Extra-Feuerlöscher für Raketen-Verkauf

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Das Angebot an Krachern, Raketen und Wunderkerzen ist reichhaltig. Die Kunden greifen gerne zu.

Werdohl - Montagmorgens um acht Uhr, als sie den Laden geöffnet hätten, standen noch keine wartenden Kunden vor der Tür, sagt die Mitarbeiterin eines Discounters am Fritz-Thomeé-Platz. „Doch die Leute kommen kontinuierlich. Der Ansturm ist mit dem Vorjahr vergleichbar.“

Sie und ihre Kollegen sind in den drei Tagen, an welchen der Verkauf von Silvesterkrachern und -raketen gesetzlich gestattet ist, beinahe die gesamten Öffnungszeiten mit diesem Thema beschäftigt. Da gebe es nämlich so einiges zu beachten und zu tun.

Jedes einzelne Produkt darf nur in einer bestimmten Anzahl in der Auslage liegen oder stehen. Auf den Preisschildern sind in Kästchen handschriftlich die von Artikel zu Artikel variierenden Höchstmengen vermerkt. Je mehr Sprengstoff in einer Raketen-Packung steckt, umso weniger darf zeitgleich davon im Kundenraum angeboten werden.

Zudem müssen an allen Gitterboxen mit Silvester-Artikeln eigens für den Fall der Fälle Feuerlöscher aufgestellt werden – neben den im Discounter sowieso vorhandenen.

Auch im Lagerraum nebenan herrschen strenge Vorschriften: „Die Raketen müssen separat gelagert werden. Da darf drum herum nichts stehen“, weiß die Mitarbeiterin des Ladens. Letztlich werde auch immer wieder Ware nachgeliefert. Die vorrätige Menge, die im Discounter lagert, ist schließlich auch limitiert.

„Am besten gehen auf jeden Fall die großen Feuerwerks-Batterien“, hat die Verkäuferin beobachtet. Kleine, günstigere Artikel muss sie dagegen weitaus weniger oft nachfüllen.

Ein Kunde steht ein paar Meter weiter und befüllt seinen Einkaufswagen gerade mit großen, bunten Raketen. „Ich habe erst vor zwei Jahren angefangen mit dem Knallen“, sagt der 42-Jährige, „als die Kinder groß genug waren, um etwas davon mitzubekommen.“ Im Vorjahr habe er noch die Hälfte ausgegeben. Nun greift er aber für den Nachwuchs gerne etwas tiefer in die Geldbörse. „20 Euro werde ich dieses Mal ausgeben“, schätzt er.

Seine Kinder – sechs und zweieinhalb Jahre alt – werden dann zum Jahreswechsel vor dem Haus der Familie an der Friedenstraße mit der Mama und dem Papa das bunte und laute Spektakel verfolgen, das aus den eigenen Raketen hervor geht. „Aber von unserem Zuhause aus können wir auch wunderbar die Stadt überblicken“, freut sich der 42-Jährige schon selbst auf die Silvesternacht.

Von Michael Koll

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