Facettenreiche Passionsmusik

Die Vorträge von der Empore wurden vom Vokalensemble um Waltraud Sander (von links), Martin Theile, Marion Jeßegus, Sebastian Hoffmann und Werner Nitsch mit großer Hingabe präsentiert.

WERDOHL ▪ Gut besucht war am Sonntagabend in der Christuskirche die Vokal- und Instrumentalmusik zum Palmsonntag unter dem Titel „Dornenkrone“. Das rund eineinhalbstündige Konzert bot den Zuhörern – wie zuvor versprochen – ein facetten- und inhaltsreiches Programm. Von Rainer Kanbach

Die Vorträge von der Empore der Kirche wurden mit großer Hingabe präsentiert und machten einmal mehr deutlich, wie hoch das Niveau sowohl des Vokal- als auch des Instrumentalensembles angesiedelt ist. Durchweg – und das schon seit vielen Jahren – Juwele einer Kunst, die im Grunde ein noch größeres Publikum erreichen müsste. Dabei erübrigt sich eine Einzelkritik

Eingebunden in die Vorträge waren Lesungen aus dem Johannes-Evangelium von Pfarrer Martin Buschhaus. Seine Texte sowie die Gesangs- und Instrumentalbeiträge bündelten die Geschehnisse rund um die Bedeutung des Osterfestes. Mit Motetten, Liedsätzen und Choralkantaten aus den verschiedensten Stilepochen wurde in der Christuskirche sehr eindrucksvoll und nachhaltig der Leidensweg von Jesus nachgezeichnet.

„Also hat Gott die Welt geliebt“ – mit dieser Motette für fünf Stimmen aus der „Geistlichern Chormusik“ von Heinrich Schütz (1585-1672) eröffneten Waltraud Sander (Sopran), Marion Jeßegus (Alt/Orgel), Sebastian Hoffmann (Tenor/Violine/Viola), Martin Theile (Tenor/Klarinette) und Werner Nitsch (Bass) die Reihe der Vorträge.

Dabei wurde in der Folgezeit ein Bogen gespannt, der bis zur Motette „So liebt Gott die Welt“ des zeitgenössischen Komponisten Bob Chilcott reicht. Dazwischen lagen Werke unter anderem von Johann Sebastian Bach („Oh Mensch, bewein dein Sünde groß“ oder „Jesu, deine Passion“), Dietrich Buxtehude (Solokantate „Also hat Gott die Welt geliebet“), Otto Dienel (Choralvorspiel „O Welt, sie hier dein Leben“) oder Carl Maria von Weber („Adagio“ für Klarinette und Orgel).

Mittelpunkt des Konzertes war indes die Passionsmusik „Die Sieben Worte Jesu Christi am Kreuz“. Spätestens hier wurde bewusst, dass den Zuhörern etwas Besonderes, ja gar Einzigartiges geboten wurde. Auf den verschiedenen Stationen wurden die Worte Jesu verinnerlicht, bestechend der Wechsel der Stimmen, bestechend die Abstimmung von Gesang und Instrumentalisten – was im Übrigen aber für das ganze Konzert gilt. Von „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ über „Es ist vollbracht“ bis hin zu „Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände“ durfte das andächtige Publikum einfach mitgleiten auf den Musik gewordenen Noten.

Wenn gerade vom Vokalensemble in der schon seit Jahren klassischen Besetzung die Rede war, so darf auf keinen Fall die kleine Gruppe der Instrumentalisten vergessen werden. Franziska Winkelsträter und Conny Keller (Violine), Jule Keller (Viola), Gerd Nakerst (Violoncello) und Frank Kirchhoff (Orgel) hatten großen Anteil daran, dass dieser besinnliche Abend zu einem Genuss wurde. Alle Akteure gemeinsam haben bereits die Vorfreude auf das nächste Konzert geweckt.

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