Nach Fällaktion: Viele Ideen, aber kein Geld

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Die Eschenallee wurde im Juli 2018 gefällt.

Werdohl - Die Abholzung der Eschenallee an der Altenaer Straße war für Naturliebhaber eine Katastrophe. Werdohls Stadtplanerin Kathrin Hartwig sieht darin eine Chance. Doch es fehlt am Geld.

Im Sommer 2018 hatte die Stadt Werdohl rund 100 Eschen an der Altenaer Straße fällen lassen. Dazu hatte es keine Alternative gegeben, denn die Allee war vom Falschen Weißen Stängelbecherchen befallen, einer Pilzart, die den Eschen unaufhaltsam zusetzt und zum Absterben der Äste führt. Die Krankheit wird deshalb auch Eschentriebsterben genannt.

Für die Stadt war schon vor der Fällaktion klar gewesen, dass der Allee-Charakter wieder hergestellt, also eine Neuanpflanzung vorgenommen, werden sollte. Das allerdings wird nicht so schnell vonstatten gehen, wie manche sich das wünschen. „Wir sehen die Baumfällung auch als Chance, dort wieder etwas zu schaffen, das den ganzen Bereich aufwertet“, sagte Stadtplanerin Kathrin Hartwig, bei der das Projekt deshalb auch unter dem Arbeitstitel „Aufwertung des Lennebogens“ läuft. 

Öffentliches WC und Beleuchtung

Was sie sich darunter vorstellt, kann Hartwig noch nicht wirklich definieren. Dabei gibt es durchaus schon Ideen zur Verbesserung der (touristischen) Infrastruktur des Bereichs an der Altenaer Straße. Beispielsweise wird schon länger darüber diskutiert, den Bereich an den Kletterfelsen mit einer öffentlichen Toilette auszustatten. Und in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung hat WBG-Ratsherr Klaus-Dieter Frick eine Beleuchtung der bei Spaziergängern und Radfahrern beliebten Strecke angeregt. 

Die Stadtplanerin hat diese Vorschläge registriert und hält sie  für überlegenswert. Gerade die Beleuchtung könnte sie sich gut vorstellen. „Das könnte auch ein verbindendes Element der Städte an der Lenne sein“, sagt sie mit Blick auf das blau leuchtende Band entlang des Flusses in Plettenberg. Überhaupt könne eine (solarbetriebene) Beleuchtung für Brücken, Viadukte oder historische Gebäude als Symbol für die Zusammengehörigkeit der Kommunen an der Lenne stehen. 

Wunsch nach großer Lösung

Die Neugestaltung des Lennebogens an der Altenaer Straße möchte die Stadtplanerin aber größer denken. „Eine ganzheitliche Planung durch einen Landschaftsplaner wäre wünschenswert“, sagt sie deshalb. In diesem Jahr steht dafür im städtischen Haushalt aber kein Geld zur Verfügung. 

Hartwig hat das Vorhaben deshalb auf ihre „Wunschliste“ für das Jahr 2020 gesetzt. Was auch immer ein Landschaftsplaner für den Bereich vorschlägt und was auch immer in den politischen Gremien der Stadt anschließend daraus wird – Umsetzungsmöglichkeiten sieht Kathrin Hartwig durchaus. „Eventuell könnte man das als Regionale-Projekt realisieren. Auch eine Förderung aus dem Leader-Programm könnte funktionieren“, setzt sie auf finanzielle Unterstützung durch Strukturfördermaßnahmen des Landes und der Europäischen Union. 

Hoffen auf Finanzspritzen

Auf jeden Fall möchte Kathrin Hartwig die naturnahe Gestaltung der Räume am Fluss, eine Idee des interkommunalen Projekts „Lenneschiene 2.0“, am Lennebogen weiterverfolgen. Auch eine naturnahe Gestaltung werde angestrebt. „Das haben wir uns in Werdohl ja seit einiger Zeit auf die Fahnen geschrieben“, betont sie und sieht darin eine Möglichkeit, sich von anderen Kommunen zu unterscheiden.

In diese Kategorie fallen auch andere Projekte, an denen die Stadtplanerin aktuell arbeitet. Dabei geht es um die Gestaltung von Wiesen und Gärten in Ufernähe, die für den Obst- und Gemüseanbau genutzt werden könnten, aber auch um die Schaffung von insektenfreundlichen Wiesen. Ein Waldgarten, in dem Kinder den Wald mit seinen Besonderheiten spielerisch erkunden können, könnte eine weitere Maßnahme sein. 

Kunstinseln für die Lenne

Und sogar für Kunst sieht Hartwig an – oder besser: auf – der Lenne Raum. In ihrem Ideenportfolio befindet sich nämlich auch die Installation von Pontoninseln auf dem Fluss, die als Plattform für Bilder oder Kunstobjekte genutzt werden könnten. „Wir haben viele Ideen“, versichert sie. Die umzusetzen, sei aber nicht ganz einfach. „Ohne Geld geht gar nichts.“ Doch vielleicht gelingt es der Stadtplanerin ja noch, Zugriff auf den einen oder anderen Fördertopf zu erhalten. 

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