Kita Arche Noah hat neue Leiterin

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Pfarrer Dirk Grzegorek, die neue Leiterin Antje Wolfgramm, ihr Vorgänger Dieter Keßel und Presbyter Gerd Petersmann in einem neu gestalteten Gruppenraum.

Werdohl - Das evangelische Familienzentrum Arche Noah hat eine neue Leiterin. Seit Anfang Mai steht Antje Wolfgramm an der Spitze der Einrichtung. Dieter Keßel, der den Kindergarten 36 Jahre lang leitete, geht in Altersteilzeit.

Im Rahmen eines Gottesdienstes wird der 61-Jährige am Sonntag, 22. Juni, verabschiedet und seine Nachfolgerin eingeführt. Antje Wolfgramm ist gelernte Verkäuferin und landete als Quereinsteigerin im pädagogischen Bereich. Nach gut sieben Jahren in ihrem ersten Beruf absolvierte die Werdohlerin eine Ausbildung zur interkulturellen Stadtteilvermittlerin. Dieses Ehrenamt sei der Anstoß gewesen, sich neu zu orientieren, erzählt die 47-Jährige. Sie machte ein Praktikum in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Weil eine Kollegin in Altersteilzeit ging, bot ihr die Werkstattleitung eine Stelle als Gruppenleiterin im Arbeitsbereich an.

Wolfgramm absolvierte eine sonderpädagogische Zusatzausbildung, danach bildete sie sich berufsbegleitend zur Heilpädagogin weiter. Ein Pluspunkt für ihre neue Position in der Arche Noah, sagt Presbyter Gerd Petersmann, der für die Kitas der Evangelischen Kirchengemeinde zuständig ist. Schließlich würden in der Arche Noah auch Mädchen und Jungen „mit besonderem Nachholbedarf“ betreut. Einige Kinder hätten Wahrnehmungsstörungen, erläutert Antje Wolfgramm. „Manche Kinder schaukeln ganz wild, andere trauen sich gar nicht zu schaukeln“, nennt die 47-Jährige Beispiele für einen gestörten Gleichgewichtssinn. „Das wirkt sich auf das gesamte Lernverhalten aus.“ So etwas lasse sich durch gezielte Förderung ändern – zum Beispiel durch Trampolinspringen.

Im Familienzentrum Arche Noah gibt es aber nicht nur personelle Veränderungen – auch in den Räumen des Kindergartens tut sich einiges. Das Gebäude sei schließlich mehr als 40 Jahre alt, sagt Gerd Petersmann. „Auch die Sanitärbereiche sind aus der Gründerzeit“, nennt der Presbyter eine Baustelle. „Vieles war da nicht mehr akzeptabel.“ Für die U3-Kinder ist deshalb ein neuer Waschraum mit besonders niedrigen Toiletten und Waschbecken in verschiedenen Höhen entstanden.

Auch die Gruppenräume werden umgestaltet. Vor allem heller sollen sie werden, deshalb streichen Handwerker die dunklen Holzpaneele an den Decken weiß an. Außerdem sollen die „zweiten Ebenen“ – Spielräume auf Emporen – nicht mehr so weit in die Gruppenräume hineinragen und bekommen große Plexiglasscheiben. Bis zum Ende des Kindergartenjahres soll alles fertig sein.

„Sein“ Familienzentrum in knapp vier Wochen zu verlassen, falle ihm nicht schwer, sagt Dieter Keßel. „Es gibt drei Lebensabschnitte: die Schulzeit, das Arbeitsleben und die Rente“, sagt der 61-Jährige. Er freue sich jetzt auf seinen Ruhestand. Gemeinsam mit seiner Frau will er erst einmal zwei oder drei Monate lang mit dem Wohnwagen durch Europa reisen.

Der Plettenberger ist gelernter Erzieher. Er hat seit 1974 in der Arche Noah gearbeitet und war maßgeblich daran beteiligt, dass sie im Jahr 2007 Werdohls erstes Familienzentrum wurde. „Wir sind dankbar, dass er den Kindergarten eine so lange Zeit begleitet und geleitet hat“, sagt Pfarrer Dirk Grzegorek. - Von Constanze Raidt

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