber mit ihrer Familie in Aachen – also ganz in der Nähe des belgischen Pannen-Atomkraftwerks Tihange. 

Stelle ist auf drei Jahre befristet

Die Stelle der Klimaschutz-Managerin in Werdohl ist zunächst auf drei Jahre befristet. Farima Tehranchi hofft aber, dass auf Bundesebene Voraussetzungen geschaffen werden, die eine dauerhafte Beschäftigung ermöglichen. „Klimaschutz ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf“, erklärt sie. Tehranchi weiß aus Erfahrung, dass es eine Weile dauert, bis sich das Thema in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat. Darauf will sie hinarbeiten. „Dabei möchte ich möglichst alle Werdohler mitnehmen“, erklärt sie. 

Natürlich könne sich nicht jeder ein neues, umweltfreundliches Auto leisten oder die Wohnung energetisch sanieren. „Doch auch kleine Verhaltensänderungen können eine große Wirkung haben“, erklärt die Klimaschutz-Managerin – und nennt Beispiele: Wer einmal pro Woche auf den Genuss von Fleisch verzichte, habe schon viel fürs Klima getan „Wenn das viele Werdohler machen, kommen wir weiter“, sagt Tehranchi – die übrigens selbst Vegetarierin ist. Wer nicht am Esstisch mit dem Klimaschutz anfangen möchte, hat andere Möglichkeiten: man könne den Fernseher und den Computer komplett vom Strom nehmen, anstatt die Geräte auf Standby zu belassen. Oder kürzere Wege einfach mal zu Fuß gehen, das Auto in der Garage lassen. „Aber unsere Gewohnheiten haben uns leider fest im Griff. Deshalb fällt es vielen Menschen schwer, den Anfang zu finden“, weiß Farima Tehranchi. 

Konzept ist 164 Seiten stark

Das 164 Seiten starke Klimaschutzkonzept der Stadt Werdohl hat die Aachenerin natürlich längst durchgeackert. Die darin festgeschriebenen Ziele nennt sie durchaus ambitioniert, aber nicht unmöglich: Bis zum Jahr 2030 soll der CO2-Ausstoß um 35 Prozent reduziert werden, bis 2050 sollen es sogar 70 Prozent weniger sein. 

Momentan knüpft die Klimaschutz-Managerin Kontakte, um ein Netzwerk aufzubauen. In der zweiten Jahreshälfte soll es dann erste Informationsveranstaltungen und Aktionen geben, beispielsweise in Kitas und Schulen. Gerade auf die heranwachsende Generation setzt Farima Tehranchi ihre Hoffnungen: „Kinder und Jugendliche sind sehr offen für den Klimaschutz. Ich habe schon in Frankenberg sehr gute Erfahrungen gemacht.“ 

Doch natürlich wolle sie nicht nur aufklären, sondern auch helfen – indem sie auf die vielfältigen Fördermöglichkeiten hinweist. „Wer baulich etwas für den Klimaschutz tun möchte, sollte sich auf jeden Fall beraten lassen“, sagt die 56-Jährige. Dieses Angebot unterbreitet sie nicht nur Privatpersonen, sondern auch heimischen Unternehmern. Zumal die heimische Wirtschaft laut Klimaschutzkonzept immerhin für 52 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes in der Stadt verantwortlich ist. 

„Viele große Unternehmen sind im Bereich Klimaschutz schon sehr aktiv. Wir haben deshalb eher die kleinen und mittelständischen Unternehmen im Fokus. Wir möchten ihnen zum Beispiel Möglichkeiten im Bereich der Abfallvermeidung und Energieeinsparung aufzeigen“, erklärt Farima Tehranchi einige Ansätze. 

Zusammenfassend stellt sie fest: „Wir müssen unsere Komfortzone alle ein Stück verlassen.“ Und das darf aus Sicht der Fachfrau nicht mehr allzu lange dauern – und muss jedem deutlich vor Augen geführt werden: „Stellen sie sich vor, sie sitzen auf dem Beifahrersitz in einem fahrenden Auto, das keine Bremse hat. Dann würden sie sicher auch mehr tun, als eine ganz vorsichtige Warnung auszusprechen.“

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