Evangelische Grundschule: Erster Schlagabtausch

Die CDU-Fraktion hatte Michael Göbel, Vertreter der Eltern von Pestalozzi-Schhülern, im Nacken. Die CDU-Ratsleute um Dirk Middendorf, Stefan Ohrmann und Christoph Plassmann (v.r.) mussten in der Ratsitzung den ersten Rückschlag einstecken bei dem Versuch, Mittel aus dem Konjunkturpaket II für das Ütterlingser Schulgebäude auf Eis zu legen.

WERDOHL ▪ Beherrschendes Thema der Ratssitzung Montagabend war neben der Verabschiedung des Haushaltsentwurfes der Antrag von CDU und WBG, die evangelische Grundschule in die Stadtmitte zu holen und dafür die gesamte Schullandschaft verändern zu wollen. 

Der Antrag wurde nicht diskutiert, sondern soll auf Drängen der SPD in nahezu allen Fachausschüssen beraten werden. Bürgermeister Griebsch hatte eine sachliche Prüfung durch die Verwaltung zugesagt und rechnet erst für Ende dieses Jahres mit Entscheidungen.

Hier können Sie die kompletten Haushaltsreden lesen

CDU

SPD

WBG

FDP

Es gilt das gesprochene Wort

Im voll besetzen Zuhörerraum war Michael Göbel als Vertreter der Eltern der Pestalozzi-Schüler aufgestanden und hatte Forderungen nach dem Erhalt der Schule vorgetragen. Griebsch hatte dem Vater direkt geantwortet, dass es sein Ziel sei, das Förderschulangebot in Werdohl zu halten: „Es geht nicht ums wegrationalisieren.“ Pädagogische Konzepte seien nötig, konkret verhandele die Verwaltung wegen einer Kooperation mit der Plettenberger Förderschule.

In den Haushaltsreden hatten alle Fraktionssprecher das Thema angeschnitten. Stefan Ohrmann (CDU) sagte, dass der Nutzungsmix aus Musikschule, Volkshochschule und Kindergarten in der Ütterlingser Schule eine Aufwertung des Stadtteils bedeute. Die Qualität der Erwachsenenbildung, so eine Antwort auf die VHS-Leiterin Funke, sei im wesentlichen vom pädagogischen und nicht vom Raumkonzept abhängig. Die WBG will die „frei von parteipolitischen Ideologien erarbeitete Vorlage der Verwaltung“ abwarten und diese „sachlich beraten und diskutieren“. Willibald Mertens sagte, dass er fest daran glaube, dass ein Familien- und Bildungszentrum in Ütterlingsen zu einer Aufwertung des Ortsteils beitrüge. Cornelius Böttcher (SPD) bezeichnete den Antrag als „überflüssig“.

Beim Thema Bekenntnisgrundschule, so warnte Böttcher Bürgermeister Griebsch, betrete man in Werdohl „vermintes Gelände“. Böttcher provozierte CDU und WBG: „Welchen Stellenwert hat Integration oder will man eigentlich Segregation? An wen wird bei Bildung gedacht? An die Elite oder die sozial Benachteiligten?“ Friedhelm Hermes (FDP) sprach von einem „Etikettenschwindel“, wenn die Schulleiterin der evangelischen Grundschule in Ütterlingsen meine, nur an einem innerstädtischen Standort ein christliches Schulleitbild leben zu können: „Gott hat nicht gesagt, dass er nicht nach Ütterlingsen geht.“ Bei den Abstimmungen zum Haushaltsplan wollte die CDU die für das Schulgebäude in Ütterlingsen vorgesehenen Sanierungs-Mittel aus dem Konjunkturpaket II mit einer Sperrfrist versehen. Nach gegensprechender Argumentation der Verwaltung fiel dieser Antrag sang- und klanglos unter den Tisch. Falls man die Mittel sperre, erklärte die städtische Juristin Wildenburg, drohe Schadenersatzpflicht.

Volker Heyn

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