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Es kommt auf jeden Zentimeter an: Besonderes Fahrtraining für die Werdohler Feuerwehr

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Von: Jona Wiechowski

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Feuerwehrmann Markus Staudte am Steuer des Werdohler Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 20).
Feuerwehrmann Markus Staudte am Steuer des Werdohler Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 20). © Wiechowski, Jona

Rangieren auf engstem Raum und weitere knifflige Fahraufgaben lösen, mussten am Samstagvormittag die Ehrenamtler des Löschzuges Kleinhammer mit der Löschgruppe Brüninghaus der Werdohler Feuerwehr.

Die Fahrschule Block und Kirchhoff hatte zu einem besonderen Fahrtraining eingeladen.

Das Interesse war groß. 32 Feuerwehrleute waren zum Ausbildungszentrum der Fahrschule im Plettenberger Industriegebiet Köbbinghausen gekommen. Dort war mit Pylonen ein zwölf mal zwölf Meter großes Feld abgesteckt. Aufgabe: Vorwärts rein- und vorwärts rausfahren – oder rückwärts rein- und rückwärts rausfahren. Letzteres war noch einmal deutlich schwieriger.

Haspel verlängert das Fahrzeug nach hinten

Einer, der sich bei der Übung ans Steuer des HLF 20 (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug) wagte, war Markus Staudte vom Löschzug Kleinhammer. „Das war auf jeden Fall eine Herausforderung“, sagte er hinterher. „Echt anstrengend.“ Viel lenken war angesagt, um das Einsatzfahrzeug auf der kleinen Fläche zu wenden. Wo die Spiegel nicht ausreichten, musste er den Kopf aus dem Fenster strecken – um zu schauen, wie weit er noch fahren konnte. Es ging um jeden Zentimeter. Erschwert wurde das Ganze durch die Haspel. Die Schlauchrolle verlängert das Fahrzeug nach hinten.

Zentimeterarbeit: Schmal war schon die Einfahrt zur zwölf mal zwölf Meter großen Rangierfläche im Ausbildungszentrum der Fahrschule Block und Kirchhoff.
Zentimeterarbeit: Schmal war schon die Einfahrt zur zwölf mal zwölf Meter großen Rangierfläche im Ausbildungszentrum der Fahrschule Block und Kirchhoff. © Wiechowski, Jona

Hilfestellungen hatte Staudte nur durch eine kleine Rückfahrkamera und seinen Beifahrer, der aber nicht aussteigen durfte – ein Unterschied zu einem normalen Einsatz. „Da gibt es Einweiser“, erklärte er. Dazu seien die Straßen bekannt. Und so könne sich Staudte glücklicherweise auch an bislang keinen Einsatz erinnern, bei dem eine solche Zentimeterarbeit nötig gewesen wäre. „In vielen Straßen gibt es Wendeplatten.“ Eng würde es dennoch häufiger, speziell abends mit vielen geparkten Autos am Straßenrand.

Rangieren mit den großen Löschfahrzeugen

Das Training nahmen die Wehrleute gerne an. Geübt wurde das Rangieren mit den großen Löschfahrzeugen, wofür die Fahrerlaubnisklasse C benötigt wird, aber auch mit Kleinfahrzeugen, für die die Fahrerlaubnisklasse B reicht. In einem Extra-Bereich wurde so zum Beispiel mit dem Kleineinsatzfahrzeug, das eine Grundausrüstung für verschiedene Einsätze an Bord hat, etwa für Ölspuren, geübt. Nach Bedarf kann hier auch ein Rollcontainer verladen werden. „Ich habe die Rückfahrkamera innen abgedeckt“, erklärte Fahrlehrer Christopher Tripp, wie er die Aufgabe schwieriger gemacht hatte. Zusammen mit seinem Arbeitskollegen Rüdiger Fenner leitete er das Fahrtraining.

Zentimeterarbeit: Schmal war schon die Einfahrt zur zwölf mal zwölf Meter großen Rangierfläche im Ausbildungszentrum der Fahrschule Block und Kirchhoff.
Zentimeterarbeit: Schmal war schon die Einfahrt zur zwölf mal zwölf Meter großen Rangierfläche im Ausbildungszentrum der Fahrschule Block und Kirchhoff. © Wiechowski, Jona

Die beiden Fahrlehrer sind ehrenamtlich bei der Werdohler Feuerwehr aktiv und waren auch im Rahmen des Hochwassers Mitte Juli, das in Werdohl für massive Schäden gesorgt hat, im Einsatz. Drei Tage halfen sie und wurden in dieser Zeit vom Arbeitgeber freigestellt – wie schon bei vielen anderen Einsätzen zuvor, erklärte Tripp.

Dank für die Unwettereinsätze

Die Fahrschule Block und Kirchhof wollte sich mit dieser kostenlosen Aktion bei den Feuerwehrleuten für ihre Arbeit und besonders für die Unwettereinsätze bedanken. Patrick Mey, zusammen mit Stefan Block und Michael Kirchhoff Geschäftsführer der Fahrschule, stattete den Kameraden einen Besuch ab und sagte persönlich Danke. Für einen kleinen Imbiss war gesorgt, ebenso für Kaffee.

Neben dem Rangieren standen Vollbremsungen auf dem Programm. „Damit man mal sieht, wie sich der Wagen verhält“, sagte Rüdiger Fenner. Denn die Feuerwehr-Lkw seien stets voll beladen.

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