Europawahl: So hat Werdohl abgestimmt

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Siebenköpfige Teams sorgten in den Wahllokalen – hier die katholische Grundschule – für einen reibungslosen Ablauf

Werdohl - Eine um zwei Prozent gesunkene Wahlbeteiligung trotz massiver Aufrufe, sich an der Europawahl zu beteiligen, ist eine eher unbefriedigende Bilanz. So sah es Bürgermeisterin Silvia Voßloh.

Sie war am Vormittag in alle 22 Wahllokale der Stadt gefahren und hatte sich bei den Helfern mit Süßigkeiten und den Urkunden des Bundesinnenministeriums bedankt. Die Wahlbeteiligung lag bei ziemlich genau der Hälfte der 11 324 Werdohler Wahlberechtigten, 2600 davon hatten von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht. 

Die Europawahl 2014 war damals mit den Kommunalwahlen zusammengelegt worden, um eine bessere Wahlbeteiligung zu erzielen. Damals waren es 52,4 Prozent, in diesem Jahr nur noch 50,4 Prozent. Silvia Voßloh hatte an die Wahl vor fünf Jahren gute Erinnerungen: Damals landete sie deutlich vor Matthias Wershoven von der SPD und wurde in einer späteren Stichwahl Bürgermeisterin. 

CDU "mit blauem Auge davon gekommen"

Eine politische Bewertung der Europawahl gab es gestern nur vom CDU-Vorsitzenden Detlef Seidel. Er konnte gelassen im Ratssaal sitzen, weil er als Mitglied des Kreiswahlausschusses kein Wahlhelfer sein durfte. Seidel machte es kurz: Im Verhältnis zu den anderen Parteien sei die CDU in Werdohl noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Während die Christdemokraten von 35,2 auf aktuell 29,5 Prozent abrutschten, blieben sie immerhin noch in Reichweite der 30-Prozent-Marke und gewannen die Europawahl in Werdohl. Die SPD halbierte sich von ehemals stolzen 41,4 Prozent auf knapp unter 25 Prozent. „Immerhin haben wir in Werdohl noch das beste SPD-Ergebnis im ganzen Märkischen Kreis erreicht“, meinte Cornelius Böttcher. Der 72-jährige ehemalige politische Kopf der Sozialdemokraten in Werdohl war nach langer Zeit wieder einmal als Wahlvorstand eingesetzt, dieses Mal im Freizeittreff Pungelscheid. Das beste Wahlergebnis in einem Bezirk holte die SPD in der Grundschule Königsburg: 40 Prozent sind ein stolzer Wert. Zum Vergleich: Das beste Ergebnis fuhr die CDU mit 36 Prozent im Wichernhaus ein. 

Weitere Statements gab es von der SPD in Werdohl gestern nicht: Parteivorsitzender Udo Böhme hatte sich abgemeldet und war in Urlaub, Fraktionsvorsitzender Wilhelm Jansen mit anderen Dingen beschäftigt. 

AfD konnte deutlich zulegen

CDU-Chef Detlef Seidel hatte hingegen mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass die AfD zwar im Vergleich zur Europawahl 2014 deutlich von sechs auf aktuell 11,9 Prozent zulegen konnte, aber ein von vielen erwartetes noch besseres Ergebnis verfehlt habe. Die besten Ergebnisse für die weit rechts stehende AfD gab es in Pungelscheid (20 Prozent), in Ütterlingsen (19 Prozent), in der Kita Wunderkiste und im Haus Werdohl (17 Prozent). 

Erhebliche Zugewinne fuhren die Grünen und die FDP ein: Die Grünen landeten in zwei Wahlbezirken vor der SPD: Im Haus Werdohl holten sie 22,8 Prozent (SPD 17 Prozent), im Feuerwehrgerätehaus Eveking sogar 23,3 Prozent (SPD 16 Prozent). Die FDP konnte ihr Ergebnis von 2014 (2,6 Prozent) auf aktuell 5,9 Prozent mehr als verdoppeln.

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