Evangelische Grundschule zieht vorerst nicht um

Im August 2009 zog die evangelische Grundschule von der Stadtmitte in das Gebäude nach Ütterlingsen um, zumindest in diesem Jahr brauchen die Lehrerinnen keine Kisten zurück in die Stadt tragen.

WERDOHL ▪ Die evangelische Grundschule wird auf keinen Fall in diesem Jahr umziehen, das ist das abschließende Ergebnis der Monate dauernden Beratungen des Arbeitskreises Schule.

Bürgermeister Siegfried Griebsch berichtete auf Nachfrage der Redaktion aus dem Arbeitskreis, der zum letzten Mal am Montag nicht-öffentlich zusammengekommen war. Demnach hatte der externe Moderator David Froessler seinen Abschlussbericht dem Arbeitskreis am Montag nur mündlich vorgestellt. Eine schriftliche Fassung sollte noch ausgehändigt werden.

Der Arbeitskreis, so Griebsch, habe den Bericht von Froessler zur Kenntnis genommen und keinen Konsens gefunden. Griebsch stellte fest, dass die Schülerzahlen der evangelischen Grundschule seit dem Umzug von der Stadtmitte nach Ütterlingsen nicht gelitten hätten. Auch sei der Anteil der evangelischen Schüler in Höhe von 50 Prozent nicht geringer geworden. Der Arbeitskreis habe somit festgestellt, dass die Schule aktuell in ihrem Bestand nicht gefährdet sei. Da es auch kein „belastbares Nachnutzungskonzept“ gebe, so der Bürgermeister, könne die von Schule, Eltern und Kirche gewünschte Rückverlagerung in die Stadt in diesem Jahr kein Thema mehr sein. Absolut ausgeschlossen sei, dass in Ütterlingsen eine Brache entstehe.

Geeinigt habe sich der Arbeitskreis darauf, die Kindergartenbedarfsplanung und die Schulplanung abzuwarten. Bekanntlich muss die Stadt auf allgemein sinkende Kinder- und Schülerzahlen reagieren. Es soll eine Lösung für die sterbende Hauptschule gefunden werden, ebenso steht der Neubau eines Kindergartens am Grasacker zur Diskussion. „Bei diesen Gesprächen sind dann alle schulischen Gebäude wieder in der Lostrommel“, so Bürgermeister Griebsch.

Die Entscheidung über eine Rückverlagerung liege damit wieder im politischen Raum, so Griebsch abschließend: „Und das ohne Eile.“

„Wir sind jetzt in Zugzwang“, so beschrieb es der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Ohrmann. Bekanntlich können CDU und WBG mit ihrer Ratsmehrheit eine Rückverlagerung politisch durchsetzen. Ohrmann: „Das könnte man so tun.“ Ob der Rat allerdings per Mehrheit eine Entscheidung zum Wohle aller treffen könne, müsse die Fraktion entscheiden. Ohrmann: „Wir werden beraten, ob wir über einen Folgeantrag an den Schulausschuss nachdenken.“

Bei der WBG, die in dieser Sache immer mit der CDU stimmte, war keine Stellungnahme zu erhalten.

Pfarrer Martin Buschhaus sagte: „Wir konnten trotz allen Austauschs von Argumenten nicht zu einem Konsens finden.“ Der Diskussionsprozess mit David Froessler habe aber zu einer Versachlichung und Beruhigung geführt. Das Presbyterium werde jetzt den schriftlichen Abschlussbericht auswerten und sich danach beraten.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Cornelius Böttcher sah es als Ergebnis des Arbeitskreises an, dass für die Eltern und Kinder eine vorläufige Perspektive und Planungssicherheit geschaffen worden sei. CDU und WBG müssten jetzt überlegen, wie es weitergehe. Er habe der Sache stets Skepsis entgegen gebracht, so Böttcher.

Von Volker Heyn

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