Falscher Enervie-Mitarbeiter in Werdohl unterwegs

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Werdohl - In einem Mehrfamilienhaus an der Feldstraße hat eine Mieterin am Dienstagvormittag einen Mann angetroffen, der sich als Enervie-Mitarbeiter ausgab. Der Mann habe sich im Flur an einem Schaltkasten zu schaffen gemacht, sagte die Werdohlerin. Allerdings nicht im Auftrag der Enervie ...

Von Constanze Raidt

Der Mann habe einen großen Schlüsselbund bei sich gehabt. Mit einem der etwa 30 Schlüssel konnte er auch den Schaltkasten öffnen, an dem sich ein altes Schrankschloss befindet. Eine andere Mieterin habe den angeblichen Enervie-Mitarbeiter vorher ins Haus gelassen. Auf Nachfrage sagte der Mann nur, er müsse „etwas überprüfen“.

„Er war sehr patzig und kurz angebunden“, berichtete die Werdohlerin, die sich gestern an die Redaktion wandte. Sie sei misstrauisch geworden, weil der Mann weder einen Ausweis zeigte noch Kleidung mit einem Enervie-Logo trug. Auch ein Auto des Unternehmens habe sie nicht gesehen.

Sie erkundigte sich bei Enervie und erfuhr, dass am Dienstag tatsächlich kein Mitarbeiter in Werdohl unterwegs war. Auch die Polizei informierte die Werdohlerin. „Es kommt immer wieder vor, dass jemand in betrügerischer Absicht an Haustüren klingelt“, sagte ein Polizeisprecher. Weitere Fälle seien ihm aber derzeit nicht bekannt. Wer etwas Verdächtiges bemerke, solle sich bei der Polizei melden. „Wir überprüfen so etwas lieber einmal zuviel als zuwenig.“

Auch Enervie-Sprecher Andreas Köster weiß derzeit nicht von weiteren Fällen. Doch wie die Polizei erfahre auch das Unternehmen immer wieder davon, dass Leute sich als Mitarbeiter ausgeben.

„Wenn einer unserer Mitarbeiter ins Haus oder in die Wohnung muss, um zum Beispiel einen Zähler abzulesen, kündigen wir das vorher schriftlich an“, informiert Köster. Das sei auch dann der Fall, wenn die Enervie einen anderen Dienstleister beauftrage. Ein weiterer Anhaltspunkt: „Kein Monteur wird von uns beauftragt, an der Haustür neue Verträge abzuschließen oder Geld für Leistungen zu kassieren.“ Klingelt jemand an der Tür und möchte zum Beispiel einen neuen Tarif vermitteln oder gegen direkte Bezahlung einen Zähler ablesen, ist Vorsicht geboten.

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