1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

„Extrem kräftezehrend“: Feuerwehrchef spricht von Waldbränden in neuer Dimension

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Carla Witt

Kommentare

„Waldbrände in einer solchen Dimension, wie wir sie im Moment erleben, kannten wir bei uns im Sauerland bisher nicht“, stellt Feuerwehrchef Kai Tebrün fest.

Werdohl – Schon mehrfach haben die Werdohler Brandbekämpfer in diesem Sommer in Wäldern benachbarter Städte große Löscheinsätze unterstützt – etwa kürzlich im Naturschutzgebiet Bommecke in Plettenberg oder in Altena, wo im Juli 100 000 Quadratmeter Wald in Flammen standen.

Ohne ergiebige Regenfälle ist die Gefahr weiterer Brände groß, die sich innerhalb kürzester Zeit auf große Flächen ausdehnen können. „Einen solchen Brand zu löschen, das schafft eine Wehr nicht alleine. Zumal auch noch der Grundschutz weiterhin sichergestellt werden muss“, unterstreicht Kai Tebrün. So sei der Löschzug Eveking am Dienstag beispielsweise in die Nachbarstadt Plettenberg gefahren. Dort mussten die heimischen Einsatzkräfte einen Waldbrand im Bereich Am Schellhagen eindämmen, die Werdohler waren vor Ort, um bei weiteren möglichen Einsätzen sofort reagieren zu können.

Die Zusammenarbeit, die bisher schon hervorragend funktioniert habe, sei am Dienstag auch Thema der Wehrleiterbesprechung im Kreis-Rettungszentrum auf Rosmart gewesen, so Tebrün. „Alle ziehen an einem Strang, die Wehren der einzelnen Städte müssen sich kreisweit unterstützen.“ So sei die Werdohler Wehr grundsätzlich zwar sehr gut auf Waldbrände vorbereitet – neben einer speziellen Ausrüstung seien auch ausreichend Schläuche vorhanden, um lange Wegstrecken überbrücken zu können – dennoch sei bei größeren Bränden Hilfe willkommen. „Bei diesen Temperaturen einen Waldbrand zu löschen, das ist extrem kräftezehrend. Irgendwann geht es nicht mehr, dann müssen die Kameraden abgelöst werden“, unterstreicht Tebrün.

Waldbrände sind in diesem Sommer an der Tagesordnung. Dieses Foto ist im Jahr 2018 während eines Einsatzes im Gebiet Knebelshagen zwischen den Wohngebieten Rodt und Osmecke entstanden. Bei einem großen Brand kommt Unterstützung aus den Nachbarstädten.
Waldbrände sind in diesem Sommer an der Tagesordnung. Dieses Foto ist im Jahr 2018 während eines Einsatzes im Gebiet Knebelshagen zwischen den Wohngebieten Rodt und Osmecke entstanden. Bei einem großen Brand kommt Unterstützung aus den Nachbarstädten. © Griese, Volker

Ein weiteres Thema, das in diesem Zusammenhang in den Blick rückt, sind die Löschteiche. Diese könnten je nach Einsatzort hilfreich sein – auch wenn Tanklöschfahrzeuge zur Verfügung stehen, und bei größeren Bränden ohnehin ein Löschwasser-Pendelverkehr eingerichtet werden muss. Etwa eine handvoll Teiche befänden sich auf Werdohler Stadtgebiet, erklärt Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann. Allerdings: Nutzen kann die Feuerwehr sie größtenteils nicht. Die Wasserentnahmestellen seien durch die Hochwasserkatastrophe am 14. Juli 2021 in Mitleidenschaft gezogen worden. „Sie sind teils zugeschüttet und versandet, die Zu- und Abläufe sind nicht mehr in Ordnung“, so Kunze-Haarmann. Um die Löschteiche instand setzen zu können, hoffe die Stadt auf Mittel von Bund und Land zum Wiederaufbau in betroffenen Kommunen.

Am Mittwoch war es in der Nachbarstadt Plettenberg erneut zu einem Waldbrand gekommen.

Auch interessant

Kommentare