Familie Richter spielt „Der Räuber Hotzenplotz“

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Gemalte und gebastelte Kulissen, selbst genähte Kostüme und Geburtstagslieder. Aber die Idylle ist schnell vorbei: Der Räuber Hotzenplotz hat die Kaffeemühle gestohlen.

Werdohl - „Lirum, larum, hex und rude, auf nach Buxtehude!“ Als Magier Petrosilius Zwackelmann den Zauber spricht und bei Rauch, Blitzlicht und Theaterdonner von der Puppenbühne verschwindet, ertönt ein beeindrucktes „Boah“ aus dem Zuschauerraum. Viele Kinder verfolgten am Donnerstag im Pfarrsaal St. Michael gemeinsam mit ihren Eltern die Geschichte vom Räuber Hotzenplotz.

Die Vorstellung ist wie ein Ausflug in eine gute, alte Zeit: Ein dunkelroter Samtvorhang, aufwendig gemalte und gebastelte Kulissen und Kostüme. „Tri, tra, trullala“ singend springt der Kasper hinter dem Vorhang hervor. Gemeinsam mit dem Publikum ruft er nach Seppel, alle zusammen singen dann ein Geburtstagslied für die Großmutter.

Bei den Kindern kommt das gut an. Sie fiebern mit, empören sich – „Neiiiiin!“ –, als der Räuber die Kaffeemühle mitgehen lässt, und brüten mit dem Kasper Ideen aus, wie der Halunke zu fangen sei. Auch wenn auf der Bühne nichts zu sehen ist, bleibt die Spannung. Die Szenen im Kellergewölbe, in dem Kasper die verwünschte Fee findet, sind nur Dialog und Toneffekte. Macht nichts: Die kleinen Zuschauer flüstern, rutschen auf ihren Stühlen herum und atmen auf, als endlich der Räuber gefangen und der böse Zauberer besiegt sind.

Knapp zehn Stücke hat die Familie Richter in ihrem Puppentheater-Repertoire, genauso viele spielen sie mit Marionetten. Hans-Joachim Richter hat den Beruf von seinen Eltern übernommen. „Das liegt schon seit dem 16. Jahrhundert in unserer Familie“, erzählt der 62-Jährige.

Seine Frau Veronika leiht während der Hotzenplotz-Vorstellungen der Großmutter und der Fee ihre Stimme und kümmert sich auch um die Kostüme. „Ein Puppenschnitzer hat die Köpfe der Figuren gemacht“, sagt sie. „Die sind schon 40 oder 50 Jahre alt.“ Ihre 27-jährige Tochter Marilyn spielt den Seppel. Sie möchte später das Theater übernehmen.

Am Ende bekommen die drei in Werdohl viel Applaus. Kasper und Seppel bekommen Pflaumenkuchen – natürlich mit Schlagsahne. Alles, wie es sein soll.

Von Constanze Raidt

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