Sechs Patientinnen, vier Wochen

Experiment: Musik gegen die Kopfschmerzen

+

Fast jeder Mensch hat einmal Kopfschmerzen. Sie werden ertragen, gehen von alleine oder durch eine Tablette weg. Treten sie hin und wieder auf, sind die Schmerzen keine große Belastung, aber was ist mit Menschen, die so häufig Kopfschmerzen haben, dass ihr Leben dadurch eingeschränkt wird? Dass sie sich zurückziehen müssen, nicht mehr arbeiten oder zu Schule gehen können oder in der Freizeit Termine mit Freunden und Familie absagen müssen?

Sechs dieser Menschen, die unter Kopfschmerzen leiden und diese bislang auch mit Medikamenten nicht besiegen konnten, hat der SV gesucht und startet mit ihnen ein besonderes vierwöchiges Experiment. Mithilfe von Musik sollen die Beschwerden gelindert werden oder gar gänzlich verschwinden.

Lebensqualität ist stark eingeschränkt

Bislang haben alle sechs Probanden mehrmals in der Woche Kopfschmerzen und Migräneattacken, werden aus dem Alltag gerissen oder können ihre Freizeit nicht so gestalten, wie sie möchten. An ihnen wird klar: Kopfschmerzen können die Lebensqualität extrem mindern.

Die Teilnehmerinnen

Alle Teilnehmer sind wegen ihrer Beschwerden in Behandlung. Vom Hausarzt wurden sie häufig zum Neurologen überwiesen, waren zeitweise in einer Schmerzklinik. Bei fast allen wurde eine Computertomografie von ihrem Kopf gemacht. Ergebnis: Organische Ursachen sind ausgeschlossen. Die Migräne ist vererbt oder die Kopfschmerzen längst chronisch. Unterm Strich konnten die Ärzte also nicht helfen. Bei manchen Patienten wirken selbst starke Medikamente nicht oder nicht mehr.

Neben medikamentösen und physikalischen Therapien wie Massagen oder Krankengymnastik, ist auch die psychologische eine Therapiemöglichkeit. Bei alternativen und die Psyche beeinflussenden Methoden wird nicht nur das Symptom, sondern der Mensch ganzheitlich behandelt.

Lesen Sie hier das Interview mit Psychologe Arnd Stein

Hier setzt das Experiment von Arnd Stein an. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet der Iserlohner als Psychotherapeut und machte sich auch mit Hypnose- und Entspannungsverfahren vertraut. Gemeinsam mit Dr. Günther Schütze, ehemaliger Chefarzt der Schmerzambulanzen in den Krankenhäusern Werdohl und Letmathe, entwickelte er ein Selbsthilfeverfahren der Tiefensuggestion, mit dem Einfluss auf die Seele der Betroffenen genommen werden soll.

Kombination von Sprache und Musik

Das Programm „Den Schmerz besiegen“ soll in Form eines Fantasiespaziergangs durch die Kombination von Musik und Sprache für Entspannung sorgen. Das Programm soll die körperlich-seelische Entspannung fördern und die innere Einstellung zu den chronischen Schmerzen verändern.

Im Liegen und mit geschlossenen Augen, bestenfalls über Kopfhörer, werden die SV-Probanden über vier Wochen jeden Tag das mit Musik unterlegte Suggestionsprogramm hören und auf sich wirken lassen. Die Therapie im eigenen Zuhause soll helfen, körpereigene Schmerzlöser zu entwickeln, das körperlich-seelische Gleichgewicht zu fördern und somit das allgemeine Wohlbefinden spürbar zu steigern.

Beachtliche Erfolge

„Aus langjährigen Erfahrungen lässt sich schließen, dass Schmerzen von Betroffenen, die schon fast resigniert hatten, gelindert und teilweise komplett geheilt werden konnten“, sagt Arnd Stein. Im Krankenhaus wurde das Suggestionsverfahren mit verschiedenen Behandlungsansätzen kombiniert, aber viele Patienten konnten nach einiger Zeit sogar ausschließlich mit den CDs von Stein behandelt werden.

Auf einen ähnlichen Erfolg hoffen auch die sechs SV-Probanden, die sich vor Beginn des Experiments einig sind: „Es gibt für uns nichts zu verlieren, nur viel zu gewinnen“.

Auf dem Weg zu einem Leben, das vielleicht fortan nicht mehr von Kopfschmerzen geprägt ist, wird der SV die sechs Teilnehmer in den kommenden Wochen begleiten.

Das Experiment

alle Infos zu unserem Experiment

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare