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Fabrik im MK soll „Leitwerk in Europa“ werden

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Von: Volker Griese

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Der Alufelgenhersteller Superior Industries will sein Werk in Dresel weiter modernisieren und zum Leitwerk in Europa ausbauen.
Der Alufelgenhersteller Superior Industries will sein Werk in Dresel weiter modernisieren und zum Leitwerk in Europa ausbauen. © Volker Griese

Der Alurad-Hersteller Superior Industries will weiter in sein Werdohler Werk investieren, verlangt dafür aber Zugeständnisse von seiner Belegschaft. Von beiden Maßnahmen verspricht sich das Unternehmen, dass sie dazu beitragen, den Standort zukunftssicher zu machen.

Werdohl ‒ Superior Industries, das vormals unter Uniwheels und noch früher unter der Marke ATS firmierte, hatte bereits im Sommer 2019 angekündigt, rund 65 Millionen in die Erweiterung und Modernisierung der Alufelgenfabrik im Gewerbegebiet Dresel investieren zu wollen. In der Folgezeit wurden dann unter anderem zwei neue Wärmebehandlungslinien, eine neue Beschichtungsanlage und ein Hochregallager aufgebaut. Eine Wämebehandlungsanlage ist seit Mai in Betrieb, die zweite soll ebenso wie die Beschichtungsanlage Anfang 2022 die Produktion aufnehmen. Alle bisher geplanten Investitionen seien „mit einer coronabedingten kleinen zeitlichen Verzögerung“ umgesetzt worden, sagte ein Unternehmenssprecher.

Jezt hat Superior Industries angekündigt, bis zum Jahr 2024 noch einmal 16 Millionen Euro zu investieren, um den Standort Werdohl langfristig zum Leitwerk in Europa zu machen. Das Unternehmen reagiere damit auf die zahlreichen Herausforderungen in seinem Markt und plane weitere Investitionen in Automatisierung, Ergonomie und Flexibilisierung, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung. Zusätzlich habe die Unternehmensleitung Programme zur Kostenoptimierung entwickelt.

Wir brauchen den Schulterschluss mit der Belegschaft, um marktgerecht produzieren zu können.

Andreas Meyer, Vorstandsvorsitzender von Superior Industries

Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen den Arbeitnehmervertretern und der Belegschaft am Freitag die geplanten Maßnahmen vorgestellt. Demnach ist bis 2024 der Abbau von etwa 120 Arbeitsplätzen geplant. „Wir wollen in Werdohl auch künftig Premiumräder für unsere Kunden herstellen. Damit dies gelingt, brauchen wir den Schulterschluss mit der Belegschaft, um hier marktgerecht produzieren zu können“, wird der Vorstandsvorsitzende Andreas Meyer in der Pressemitteilung zitiert. Dazu benötige Superior Industries eine Einigung über einen Haustarifvertrag. Der „vertrauensvolle Dialog mit den Arbeitnehmervertretern“ über die geplanten Maßnahmen und ihre sozialverträgliche Umsetzung solle unverzüglich beginnen, teilte das Unternehmen mit.

Die europäische Räderindustrie sieht sich einem stetig wachsenden Wettbewerbsdruck und gestiegenen Einkaufspreisen zum Beispiel bei Aluminium sowie höheren Strom- und Gaspreisen ausgesetzt. Hinzu kommen Überkapazitäten, weil neue Wettbewerber auf den Markt drängen.

Superior Industries beschäftigt in Werdohl derzeit rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der strategische Wert des Standorts für das Unternehmen hat sich dadurch bewiesen, dass die größten Investitionen von Superior Industries in den vergangenen drei Jahren in Werdohl begonnen wurden.

Die am Freitag angekündigten Investitionen seien zusätzlich geplant, „sofern die Gespräche erfolgreich abgeschlossen werden können“, deutete das Unternehmen an, dass die anvisierte Modernisierung des Werkes auch von einer Einigung mit der Belegschaft abhängt.

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