Großes Glücksspiel-Casino eröffnet in Werdohl

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Lemonia Miliousi mit ihrer Tochter Jana, die das „Mega Casino“ an der Gildestraße als Familienbetrieb führen wollen. Am Samstag wird die Spielhalle mit 24 Geldspielgeräten eröffnet.

WERDOHL ▪ Lemonia Miliousi aus Lüdenscheid eröffnet am Samstag in der Gildestraße ihr insgesamt drittes „Casino“ mit Geldspielgeräten. Mit zwei Konzessionen ausgestattet darf sie in der 600 Quadratmeter großen Halle nur 24 Spielgeräte anbieten. Ihr besonderer Anspruch ist, den Gästen eine große, elegant und luxuriös eingerichtete Spielhalle anzubieten.

Von Volker Heyn

Miliousi ist in Lüdenscheid schon seit 30 Jahren im Glücksspielgeschäft. Sie ist dementsprechend erfahren und mit allen Vorschriften und Gesetzen bestens vertraut. Beraten wird sie von einem Architekten und einem Rechtsanwalt. Das lobt auch Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel: „Neuanfänger in dem Geschäft machen den Behörden viele Probleme.“ In der Kreisstadt betreibt Miliousi zwei große Spielhallen, den „Spiel Planet“ am Sternplatz und das „Grand Casino“ am Bräuckenkreuz. „Werdohler Kunden haben mich gefragt, ob ich nicht auch in Werdohl so etwas Feines wie in Lüdenscheid anbieten möchte“, beschreibt sie ihre Motivation, ihr Geschäft in Werdohl auszuweiten.

Von Anfang an war sie in engem Kontakt mit den Werdohler Behörden. Nach einer positiv beschiedenen Bauvoranfrage bei der Stadt unterschrieb sie Anfang des Jahres die Mietverträge mit der Action Sports GmbH, der die Gewerbehalle gehört. Das Neuenrader Unternehmen Action Sports hat den Ladenverkauf aufgegeben und betreibt in einem anderen Gebäude im Gewerbegebiet einen Internethandel.

Die ursprünglichen Planungen von Miliousi waren, in der 600 Quadratmeter großen Halle vier Konzessionen mit jeweils zwölf Geräten einzurichten. „Das konnten wir aus baulichen Gründen nicht genehmigen“, berichtet Andrea Mentzel. Auch wenn es politisch und gesellschaftlich wegen der Glückspielsucht nicht gewünscht ist, immer noch mehr Geldspielgeräte aufzustellen, haben die Behörden keine Möglichkeit, die Ansiedlung eines neuen Betriebes zu verhindern. Der Bebauungsplan im Gewerbegebiet schließt eine Spielhalle nicht aus. Nach Absprache mit der Verwaltung plante Miliousi die Aufteilung der großen Halle in drei Bereiche. Zwei Spielhallenbetriebe mit separaten Eingängen sind räumlich voneinander getrennt, ein dritter großer Raum bleibt ungenutzt. Die Konzessionen für zwei Betriebe in einem Gebäude bekam Miliousi ganz kurz vor der Gesetzesänderung, die seit vergangenen Donnerstag Mehrfachkonzessionen nicht mehr zulässt. Miliousi darf die zwei Betriebe auch nur fünf Jahre lang betreiben, danach muss sie einen schließen. „Vielleicht errichte in dem leerstehenden Raum ein Bistro“, überlegt sie.

Beide Spielbetriebe sind mit riesigen Thekenbereichen ausgestattet. Dort dürfen nur nicht-alkoholische Getränke ausgeschänkt und auch nicht verkauft werden. „Getränke bieten wir unseren Gästen als Serviceleistung an, damit sie sich hier wohlfühlen“, so Miliousi.

Die Familie hat mit ihren Spielbetrieben sehr viele Auflagen zu erfüllen, die allesamt heute vom Werdohler Ordnungsamt untersucht werden. So darf von außen der Spielbetrieb nicht als solcher erkennbar sein, Außenwerbung ist nicht erlaubt. Deshalb sieht die Halle mit den außen angebrachten schwarzen Umrissen von tanzenden Menschen eher wie ein Discobetrieb aus.

Für ihre sechs Angestellten und die Gäste erfüllt Miliousi hohe Sicherheitsanforderungen. Alle Geräte werden einzeln intern und durch eine Sicherheitsfirma extern überwacht. Eine Barkasse gibt es nicht, Geld befindet sich nur in den Automaten und in dem damit vernetzten Geldwechsler. Das Casino hat jeden Tag von sechs Uhr morgens bis ein Uhr nachts geöffnet.

Mentzel wies darauf hin, dass einerseits Staat und Stadt über die Vergnügungssteuer profitieren, andererseits die Gefahr der Glücksspielsucht sehr groß ist.

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