Evangelische Schule: „Muslime belächeln uns“

Presbyter Lothar Jeßegus.

WERDOHL ▪ Der Wunsch des Initiativkreises zum Erhalt der evangelischen Bekenntnis-Grundschule und zur Rückführung der Schule in die Stadtmitte wird in der kommenden Woche durch den Eilausschuss der Schulkonferenz nachträglich als Beschluss gefasst. Das erklärte die kommissarische Schulleiterin Esken.

Damit wird die Anregung zur Gründung eines Arbeitskreises auf eine rechtliche Basis gehoben. Der Brief war bislang nur als Absichtserklärung von Esken, Pfarrer Kämper als Presbyteriums-Vorsitzender und der Elternpflegschaftsvorsitzenden Bader unterschrieben worden.

Zwar hat Pfarrer Kämper den Brief des Initiativkreises vom 7. Januar an den Bürgermeister und alle Ratsfraktionen unterschrieben, er verwies jedoch auf seinen Kirchmeister. Lothar Jeßegus ist vom Presbyterium beauftragt, in dieser Sache die Feder zu führen. Er erläuterte auf Nachfrage die Beweggründe der Kirchengemeinde.

Die Kirche wolle mit ihrem Vorstoß die festen Fronten in der Schulsituation aufbrechen: „Von außen kommt jetzt etwas, damit sich die Dinge bewegen können.“ Keinesfalls suche die Kirche eine Konfrontation, es solle eine gute Konsens-Lösung für ganz Werdohl gefunden werden. Angesichts der politischen Lager klinge dies vielleicht „naiv“, so Jeßegus, die Sorge um die christlich-abendländische Kultur in Werdohl überlagere aber alle anderen Bedenken.

Ausschlaggebend seien die schlechten Anmeldezahlen für die evangelische Schule in Ütterlingsen. Bei der Kirche sei die Angst gewachsen, dass es bald überhaupt keine evangelische Bekenntnisschule mehr geben könne. Eltern hätten berichtet, dass es ihnen nicht mehr gelänge, die christliche Kultur an die eigenen Kinder weiterzugeben. Hier müsse die evangelische Schule für die Glaubensvermittlung eintreten. Traurig sei zum Beispiel, dass in der Realschule ein Wintermarkt anstelle eines Weihnachtsmarktes veranstaltet werde. Jeßegus: „Die Muslime belächeln uns, wenn wir so mit unseren christlichen Traditionen umgehen.“

Von Volker Heyn

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