Evangelische Grundschule bleibt in Ütterlingsen

Eltern und Kinder der evangelischen Grundschule forderten Dienstagabend vor dem Rathaus auf Plakaten, dass die Schule wieder in die Stadtmitte zurückziehen solle. Da war es schon zu spät: Die Fraktionen von CDU und WBG hatten sich bereits am Montag auf die Rücknahme ihres Antrags geeinigt und eine entsprechende Erklärung verfasst.

WERDOHL ▪ Eltern und Kinder demonstrierten noch vor Beginn der Sitzung für den Umzug der evangelischen Grundschule aus Ütterlingsen zurück in die Stadtmitte, da war die Entscheidung schon lange vorher gefallen.

Im Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung hatte Ministeriumsberater David R. Froessler CDU und WBG unmissverständlich klar gemacht, dass eine Wegnahme der Schule aus Ütterlingsen die zum Greifen nahe Millionen-Förderung aus Düsseldorf wahrscheinlich zunichte machen würde. Der Vorschlag, Musikschule und Volkshochschule aus der Innenstadt zu reißen und aus dem aufstrebenden Ütterlingsen eine gesunde Grundschule zu entfernen, widerspräche den einstimmig formulierten Zielen der Förderung. Falls die Forderungen von CDU und WBG verwirklicht würden, müsste der Förderantrag vollständig neu gefasst werden.

Minister wird diese Woche unterschreiben

Dabei sei die Stadt Werdohl beim Stadtumbau West so gut wie am Ziel: „Noch in dieser Woche wird der Minister den vorzeitigen Maßnahmenbeginn unterschreiben.“ In der Sitzung war von einem vorzeitigen Baubeginn am Bahnhof die Rede, auf spätere persönliche Nachfrage sprach Froessler von einem Maßnahmenstart in Ütterlingsen.

Als die Situation für CDU und WBG völlig aussichtslos wurde, zog Christoph Plaßmann (CDU) den Antrag zurück: „Wir werden die evangelische Schule nicht aus den Augen verlieren, aber wir können hier nicht anders entscheiden.“

Evangelische Schule nicht aus den Augen verlieren

Thomas Janikowski (WBG) mochte nicht so schnell einknicken und sprach tatsächlich davon, den Antrag förderunschädlich neu stellen zu wollen. Froessler sagte, dass er das eigentlich für unmöglich hielt.

Kaum war die Wende erkennbar, da zog CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Ohrmann im Zuschauerraum eine schon am Montagabend verfasste Erklärung hervor. Um die „Sicherung der aktuell bestehenden Option auf Mittel der Städtebauförderung nicht zu gefährden“, stellten CDU und WBG den Antrag zurück. Jetzt werde die Förderzusage abgewartet, ob der Antrag in dieser Form nochmal auf den Tisch komme, bleibe abzuwarten. Froessler bot Beratung und Unterstützung an, gemeinsam ein mehrheitsfähiges Konzept für die schulpolitische Entwicklung in Werdohl zu erarbeiten.

Von Volker Heyn

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