Falschparker: Es wird teurer

Horst Scherk, Mitarbeiter des Werdohler Stadtservice verbringt die Hälfte seiner Arbeitszeit mit der Überwachung des ruhenden Verkehrs – er stellt Parksünder. - Foto: Witt

WERDOHL -   Ich glaube, die Falschparker werden demnächst vorsichtiger“, meint Horst Scherk. Der Mitarbeiter des Werdohler Stadtservice verbringt die Hälfte seiner Arbeitszeit mit der Überwachung des ruhenden Verkehrs –Scherk stellt Parksünder. Für die brechen demnächst schwere Zeiten an: Die Gebühren für das Falschparken sollen ab dem 1. April bundesweit erhöht werden.

Unterstützt wird Scherk, der seit 1999 dem Stadtservice angehört, stundenweise von Oliver Holzhauer. „Während Herr Scherk montags bis freitags unterwegs ist, kontrolliert Herr Holzhauer auch am Wochenende“, erklärt Andrea Mentzel, Leiterin des Werdohler Ordnungsamtes. Beide seien sowohl in der Innenstadt als auch in den Außenbezirken im Einsatz. Besonders viele Parksünder gebe es in Ütterlingsen, berichtet Mentzel. „Falschparker stehen oft auf Markierungen, Bürgersteigen oder stellen ihren Wagen entgegen der Fahrtrichtung ab“, weiß die Ordnungsamtsleiterin aus Erfahrung.

Erwischt Scherk die Parksünder sozusagen auf frischer Tat, seien die meisten sehr einsichtig. „Ich bin aber auch schon beschimpft und mehrmals angegriffen worden“, räumt der 62-jährige Stadtservice-Mitarbeiter ein. Angst habe er aber dennoch nicht. „Dann wäre ich der falsche für diesen Job. Man muss schon bestimmt auftreten“, erklärt Scherk.

Manchmal, in Ausnahmefällen, drücke er auch ein Auge zu. „Aber nur, wenn ich noch nicht damit begonnen habe, die Daten in das Gerät einzugeben“, sagt der Werdohler - und deutet auf sein Handwerkszeug.

Gar kein Verständnis hat Scherk für Autofahrer, die beispielsweise Rettungswege oder Feuerwehrzufahrten mit ihrem Fahrzeug blockieren. Ein Dorn im Auge sind ihm auch Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto sicher zur Schule bringen wollen – und dabei so parken, dass andere Mädchen und Jungen im schlimmsten Fall den Bordstein verlassen und auf die Fahrbahn ausweichen müssen, um ihrem Schulweg zu folgen. „Die sollten sich mal vorstellen, ihre Kinder würden so behindert“, appelliert Scherk an das Gewissen dieser Zeitgenossen.

Laut Haushaltsansatz werden durch die Falschparker-Gebühren jährlich 40.000 Euro eingenommen, wie Andrea Mentzel berichtet. Allerdings geht diese Rechnung nicht immer ganz auf. „Im vergangenen Jahr werden es durch krankheitsbedingte Ausfälle der Mitarbeiter circa 32.000 Euro sein“, schätzt die Ordnungsamtsleiterin. Wie sich die Einnahmen nach der Gebührenerhöhung entwickeln, sei jetzt noch nicht absehbar, erklärt Mentzel.

Horst Scherk ist indes entschlossen, Parksünder auch weiterhin aufzuspüren – und ihnen manchmal auch ins Gewissen zu reden. Zumal voraussichtlich noch in diesem Jahr durch das Aufstellen von Parkscheinautomaten Mehrarbeit auf ihn zukommt. Scherk siehts gelassen: „Ein paar Parkplätze mehr werden es dann wohl schon sein, die kontrolliert werden müssen.“

Von Carla Witt

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