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 „Es gibt Potenzial“: Viele Bürger-Ideen für das Versetal

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Von: Volker Griese

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Die Teilnehmer der Stadtteil-Konferenz hefteten ihre Ideen und Wünsche für das Versetal an insgesamt vier Stellwände.
Die Teilnehmer der Stadtteil-Konferenz hefteten ihre Ideen und Wünsche für das Versetal an insgesamt vier Stellwände. © Volker Griese

Mit Stadtteilkonferenzen will die Stadt Werdohl die Bevölkerung an der Umsetzung des Stadtentwicklungskonzeptes „Masterplan Werdohl 2040“ beteiligen. Den Anfang hat am Dienstagabend das Versetal gemacht. Aus der Sammlung von Ideen, wie dieser Teil Werdohls attraktiver und zukunftsfit gemacht werden könnte, stach ein Projekt wenig überraschend hervor.

Werdohl ‒ Der Masterplan sei als Leitlinie zu verstehen, setze aber keine Leitplanken, versuchte Bürgermeister Andreas Späinghaus gleich zu Beginn des Treffens von 25 Interessierten Werdohlern zu verdeutlichen, dass es keine „Denkverbote“ gebe. Gleichwohl definierten Lilli Brak und Bora Buhl von der Planungsgruppe Puche, die die Stadt Werdohl mit ins Boot genommen hatte, vier Handlungsfelder, auf denen sich die Teilnehmer der Stadtteilkonferenz gedanklich bewegen sollten:

„Im Versetal kann man es schon gut aushalten“, sagte Bürgermeister Späinghaus, als Einwohner von Kleinhammer selbst Versetaler. Dennoch gebe es dort noch Entwicklungspotenzial, ermunterte er die Teilnehmer, ihre Ideen und Wünsche zu äußern. Und die schrieben fleißig auf gelbe und grüne Pappkärtchen, was sich aus ihrer Sicht zwischen Versevörde und Kleinhammer, zwischen Bärenstein und Pungelscheid verbessern ließe. Das ist der Raum, der im „Fokusplan Versetal“ des Masterplans untersucht wird.

Die beschriebenen Kärtchen landeten schließlich, nach Handlungsfeldern sortiert, an vier Stellwänden. Und dabei kristallisierte sich schon heraus, was die Versetaler sich am meisten wünschen: einen Ort, an dem sich die Bewohner treffen, Feste feiern, ihren Hobbys nachgehen können. Ein Konzept, um all das an einem Ort zu verwirklichen, liegt sogar seit gut einem Jahr auf dem Tisch: die Erweiterung der 65 Jahre alten Turnhalle Eveking zu einer Art Begegnungszentrum für das ganze Versetal.

Henning Meyer, Vorsitzender des TuS Versetal, stellte das Konzept, an dem er selbst maßgeblich mitgearbeitet hat, noch einmal vor. Dahinter steckt die Idee einer multifunktionalen Nutzung der Turnhalle nicht nur durch Sportler, sondern auch zum Beispiel durch die Versetaler Schützen, die Jugendfeuerwehr, durch Kitas, Senioren und weitere Bevölkerungsgruppen.

Um die Turnhalle drehten sich auch viele der auf den Karten notierten Vorschläge. Dort könne ein Dorfplatz angelegt werden, stand auf einem Kärtchen. Ein weiterer Vorschlag: An der Turnhalle könne ein Zugang zur Verse geschaffen werden. In der Turnhalle könnten Konferenz- und privat nutzbare Festräume geschaffen werden, waren ebenfalls Ideen für eine zukünftige Nutzung. Der Vorschlag, die Turnhalle zur Dorfgemeinschaftshalle mit dem Schwerpunkt der sportlichen Nutzung umzubauen, fasste wohl viele dieser Ideen zusammen.

Dass die Versetaler die Zukunft ihrer Turnhalle besonders beschäftigt, zeigte sich nicht nur in der Vielzahl der eingereichten Ideen zu diesem Thema, sondern auch in der anschließenden Gewichtung aller eingereichten Vorschläge. Die Teilnehmer waren nämlich aufgefordert, jeweils vier Punkte für die vorliegenden Ideen zu vergeben. Ergebnis: Die Umnutzung der Turnhalle war der klare Favorit.

Doch auch andere Ideen kamen gut an in dieser Stadtteilkonferenz. Dazu gehörte die Errichtung eines Maibaumes für das Versetal, verbunden mit einem jährlichen Fest. Auch die Renaturierung der Verse beziehungsweise ihre Nutzung als Erlebnisort scheint den Versetalern sehr am Herzen zu liegen, was sich auch darin widerspiegelt, dass allein dafür fünf verschiedene Vorschläge an die Pinnwände geheftet wurden.

Ebenfalls ein Favorit an diesem Abend war die Schaffung eines Rad- und eines Wanderweges durch das Versetal. Für die Planung eines Radweges könne ein Konzept aus dem Jahr 2013 als Grundlage dienen, meinte Manfred Buchta, der sich auch schon Gedanken über einen Wanderweg gemacht hatte: Der Werdohler Wanderweg W5 sei gewissermaßen ein Rundwanderweg um das Versetal, es müssten vielleicht lediglich von verschiedenen Stellen im Tal Zugänge geschaffen werden, dann könne diese Idee schnell Realität werden, fand er.

Die Stadtteilkonferenz habe viele Ansätze geliefert, „die eine nähere Betrachtung wert sind“, fand Stadtplanerin Nora Buhl von der Planungsgruppe Puche. Gleichzeitig dämpfte sie die Erwartungen: „Wir können manches nicht so einfach aus dem Boden stampfen. Es braucht vielmehr auch Leute, die dahinter stehen“, sagte sie beispielsweise mit Blick auf die Wünsche nach Gastronomie im Versetal.

Mit der Stadtteilkonferenz ist die Ideensuche noch keineswegs abgeschlossen. In den nächsten Wochen werde sich noch eine Online-Beteiligung anschließen, kündigte Buhl an. Dann hätten auch Versetaler und andere Werdohler, die nicht an der Stadtteilkonferenz teilgenommen haben, noch einmal die Möglichkeit, ihre Vorschläge, Wünsche und Ideen einzubringen.

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