15 Euro im Monat sind Eltern zuviel

Die Studentin Nazire Balci engagiert sich in Eveking für die Integration und bietet Sprachkurse an. Darüber berichtete sie jetzt im Integrationsausschuss.

WERDOHL ▪ Die Sprachförderung in den Werdohler Kindertagesstätten läuft auf professioneller Ebene sehr gut, die sprachliche Unterstützung von Grundschulkindern ist in Werdohl dagegen ein Problemfeld.

Das ist ein Ergebnis der Sitzung des Integrationsausschusses, der im Stadtteiltreffpunkt über der Turnhalle in Eveking tagte. Stadtteilkoordinatorin Nazire Balci berichtete dem Ausschuss über die Integrationsarbeit in Eveking, sie hatte erst im Oktober vergangenen Jahres das Ehrenamt von Nuray Erdogan übernommen. Balci berichtete, dass im Stadtteil Eveking vor allem an der Förderung des Dialogs zwischen den Nationalitäten gearbeitet werde. Dazu gebe es sportliche Aktivitäten, Besuche von Moscheen und Kirchen, Säuberungsaktionen, spezielle Stadtgänge und Treffen von deutschen und türkischen Frauen.

Seit vier Jahren werden in Eveking am Schulstandort Kleinhammer Hausaufgabenhilfe und Sprachkurse angeboten. Nazire Balci ist Lehramtsstudentin und bietet die Förderkurse an. Die werden von Kindern besucht, denen die Förderung durch die Grundschullehrerinnen empfohlen wird. Balci betreut zwei Altersgruppen zwei Mal in der Woche. Kinder aus den ersten und zweiten Klassen besuchen eine Gruppe, die Dritt- und Viertklässler die andere. Zwei bis drei Zeitstunden pro Woche werden angeboten. Doch seit von den Eltern 15 Euro pro Monat für die Sprachförderung aufgebracht werden muss, ist die Zahl der Kinder rapide gesunken. „Vielen Eltern ist das zu teuer“, sagt Balci, „außerdem sehen sie Bildung als Bürgerrecht an.“ Als nur zehn Euro verlangt wurden, seien die Gruppen größer gewesen.

Lösungen, diese ehrenamtliche Förderung finanziell zu unterstützen, wurden bei der Sitzung nicht gefunden. Uwe Nodes, CDU-Ratsherr und Vorsitzender des Stadtelternrates, hatte damit keine Schwierigkeiten: „Wenn ich für mein Kind etwas erreichen will, dürften 15 Euro kein Problem sein.“ Bürgermeister Griebsch sagte, dass Sprachförderung wahrscheinlich bald Teil der Offenen Ganztagsgrundschule sei.

Von Volker Heyn

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