ADFC verwundert über Nachsichtigkeit des Ordnungsamtes

Fahrrad-Streifen: Falschparker stören doppelt

Der Fahrrad-Schutzstreifen im Bereich der Firma Schaeffler wird gerne zugeparkt.
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Der Fahrrad-Schutzstreifen im Bereich der Firma Schaeffler wird gerne zugeparkt.

Wenn Kraftfahrzeuge auf Radwegen oder Radfahrstreifen parken, ist das für Radfahrer, die dann meistens auf die Straße ausweichen müssen, ein mitunter gefährliches Ärgernis.

Das solche Verstöße aber auch noch andere Folgen haben können, zeigt ein Beispiel aus dem Gewerbegebiet am Kettling.

Auf der Gewerbestraße hat die Stadt Werdohl vor ein paar Tagen die Markierungen der beiden Fahrradschutzstreifen auffrischen lassen. Allerdings weisen die Markierungsstreifen auf der stadteinwärts führenden Seite zwei Lücken auf. Sie resultieren daraus, dass dort zum Zeitpunkt der Markierungsarbeiten Fahrzeuge geparkt waren: Ein älterer Lieferwagen, der auch Tage nach den Markierungsarbeiten noch – oder wieder? – an derselben Stelle stand, und ein schwarzer Seat. Der Kleinwagen ohne Kennzeichen dürfte auch schon längere Zeit nicht mehr bewegt worden sein. Dafür spricht der rote Aufkleber an der Seitenscheibe, mit dem das Ordnungsamt der Stadt den Eigentümer am 9. April aufgefordert hat, das offensichtlich nicht mehr zugelassene Fahrzeug bis zum 8. Mai aus dem öffentlichen Verkehrsraum zu entfernen. Der Eigentümer scheint die Frist ausreizen zu wollen. Wann die Lücken in der Schutzstreifen-Markierung geschlossen werden können, ist deshalb offen.

Zugeparkte Radwege für das Ordnungsamt normal?

Auch Friedrich Hattendorf, Sprecher des in der Gründung befindlichen ADFC-Ortsverbands Werdohl, sind die beiden Fahrzeuge auf dem Fahrrad-Schutzstreifen schon aufgefallen. Er wundert sich, dass das Ordnungsamts angesichts des verbotswidrigen Parkens auf dem für Radfahrer vorgesehen Streifen nicht härter durchgreift. „Die große Frage ist, ob auch nicht mehr passiert wäre, wenn das abgemeldete Fahrzeug gegenüber dem Rathaus stünde. Aber anscheinend gelten dem Ordnungsamt zugeparkte Radwege als normal“, meint Hattendorf.

Streifen ist für Radfahrer reserviert

Ein Radfahrstreifen ist durch eine durchgezogene weiße Linie vom Rest der Fahrbahn getrennt und darf gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) nur von Radfahrern befahren werden. Ist ein Radfahrstreifen vorhanden und entsprechend gekennzeichnet, besteht mit dem Fahrrad eine Benutzungspflicht. Autos dürfen auf einen Radfahrstreifen weder halten noch parken. Wird dies missachtet, sind Bußgelder zu erwarten. Der Fahrrad-Schutzstreifen ist, anders als der Radfahrstreifen, nicht zwingend für den Radverkehr benutzungspflichtig. Auf dem Schutzstreifen dürfen in Ausnahmefällen auch Autos fahren. Das Parken ist dagegen untersagt – ein Halten nur bis maximal drei Minuten gestattet.

Dazu passt nach Auffassung des ADFC-Sprechers ebenfalls, dass auch im weiteren Verlauf der Gewerbestraße häufiger Kraftfahrzeuge auf dem Fahrrad-Schutzstreifen parken. „Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt den Radweg an der Gewerbestraße gegenüber der Firma Schaefller nutzen konnte. Er wird immer fast komplett als LKW-Parkreserve genutzt“, moniert Hattendorf.

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