Auf die Bedürfnisse der U3-Kinder eingestellt

Max ist noch in der Eingewöhnungsphase, Kindergartenleiterin Antje Niggemann hilft dem Zweijährigen dabei, sich in der Kita Sternschnuppe wohlzufühlen.

WERDOHL ▪ In der evangelischen Kindertageseinrichtung Sternschnuppe werden seit Beginn des neuen Kindergartenjahres erstmals sechs Kleinkinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren betreut. „Zweijährige haben ganz andere Bedürfnisse als Dreijährige. Das ist schon eine große Umstellung und Herausforderung“, sagt Einrichtungsleiterin Antje Niggemann. Von Ute Heinze

Die Zweijährigen seien sehr auf sich selbst fixiert und müssten bestimmte Dinge, wie beispielsweise Teilen und allein Essen, noch lernen, so Niggemann. Zudem seien die meisten ihrer neuen Schützlinge noch nicht trocken. Windelnwechseln gehört deshalb seit Beginn des neuen Kindergartenjahres mit zum Arbeitsalltag der Erzieherinnen in der Kita Sternschnuppe. „Wir sind schon sehr gefordert“, erklärt Niggemann. Genau wie ihre Kolleginnen hat sie in der Vergangenheit eine spezielle Fortbildung zur Betreuung von Unter-Dreijährigen absolviert.

Sprachentwicklung und Hilfe beim Frühstück

Für die Kleinsten sei der Körperkontakt noch enorm wichtig. Ferner müssten die Erzieherinnen für die U3-Kinder viele Sprachanregungen schaffen, weil der Prozess der Sprachentwicklung bei ihnen noch andauere. „Auch brauchen sie eine spezielle Bezugsperson innerhalb der Gruppe, die sich um sie kümmert“, erklärt Niggemann, während sie dem zweieinhalbjährigen Max beim Frühstücken hilft.

Max ist noch in der Eingewöhnungsphase. Jeden Tag kommt er gemeinsam mit seiner Mutter für bis zu zwei Stunden in die Einrichtung, um sich an das Leben als Kindergartenkind und die Erzieherinnen zu gewöhnen. Max‘ Mutter hat auf einem der kleinen Stühle in der anderen Ecke des Gruppenraums Platz genommen. Sie ist da, wenn Max sie braucht. „Wenn die Kleinen Vertrauen zu den Erzieherinnen gefasst haben, ziehen sich die Mütter oder Väter in das so genannte Elterncafé, einen anderen Raum in der Kita, zurück. Sie bleiben für ihren Nachwuchs erstmal noch ansprechbar“, erklärt Antje Niggemann das Procedere der sanften Eingewöhnungs- und Trennungsphase. Die sei bei den Kindern naturgemäß unterschiedlich lang. Auch den Eltern falle die Trennung oft schwer. Weil die U3-Kinder sich oft noch nicht ausreichend artikulieren könnten, seien die Gespräche mit den Eltern für diese am Ende eines Kindergartentages besonders wichtig.

Umbau in den Sommerferien

In den zurückliegenden Sommerferien wurde in dem Gebäude am Erlhager Weg umgebaut. Jetzt ist die Einrichtung auch baulich speziell auf die Bedürfnisse der Kleinen eingestellt: Eine neue Warmwasserleitung wurde ebenso installiert wie eine Zwergentoilette, die den Nachwuchs zum Trockenwerden animieren soll. Auch ein Wickeltisch und eine Waschrinne zieren nun den Sanitärbereich. Der neue kindgerechte Waschplatz eignet sich auch hervorragend für Wasserspiele. Weil ein Teil der Unter-Dreijährigen auch künftig über Mittag bleiben wird, ist in der Kita Sternschnuppe ein zweiter so genannter Differenzierungsraum eingerichtet worden. „Einen dieser Räume nutzen wird als Schlafraum. Der andere wird je nach Bedarf ebenfalls zum Schlafen oder für die Sprachförderung genutzt“, sagt Niggemann.

Auch das Spielmaterial musste zum Teil ausgetauscht werden. Die Bastelscheren sind beispielsweise nun im Schrank verschwunden. Die älteren Kinder wissen, wo diese sind und können sich die Scheren selbst holen, wenn sie damit etwas schneiden wollen. Dafür, dass es den älteren Kindern in den gemischten 21er Gruppen nicht langweilig wird, haben Niggemann und ihr Team eine so genannte Lernwerkstatt eingerichtet, die die Ü3-Kinder fördern und fordern soll.

Sternschnuppe ist Wunschkindergarten

Auch Veronika Ludenias Sohn Manuel – er ist zweieinhalb Jahre alt – besucht seit kurzem die Kita Sternschnuppe. „Weil ab dem kommenden Jahr ausschließlich U3-Kinder in der Einrichtung aufgenommen werden und die Gruppenstärke von 25 auf 20 Kinder reduziert wird, war die Chance relativ gering, dass Manuel im kommenden Jahr am Erlhager Weg einen Platz bekommt“, sagt die Mutter. Die Kita sei ihr Wunschkindergarten. Erstens sei er konfessionell geführt und zweitens besuche Manuels ältere Schwester ebenfalls die Einrichtung.

Verschiedene Kriterien entscheiden in der Kita Sternschnuppe darüber, ob ein U3-Kind aufgenommen werde oder nicht. Die Berufstätigkeit der Eltern sei ebenso relevant, wie soziale Faktoren, die familiäre Situation und natürlich die Konfessionszugehörigkeit, berichtet Niggemann.

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