Prominente Unterstützung

Ex-Bahn-Chef Grube wird Aufseher bei großem Unternehmen im MK

+
Rüdiger Grube soll Aufsichtsratsvorsitzender bei Vossloh werden.

Werdohl – Prominente Unterstützung für die Vossloh AG: Rüdiger Grube soll gerichtlich als neues Aufsichtsratsmitglied bestellt werden und anschließend den Vorsitz in dem Gremium übernehmen.

Das teilte der Bahntechnikkonzern mit Stammsitz in Werdohl am Montagnachmittag mit. Grube war von 2009 bis 2017 Vorstandschef der Deutschen Bahn. 

Der 68-Jährige soll „die weitere Entwicklung des Vossloh-Konzerns mit seiner umfassenden Erfahrung und Expertise in der Bahnindustrie maßgeblich unterstützen“, heißt es in der Konzernmitteilung wörtlich. 

Düttmann legt Mandat nieder

Zuvor hatte Unternehmensberater Dr. Bernhard Düttmann (Meerbusch) sein Amt als Mitglied des Aufsichtsrats mit Blick auf seine Verpflichtungen beim Unterhaltungselektronik-Konzern Ceconomy zum 31. Dezember 2019 niedergelegt. Düttmann war im Mai 2018 in das Gremium gewählt worden. 

Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich M. Harnacke, der den Posten erst seit April 2019 inne hatte, soll nach der erfolgten Bestellung von Grube wieder den Vorsitz im Prüfungsausschuss übernehmen. 

Grube ein "herausragender Kenner"

„Mit Herrn Prof. Dr. Grube konnten wir einen herausragenden Kenner der Bahnbranche für Vossloh gewinnen. Ich freue mich auf die künftige Zusammenarbeit“, wird Harnacke in der Konzernmitteilung zitiert. 

Grube hatte bei der Deutschen Bahn im März 2009 die Nachfolge von Hartmut Mehdorn angetreten. Während seiner ersten Monate als Bahnchef wurde zunächst der Großteil des Konzernvorstandes ausgetauscht. In seine Amtszeit fallen unter anderem steigende Kosten- und Zeitplanüberschreitungen beim Bahnhofs-Großprojekt Stuttgart 21 und die Liberalisierung des Fernbusverkehrs. Anfang Januar 2017 trat Grube im Streit mit dem Aufsichtsrat als Bahnchef zurück, erhielt allerdings noch eine hohe Abschiedszahlung von rund 2,3 Millionen Euro. 

Hohe Abschiedszahlung nicht rechtens?

Doch offenbar war die hohe Summe nicht rechtens, wie das Handelsblatt im Dezember 2019 schrieb. Laut eines Gutachtens des Bundesrechnungshofs habe Grube, der selbst gekündigt hatte, keinen Anspruch auf eine „Abfindung“ gehabt, weshalb „der Bundesrepublik Deutschland ein Schaden“ entstanden sei. 

Die Summe ergab sich aus erfolgsabhängigen Bonus-Zahlungen. Die Bahn war davon ausgegangen, Grube habe die Unternehmensziele 2017 zu 100 Prozent erfüllt. Dies sei jedoch nicht der Fall.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare