EU-Lebensmittelverordnung trifft Ferienfreizeiten

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Melina (l.) und Lena können sich in den Spielpausen beim Ferienspaß des Werdohler Jugend- und Bürgerzentrums problemlos stärken. Die Verantwortlichen des JBZ haben sich bereits bei der Anmeldung bei den Eltern über mögliche Unverträglichkeiten und Allergien informiert.

Werdohl -  Bockwürstchen mit Senf und Spaghetti Bolognese gehören zu den Klassikern, wenn man Kinder nach ihren Lieblingsgerichten fragt. Bei der Abgabe von solchen Lebensmitteln – etwa im Rahmen von Ferienspaß-Aktionen in Schulen, Kindergärten oder Jugendzentren – besagt eine Lebensmittelverordnung der EU nun, dass auf bestimmte Inhaltsstoffe hingewiesen werden muss.

Die am 13. Dezember 2014 in Kraft getretene sogenannte Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV-EU-Verordnung Nr. 1169/2011) listet insgesamt 14 Inhaltsstoffe auf, die allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten auslösen können. Dazu zählen unter anderem glutenhaltiges Getreide, Eier, Fische und Schalenfrüchte. Ob Ferienspaß-Aktion oder Ganztags-Betreuung im Kindergarten – die Deklarationspflicht für diese Zutaten gilt immer dort, wo Lebensmittel an Dritte abgegeben werden. Die Verordnung hat das Ziel, den Schutz für Verbraucher zu verbessern und damit Menschen, die allergisch auf bestimmte Inhaltsstoffe reagieren, zu schützen.

Aushänge sind unpraktikabel

Bei Verstößen droht ein Bußgeld, dass sich in seiner Höhe an den gewerblichen Erfolg der Veranstaltung orientiert, darauf weist das Kreisgesundheitsamt hin, das für die Lebensmittelüberwachung zuständig ist.

Mit einer sogenannten nationalen Durchführungsverordnung soll die praktische Umsetzung dieses Gesetzes geregelt werden. Diese sieht vor, durch Schilder an den entsprechenden Lebensmitteln auf die Inhaltsstoffe hinzuweisen. Im Werdohler Jugend- und Bürgerzentrum habe man bislang noch keine Schilder aufgehangen, sagt Tobias Chylka, Stadtjugendpfleger im JBZ. „Aushänge wären bei Ferienspaß-Aktionen aber auch unpraktikabel, da viele Kinder ohne Begleitung ihrer Eltern zu uns kommen.“ Doch das Thema sei auch bei den Verantwortlichen im Jugenzentrum schon länger im Gespräch, erklärt der Jugendbetreuer: „In den Anmeldebögen zu den Ferienspielen müssen die Eltern auch Unverträglichkeiten ihrer Kinder angeben und wir bieten dann entsprechende Alternativen an. Doch wir fragen auch nach Chlor-, Sonnen- und Insektenstich-Allergien.“ Generell plane das Jugendzentrum die Verpflegung der Kinder genau. „Wir verwenden grundsätzlich kein Schweinefleich und auch keine Gelantine“, sagt Tobias Chylka. Bockwürstchen und andere fleischhaltige Produkte kaufe das JBZ beispielsweise in türkischen Geschäften oder bei zertifizierten Discountern, so der Betreuer.

Auch bei den Ferienfreizeiten des CVJM Werdohl sei die Umsetzung der nationalen Durchführungsverordnung nicht möglich, sagt Uwe Röther, 1. Vorsitzender des Vereins: „Je nachdem in welches Land wir fahren, sind nicht immer alle Lebensmittel so gut erhältlich. Deshalb können wir im Vorfeld der Reise nicht immer einen Essensplan aufstellen.“ Vor jeder Reise gebe der Verein deshalb an jeden Teilnehmer einen ausführlichen Fragebogen, eine sogenannten Ferienpass, heraus. „Darin sollen alle Unverträglichkeiten angegeben werden“, erklärt der Vorsitzende. Die Praxis sei notwendig, da der CVJM bei den Fahrten nicht auf alle Unverträglichkeiten durch Lebensmittel hinweisen könne. „Wir haben aber ein gutes Küchenteam, dass bei der Zubereitung auf die Inhaltsstoffe achtet“, sagt Uwe Röther, „dennoch ist es für uns wichtig, dass Eltern uns über mögliche Unverträglichkeiten der Kinder aufklären.“ Schließliche wolle der CVJM mit den Teilnehmer schöne, allergiefreie Ferienreisen erleben.

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