„Europa ist auch für die Werdohler wichtig“

Die Sozialdemokratin Birgit Sippel tritt bei der Europawahl am 25. Mai für Südwestfalen an. - Foto: Peuckert

Werdohl -  Die Zeit bis zur Europawahl am 25. Mai verrinnt. Für die Parlaments-Abgeordnete der SPD, Birgit Sippel, gibt es jetzt viel zu tun. Sie ist seit 2009 im Europäischen Parlament, dort Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Beschäftigung und soziale Angelegenheiten. Sippel tritt bei der Europa-Wahl für Südwestfalen an. Derzeit ist sie täglich in einem anderen Ort unterwegs.

Gestern machte sie Station auf dem Werdohler Wochenmarkt und suchte das Gespräch mit den Bürgern. Sie appelliert an die Werdohler, am 25. Mai ihr Kreuz für den Europawahl-Kandidaten zu machen. „Zu wählen ist ein Mindestmaß an demokratischer Teilnahme. Was wäre eine Demokratie, wenn keiner hingeht“, sagt Sippel. Es sei wichtig, dass die Gewählten im Europaparlament nicht nur die Vertreter für einige wenige, sondern für die Mehrheit der Bürger seien.

Dass Europa auch in Werdohl eine Rolle spielt, erläutert die Sozialdemokratin an ein paar Beispielen. Europa stehe nicht nur für die Gurkenkrümmung oder Glühbirnen. Es gehe auch um Friedenssicherung. Auch, dass der Datenschutz beachtet werde, sei für die Bürger wichtig. „Vieles ist so selbstverständlich geworden, dass man es gar nicht mehr mit Europa in Verbindung bringt“, sagt Sippel. Egal, ob es um offene Grenzen oder um Verbraucherschutz gehe, bei allem treffe das Europaparlament Entscheidungen.

Das betreffe auch ganz schnell Werdohl. Nämlich dann, wenn ein Bürger zum Beispiel einen Kühlschrank kauft und drei Jahre Garantie bekommt oder Jugendliche eine Ausbildung absolvierten, die auch im Ausland anerkannt werde.

Bislang sei schon einiges in Südwestfalen erreicht worden. So seien Fördermittel der EU im Rahmen der Regionale für die Tourismusentwicklung eingesetzt worden. Auch Wiedereingliederungen von Frauen, älteren Menschen oder Jugendlichen in die Arbeitswelt würden fast alle mit EU-Mitteln finanziert.

„Wir haben noch ganz viele Aufgaben vor uns“, erklärt Sippel. So seien aktuell Steuerhinterziehung und -vermeidung ein großes Thema, das viele bewege. Jährlich gingen Deutschland durch das Anlegen von Geldern im Ausland etwa 160 Milliarden Euro verloren. „Das geht den Menschen zu Recht auf die Nerven“, so Sippel. Es sei fair, wenn alle Steuern bezahlten. Das zu erreichen, gehe nur europaweit. „Es ist wichtig, dass wir an der Stelle zusammenarbeiten.“

Birgit Sippel wünscht sich, dass viele Bürger zur Wahl gehen, zumal die Wähler erstmals in diesem Jahr mit ihrem Kreuz nicht nur für ihren Kandidaten stimmen, sondern gleichzeitig eine Vorentscheidung für den Kommissionspräsidenten treffen. Der sei bislang ausschließlich von den Mitgliedstaaten gewählt worden. Dieses Mal gehe die Stimme der Bürger in die Entscheidung mit ein.

Von Jana Peuckert

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare