318 000 Euro teures Auto erhöht Schlagkraft der Wehr

Zugführer Klaus Sbresny zeigt, wie mit der Fernbedienung viele Fahrzeugfunktionen bequem und sicher gesteuert werden können. Das neue HLF 20 ist hochtechnisiert und hat jede Menge Gerätschaften für die Hilfeleistung am Unfallort an Bord. -  Foto: Heyn

Werdohl - „Pflegen Sie den Wagen mit so viel Liebe wie den Alten, sonst kann ein Auto nicht 27 Jahre lang laufen“, mit diesen Worten übergab Bürgermeisterin Silvia Voßloh der Werdohler Feuerwehr ein neues Einsatzfahrzeug, das vor allem für die technische Hilfeleistung am Unfallort konzipiert ist. Der neue Wagen kostete stolze 318 000 Euro und ist aus strategischen Gründen beim Löschzug Kleinhammer untergebracht.

Um das neue Fahrzeug besser den Kameraden präsentieren zu können – und damit die Gäste sich im Schutze eines Überdaches den Wagen ansehen konnten – war die Fahrzeugübergabe vom Feuerwehrgerätehaus Kleinhammer auf den Schulhof im Dorf verlegt worden. Zunächst hatte Bürgermeisterin Voßloh im Feuerwehrschulungsraum den symbolischen Schlüssel an Wehrleiter Manfred Theile übergeben, der den Schlüssel wiederum an Zugführer Klaus Sbresny weiterreichte. Im für den späteren Imbiss schön eingedeckten „Feuerwehrsaal“ in Kleinhammer hatte die Bürgermeisterin zunächst Vertreter aller vier Ratsfraktionen, die Ordnungsamtsleiterin Mentzel, Kreisbrandmeister Blumenrath und die Vertreter der Herstellerwerke begrüßt.

Im Oktober 2013 waren die Aufträge an den Fahrzeughersteller Daimler gegangen. Von dort wurde der Wagen im März 2014 an den Aufbauhersteller Schlingmann gebracht, der den neuen Wagen erstmal bis auf die Frontscheibe demontierte. Aus dem bisherigen, 27 Jahre alten Fahrzeug wurde noch betriebsfähige Beladung entnommen und der Aufbau nach den Vorgaben der Werdohler Feuerwehr komplett neu erstellt.

Am 12. November konnte das Fahrzeug von den Werdohlern im Teutoburger Wald abgeholt werden. Anschließend wurden die Feuerwehrleute aus Kleinhammer auf dem Fahrzeug geschult und mit seiner Bedienung vertraut gemacht, danach wurde sofort in Dienst gestellt. Sieben Einsätze hat der Wagen schon hinter sich, die offizielle Übergabe des Fahrzeugs durch die Stadt am Freitagabend war dennoch für alle Gäste und die Feuerwehrleute ein ganz wichtiger und freudiger Anlass.

Manfred Theile erklärte sehr verständlich, was das „Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug“ HLF 20 so alles kann. Aber erstmal: „Mit diesem Fahrzeug wird die Schlagkraft der Werdohler Feuerwehr erhöht. Der Wagen passt hervorragend uns unser System.“

Das HLF ist vor allem sehr viel praktischer und effizienter aufgebaut als sein Vorgänger. Über automatisch ausfahrende Trittstufen ist der Wagen von allen Seiten aus sofort zu begehen, beim Hochgleiten der seitlichen Verkleidungen geht zudem eine sehr helle Innenbeleuchtung an. Schon während der Anfahrt zum Einsatzort können sich zwei Atemschutzgeräteträger ausrüsten und fertig aussteigen. Der Wagen hat 2000 Liter Wasser, 280 Meter B-Schlauch, 180 Meter C-Schlauch und verschiedene Pumpen und Saugeinrichungen für den Feuerlöschangriff an Bord. Zwei Leitern klappen automatisch vom Dach herunter, die 14-Meter-Schiebeleiter reicht bis ans dritte Obergeschoss.

Für die technische Hilfeleistung bei Autounfällen ist alles dabei und besonders leicht zugänglich: Schneidgerät, Spreizer, Rettungszylinder, Glasschneider und ein Gerät für Airbags. Besen, Schüppen und Feuerpatschen gehören auf jeden Wagen, ebenso wie verschiedene Schlüssel für Hydranten und Kupplungen. Ein Lichtmast mit vier Xenon-Scheinwerfern macht die Nacht zum Tag. Das Auto deckt 90 Prozent der Einsatzfälle der Feuerwehr ab.

Bleibt nur noch der Wunsch von Zugführer Klaus Sbresny: „Möge es uns gute Dienste leisten und uns immer gesund nach Hause bringen.“

Von Volker Heyn

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